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Jedes sechste Kind unter 18 Jahren in Heiligenhafen bezieht Leistungen vom Jobcenter

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Von: Andreas Höppner

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Vom Jobcenter Ostholstein erstelltes Schaubild
SGB II-Hilfequoten Kinder unter 18 Jahren im Kreis Ostholstein 2021 © Grundsicherungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit sowie statistische Ämter des Bundes und der Länder

Das Jobcenter Ostholstein hat kürzlich seinen Gemeindereport 2021 veröffentlicht. Danach bezieht jedes sechste Kind in Heiligenhafen Leistungen vom Jobcenter. Auf Fehmarn ist es jedes elfte. Dennoch sei die Entwicklung positiv.

Ostholstein – Auf Fehmarn ist jedes elfte Kind unter 18 Jahren abhängig vom Leistungsbezug beim Jobcenter, in Heiligenhafen gar jedes sechste Kind. Das geht aus dem Gemeindereport 2021 hervor, den das Jobcenter Ostholstein in diesen Tagen veröffentlicht hat. Gleichwohl zieht Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein, eine positive Bilanz, was die Entwicklung der Zahlen anbelangt.

„Entgegen allen Befürchtungen ist die Zahl der Frauen und Männer sowie der Kinder unter 18 Jahren, die Leistungen vom Jobcenter Ostholstein beziehen, 2021 trotz der Coronapandemie weiter deutlich gesunken“, so Marzian. Demnach erhielten Ende 2019 (vor Pandemiebeginn) noch 10486 Personen Arbeitslosengeld II, Ende des laufenden Jahres sind es nur noch 8769, also 1717 weniger (minus 16,4 Prozent). Bei den Kindern unter 18 Jahren zeigte sich ein Rückgang in ähnlicher Größenordnung. 2019 waren es 3677 Personen, zwei Jahre später nur noch 3129, was einem Minus von 14,9 Prozent entspricht.

Viele Eltern in den Arbeitsmarkt integriert

„Der Arbeitsmarkt in Ostholstein ist in einer sehr robusten Verfassung und die Personalnachfrage der Betriebe und Verwaltungen groß“, hält Marzian fest. Zur positiven Entwicklung habe aber auch das Jobcenter mit seinen vielfältigen arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten beigetragen und die richtigen Akzente gesetzt, die die Kundinnen und Kunden aktiv bei der Integration in Ausbildung und Arbeit unterstützten, ist der Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein überzeugt. Erfreulich sei auch, „dass in den vergangenen Monaten vor allem viele Eltern in den Arbeitsmarkt integriert wurden und sie für ihre Familien ohne Leistungen vom Jobcenter auskommen“.

Innerhalb des Kreises zeigt sich jedoch ein uneinheitliches Bild. Kommunen wie Fehmarn oder auch die Gemeinden des Amtes Oldenburg-Land, zu denen Großenbrode, Neukirchen und Gremersdorf zählen, stehen in beiden Alterskategorien relativ gut da, während hingegen die Städte Heiligenhafen und Oldenburg schlechtere Werte als der Kreisschnitt aufweisen.  

Mehr Leistungsbezieher unter 65 in Heiligenhafen als im Umland

Laut Marzian liegt der Anteil der Leistungsbezieher unter 65 Jahren an der gesamten Bevölkerung im Amt Oldenburg-Land bei 4,5 Prozent und auf Fehmarn bei 6,1 Prozent – 0,6 Prozentpunkte unter dem Kreisschnitt. Darüber liegen hingegen die Stadt Heiligenhafen mit 8,3 Prozent und die Stadt Oldenburg mit 9,6 Prozent. Spitzenreiter ist die Kreisstadt Eutin mit 12,3 Prozent.

„Im Vergleich von 2016 und 2021 hat die Zahl der Leistungsbezieher beim Jobcenter in der Gemeinde Bosau sowie in den Ämtern Lensahn und Oldenburg-Land am deutlichsten abgenommen. In den Gemeinden Grube, Stockelsdorf und Kellenhusen gab es Zuwächse. Von 2016 bis 2021 hat sich die SGB-II-Hilfequote bei den unter 65-Jährigen in Eutin und Malente am stärksten verringert, in Kellenhusen ist sie gestiegen“, so Marzian zur Entwicklung in den letzten fünf Jahren.

Jedes sechste Kind in Heiligenhafen ist abhängig von den Leistungen des Jobcenters

Bei den Kindern unter 18 Jahren beträgt die SGB-II-Hilfequote auf Fehmarn 8,7 Prozent, im Amt Oldenburg-Land 6,5 Prozent. Zum Teil deutlich über dem Kreisschnitt von 10,8 Prozent liegen die Städte Neustadt (13,5 Prozent), Oldenburg (15,1 Prozent), Heiligenhafen (16,1 Prozent) und Eutin (18,0 Prozent). Trauriger Spitzenreiter ist die Gemeinde Kellenhusen mit 19,8 Prozent.

Im Vergleich der vergangenen fünf Jahre ist die Zahl der Kinder unter 18 Jahren im Leistungsbezug beim Jobcenter laut Marzian am deutlichsten zurückgegangen in Dahme, den Ämtern Lensahn und Oldenburg-Land sowie in Bosau. Zunahmen gab es hingegen in Kellenhusen, Bad Schwartau, Malente und Stockelsdorf.

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