Aus der Vogelwelt hat Hermann Meyer viel zu erzählen – Er ist zehn Jahre als Vogelwart tätig

Kinder lieben seine Geschichten

Seit zehn Jahren führt Vogelwart Hermann Meyer Besuchergruppen durch das Naturschutzgebiet Graswarder.

Von Peter FothHEILIGENHAFEN • Zum Urgestein aus der Riege der Naturschutzwarte gehört Hermann Meyer aus Sonsbeck am Niederrhein, der seit nunmehr zehn Jahren ehrenamtlich im Naturschutzgebiet Graswarder tätig ist.

In mehr als 30 Einsätzen in einem Zeitraum von jeweils drei bis fünf Wochen hat er sich eine große Anhängerschaft über die Jahre erworben. Insbesondere bei Kindern hat der Vogelwart stets ein pädagogisches „Händchen“ bewiesen. Für ihn ist der Graswarder zur zweiten Heimat geworden, so dass er aus der Riege der hier tätigen Mitarbeiter gar nicht wegzudenken ist.

Da Hermann Meyer ein begeisterter Anhänger des von Professor Gerkans konstruierten Beobachtungsturms im Naturschutzgebiet ist, hat er sich auch am Stammtisch in bestimmten Gastronomiebetrieben für dieses Bauwerk und den Naturschutz stark gemacht.

Seine naturkundlichen Führungen wurden zum Markenzeichen; häufig dauerten sie mehr als zwei Stunden.

Eine besondere Affinität und Liebe zeigte der Vogelwart zu einem weiteren „Urgestein“ auf dem Graswarder - nämlich zu „Emma“ und „Konrad“. Die Rede ist von einer Graugansfamilie, die seit Jahren zum Inventar des NABU-Informationszentrum gehört. Unter der Aufsicht des engagierten Vogelwartes sind auch in diesem Jahr wieder erfolgreich Gössel geschlüpft. Diese sprangen unbeschadet zweieinhalb Meter von der Voliere auf den Boden, zogen unter dem „Kommando“ von Vater „Konrad“ von dannen und eröffneten eine hoffentlich gute Brutsaison.

Damit diese Saison das Gebiet noch besser von den Vögeln akzeptiert und genutzt werden kann, habe der NABU zum ersten Mal Brutinseln für Seeschwalben in zwei Lagunen eingesetzt, sagte der Landesnaturschutzbeauftragte Klaus Dürkop. Hierbei wurden große mit Sand und Kies bedeckten Inseln geschaffen. Sie treiben weitab vom Ufer und bieten den Vögeln ein raubzeugsicheres Brutareal. Sie sind eine Neukonstruktion des NABU Heiligenhafen unter der Mithilfe von Berno Voegt, Heinz Rossow und Frau Luzie sowie Klaus Dürkop.

Wer in diesen Tagen aufmerksam den Weg zum Info-Zentrum entlang gewandert ist, wird bemerkt haben, dass die 20 Vogel- und Pflanzentafeln noch immer fehlen. Sie werden aber in den nächsten Tagen von der Stadt Heiligenhafen wieder aufgestellt – stabiler und haltbarer. Zum Teil sind sie in diesem Jahr gesponsert von der Firma Wildfang in Oldenburg.

Zur Beweidung steht ab Mai wieder Jungvieh des Bauern Hoepner aus Neurajensdorf zur Verfügung. Zurzeit wird am alten Graswarderweg gegenüber vom „Berliner Lager“ eine Wassertränke gebaut, um auch im Winter eine Beweidung mit Galloways zu ermöglichen.

Sinn und Zweck dieser Maßnahme sei ein Zurückdrängen von artfremden Pflanzen, sagte Klaus Dürkop.

 

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