Zweitägiges Musikspektakel versorgte Besucher mit abwechslungsreicher Musik von Gospel bis Metal

Kirchberg rockte mit ‚Tiger‘ im Tank

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„Alpha Tiger“ aus Sachsen werden als aufsteigender Stern der Metalszene gehandelt und wussten auch beim „Rock am Kirchberg“ das Publikum mit ihren zumeist rasend schnellen Stücken voll und ganz zu überzeugen.

HEILIGENHAFEN · Beim zweiten Hafenfest-Wochenende wird traditionell noch einmal so richtig aus dem Vollen geschöpft – und das liegt nicht nur an den „großen“ Bühnen am Hafen und in der Autokrafthalle. In seinem 31. Jahr ist der „Rock am Kirchberg“ schon lange kein Geheimtipp mehr, das machten die Zuschauermengen, die sich am Freitag und Sonnabend zum Musikspektakel an der Stadtkirche einfanden, mehr als deutlich.

Das hervorragende Sommerwetter an beiden Tagen tat sein übriges, um die Besucherzahlen am Kirchberg noch weiter in die Höhe zu treiben. Und so konnten bereits „Gesine Thermann & Friends“, die den Musikreigen am Freitag eröffneten, vor einem beachtlichen Publikum auftreten. Die teils mit elektronischer Rückendeckung, teils rein akustisch vorgetragene Mixtur aus Soul, Folk, Gospel und Rock brachte die Menge auf Betriebstemperatur, so dass die Gruppe „FensterPlatz“, die anschließend entspannten Deutschrock und -pop auf die Bühne brachte, keine Schwierigkeiten hatte, die gute Stimmung zu halten.

Mehr als nur „zweite Wahl“ bekamen die Kirchberggäste auch beim Auftritt von „Reloaded“ zu hören, die durch die Absage der Heiligenhafener Kultband „Lorraine“ zu ihrem Gastspiel in der Warderstadt gekommen waren. Die Soul- und Rockklänge des Fünfers erwiesen sich dieser großen Fußstapfen jedoch durchaus würdig und fanden ebenso Anklang beim Publikum wie die Spaß-Combo „The Monday Thrill“, die den ersten Kirchberg-Tag vollkommen ernstbefreit ausklingen ließen, was zur fortgeschrittenen Stunde den Nerv des Publikums bestens traf.

Mit ganz anderen Klängen wurden die Besucher dann am Sonnabend wieder ins Musikgeschehen zurückgeholt: Krachende Gitarren machten schon beim Soundcheck deutlich, dass beim Auftritt von „We All Have Secrets“ Anhänger fragiler Arrangements und zarter Melodien wenig Freude finden würden. In eine ganz ähnliche Kerbe schlugen sodann „This Is Not Utopia“; auch hier war Lautstärke Trumpf und vor allem das jüngere Kirchberg-Publikum kam bei den Metalcore-Songs der Ostholsteiner auf seine Kosten. Der traditionelleren Spielarten der Rockmusik widmeten sich „Zweites Ich“, die regelmäßigen Besuchern des Kirchberg-Festivals ein Begriff sein dürften und mit ihrem neuen „Ostholstein-Song“ eine kräftige Portion Heimatverbundenheit mitbrachten.

Beinahe-Headliner brachte Achtziger-Sound

Üblicherweise kommt der „Rock am Kirchberg“ ohne sogenannte Headliner, also zugkräftige größere Musikgruppen aus – doch mit dem Auftritt von „Alpha Tiger“ kam die Veranstaltung in diesem Jahr zumindest nahe heran, denn das Power-Metal-Quintett aus Sachsen dürfte nicht nur wegen seines bevorstehenden Auftritts beim „Wacken“-Festival über einen größeren Bekanntheitsgrad verfügen. Mit ihren auffälligen Outfits aus tigergestreiften Mustern, nietenbewehrten Accessoires und der standesgemäß lang wehenden Haarmähne machte die Tiger-Combo deutlich, dass hier eine Zeitreise zur rasend schnellen Metalmusik der Achtzigerjahre auf dem Programm stand.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich auch das zahlenmäßig größte Publikum um den Kirchberg versammelt, – hier war zum Endspurt der Veranstaltung kaum noch ein Durchkommen. Davon profitierte auch die letzte Gruppe des zweitägigen Rockfestivals – die Coverband „Tilt“ gab ein erneutes Gastspiel in der Warderstadt und wusste mit souverän vorgetragenen Songs von Nirvana bis zu den Ärzten das Publikum zum mitfeiern und mitsingen zu animieren, sodass trotz der nahe gelegenen weiteren Hafenfestbühnen auch noch in einiger Entfernung zu hören gewesen sein dürfte, dass beim diesjährigen Kirchberg-Rock erneut nicht nur eine Menge Druck, sondern auch reichlich rockige Feierlaune in der Luft lag. · wob

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