Heiligenhafen: Fusionspläne mit Neukirchen und Großenbrode

Pastorat „Paradies“ steht zum Verkauf

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Pastor Carsten Sauerberg (l.) und Kirchengemeinderat Norbert Suhr vor dem Pastorat in der Kirchhofstraße. Gebäude und Grundstück sollen verkauft werden.

HEILIGENHAFEN -ft- Der Kirchenvorstand will das Pastorat „Paradies“ in der Kirchhofstraße verkaufen, um mit der Kaufsumme in der Hafenstraße eine neues Gemeindebüro zu bauen. Auch die Räumlichkeiten im angrenzenden Pfarrhaus sollen dabei neu überplant werden. Im Grunde genommen sei es positiv, die Kirchenverwaltung mit Dienstwohnung für die Pfarrstelle in der Hafenstraße zu einer Einheit zusammenzulegen, sagte Pastor Carsten Sauerberg, der mit Kirchengemeinderat Norbert Suhr gegenüber der HP die Pläne erläuterte.

Im Pastorat in der Kirchhofstraße unterhält die Kirche nur noch eine Dienstwohnung für Pastor Carsten Sauerberg. Die anderen Räumlichkeiten stehen leer. Die Diakonie-Station, die hier auch mal residierte, hat im Avila-Wohnpark ein neues Zuhause gefunden. Der Standort hat Vorteile, sagte Carsten Sauerberg, denn die Wege zu den Patienten seien kürzer und könnten teilweise auch zu Fuß bewältigt werden. Pastor Sauerberg selbst will im nächsten Jahr, mit Blick auf seine Pensionie- rung in vier Jahren, ein Haus im Neubaugebiet „Am Antennenturm“ errichten und dort einziehen. Dann steht das Pastorat in der Kirchhofstraße ganz leer. Dazu komme, dass Pastorin Elisabeth Caesar im August 2017 in den Ruhestand gehe und Heiligenhafen verlassen werde, sagte Carsten Sauerberg. 

Unter diesen Gegebenheiten gelte es, die Arbeit in der Kirchengemeinde neu zu organisieren, ergänztete Norbert Suhr. Hier habe der Kirchenvorstand in Absprache mit Propst Dirk Süssenbach klare Ziele vor Augen. Um die Gemeindelasten der Kirchengemeinde zu reduzieren, sei der Verkauf des Pastorats in der Kirchhofstraße unumgänglich. Wie Pastor Sauerberg betonte, habe man einen Verkaufswert ermitteln lassen. Danach soll das Pastorat, zu dem 3800 Quadratmeter Grund und Boden gehören, für 550000 Euro verkauft werden. Nach den Worten von Carsten Sauerberg habe man Haus und Gelände schon der Stadt angeboten, die vielleicht hier ein sozialverträgliches Projekt starten könnte. Auch der Betreiber einer Diakonie-Einrichtung habe schon Interesse bekundet. Der Kirchenvorstand würde sich freuen, wenn das Haus für soziale Zwecke oder den sozialen Wohnungsbau weitergenutzt werden könnte. Eine Verkaufsentscheidung will der alte Kirchenvorstand noch bis zum 1. Advent herbeiführen. 

Wie Norbert Suhr betonte, sei man mit den Plänen, nachdem sie schon im „Giebel“ standen, auch in die Presse gegangen, um die Mitglieder der Kirchengemeinde umfassend im Vorfeld zu informieren. Zu den neuen Bauplänen sagten Sauerberg und Suhr, dass es geplant sei, das Kirchenbüro in der Hafenstraße abzureißen und durch einen Neubau, der an das bestehende Pastorat angebaut werden soll, zu ersetzen. Das alte Kirchenbüro benötige dringend ein neues Dach, das mit 30000 Euro zu Buche schlage und dazu noch total saniert werden müsse. Ein Neubau sei deshalb zeitgemäßer. Die Dienstwohnung im Thulboden werde verkleinert, um noch Platz für ein Büro zu schaffen. Mit den Baumaßnahmen zentriere sich die kirchliche Arbeit in der Nähe der Stadtkirche, was durchaus positiv zu bewerten sei. 

Zu der Fusion der Pfarrstellen von Heiligenhafen, Großenbrode und Neukirchen sagte Pastor Sauerberg, dass die Pfarrstelle von Pastorin Elisabeth Caesar nach ihrer Pensionierung wieder besetzt werden soll. Das sei mit Propst Dirk Süssenbach abgesprochen. Nach seiner eigenen Pensionierung im Jahr 2021 soll seine Pfarrstelle allerdings wegfallen, so Sauerberg. Bis dahin soll eine Fusion mit den Gemeinden Heiligenhafen, Neukirchen und Großenbrode abgeschlossen sein. Die 7500 Seelen in den drei Kirchengemeinden werden dann von einem Pastor in Heiligenhafen – der Ersatz für Elisabeth Caesar – und Pastor Michael Thermann (Neukirchen) sowie Pastorin Ulrike Kinder (Großenbrode) betreut. Der angestrebte Zusammenschluss mache aber auch deutlich, dass die Kollegen aus Neukirchen und Großenbrode zukünftig auch Aufgaben in Heiligenhafen übernehmen werden, sagte Sauerberg. Er betonte, dass die Fusion der drei Pfarrbezirke auch von Propst Dirk Süssenbach begrüßt würde. Der Kirchengemeinderat in Heiligenhafen habe dieser Entwicklung einstimmig mit acht Jastimmen zugestimmt, teilte Norbert Suhr mit. Unterstützt wird die kirchliche Arbeit in Heiligenhafen von Küster Markus Bauer, der seit Himmelfahrt 2016 eine Ausbildung zum Prädikanten absolviert. Die Ausbildung dauert drei Jahre und befähigt Markus Bauer, im Anschluss eigenständig Gottesdienste mit Predigt und Abendmahl durchzuführen. 

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