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Kita-Neubau im Höhenweg: Kosten soll ein Träger übernehmen

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Von: Hans-Jörg Meckes

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Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos)
Bürgermeister Kuno Brandt wies darauf hin, dass Heiligenhafen bei künftigen Bauvorhaben auf das Geld achten müsse. © Hans-Jörg Meckes

In Heiligenhafen wird im Höhenweg ein Kita-Neubau für zwölf Gruppen geplant. Den Bau kann die Stadt wegen ihrer Schulden von 26 Millionen Euro jedoch nicht selbst finanzieren. Stattdessen soll die Kosten ein Träger übernehmen.

Heiligenhafen – Angesichts der immer weiter ansteigenden Nachfrage bei der Kinderbetreuung möchte die Stadt Heiligenhafen möglichst schnell neue Angebote schaffen. Auf dem fünf Hektar großen Grundstück am Höhenweg, das die Stadt erworben hat, ist neben einem neuen Feuerwehrhaus, neuen Räumlichkeiten für den Bauhof und einer Sporthalle auch ein Kindergarten-Neubau geplant. Derzeit ist vorgesehen, dass der Martin-Luther-Kindergarten in der Trägerschaft des Kindertagesstättenwerks mit seinen vorhandenen acht Gruppen vom Kurzen Kamp in einen künftigen Neubau am Höhenweg zieht. In diesem Gebäude sollen insgesamt zwölf Gruppen mit jeweils 20 Kindern untergebracht werden. Im Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten diskutierten die Mitglieder nun darüber, wie sie die neue Unterbringung sehen.

Maria Waschner von der SPD-Fraktion
Maria Waschner von der SPD-Fraktion hätte gern noch mehr Bedenkzeit für die Abstimmung im Ausschuss für Gesellschaftliche Angelegenheiten gehabt. © Hans-Jörg Meckes

Maria Waschner von der SPD-Fraktion äußerte Zweifel daran, ob die neue Fläche am Höhenweg überhaupt für zwölf Gruppen ausreichen werde. Sie schlug vor, eventuell noch andere Standorte in Betracht zu ziehen. Auch was die Trägervielfalt angehe, gebe es noch Klärungsbedarf. „Ich denke nicht, dass wir bis Jahresende etwas gebaut haben, wir würden uns als Fraktion heute enthalten“, so Waschner. Sie fragte, ob die Möglichkeit bestünde, an der Grenze zum Stadtpark noch zweigeschossig zu bauen. Bauamtsleiter Roland Pfündl erklärte: „Das Projekt dort zum jetzigen Zeitpunkt zu ändern, würde uns in zeitliche Bedrängnis bringen. Es würde auch nicht genehmigt werden, weil es eine Begrenzung der Höhenlage gibt.“ Auch SPD-Fraktionskollegin Monika Rübenkamp äußerte Bedenken: „Beim pädagogischen Konzept von zwölf Gruppen wurde immer gesagt, das gehe nicht.“ Sie schlug vor, sich dazu eine Expertise einzuholen und die zwölf Gruppen eventuell auf die Stadt zu verteilen.

Heiligenhafen hat begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten

Wir können lange überlegen, aber wir stehen mit dem Rücken zur Wand, was Kinderbetreuung angeht. Wir haben nicht ausreichend Plätze.

Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos)

Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) versuchte, Entwarnung zu geben und machte auf das Zeitproblem in der Warderstadt aufmerksam: „Ich glaube nicht, dass die Fläche zu klein ist. Wir können lange überlegen, aber wir stehen mit dem Rücken zur Wand, was Kinderbetreuung angeht. Wir haben nicht ausreichend Plätze.“ Zudem sprach Brandt Heiligenhafens begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten an: „Ich verweise auch auf den Haushaltsplan, Heiligenhafen ist mit 26 Millionen Euro verschuldet.“ Er fragte sich, ob es angesichts dessen wirklich nötig sei, die geplanten Investitionen noch einmal zu überprüfen. Das Ziel müsse sein, so der Bürgermeister weiter, dass der Bau nicht durch die Stadt, sondern durch einen Träger finanziert werde. „Wir können mit dem Kindergartenträger verhandeln. Ich plädiere dafür, den Kindergarten nicht selbst zu bauen, wir brauchen das Geld für die Feuerwehr. Beide Bauvorhaben müssen so zügig wie möglich auf die Schiene gebracht werden.“ In Bezug auf Rübenkamp sagte Brandt, dass es sich im Höhenweg zwar um eine große Einrichtung handeln werde. Allerdings handele es sich dabei nicht nur um einen großen Raum, in dem alle Kinder untergebracht sind.

Martin-Luther-Kindergarten im Kurzen Kamp in Heiligenhafen
Der Martin-Luther-Kindergarten im Kurzen Kamp wird derzeit vom Kindertagesstättenwerk des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Ostholstein getragen. © Hans-Jörg Meckes

Keine gänzlich neuen Konzepte

Gerd Panitzki von der CDU-Fraktion sprach sich gegen einen Neuanfang bei der Planung aus: „Ich denke, es ist ein wenig spät für gänzlich neue Konzepte. Wie lange wollen wir noch warten?“ CDU-Fraktionskollegin Petra Kowoll sagte, sie habe zwar Bedenken bei der Neuplanung, aber gehe in die Richtung, den neuen Standort am Höhenweg vernünftig zu planen. „Aber wir werden uns heute auch enthalten.“

Petra Kowoll von der CDU-Fraktion
Petra Kowoll von der CDU-Fraktion sagte, sie und ihre Partei wollen sich bei der Abstimmung im Ausschuss enthalten. © Hans-Jörg Meckes

Der Ausschuss stimmte als Empfehlung an die Stadtvertretung mit fünf Stimmen und acht Enthaltungen grundsätzlich dafür, dass das Kindertagesstättenwerk des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Ostholstein die Trägerschaft für einen geplanten Neubau der Kindertagesstätte am Höhenweg für die erforderliche Anzahl von zwölf Gruppen übernehmen kann. Der Ausschuss weist darauf hin, dass der Neubau durch den Träger erfolgt. Sobald ein Ergebnis vorliegt, werde darüber entschieden. Mit dem Deutschen Kinderschutzbund sollen parallel Vorgespräche über die Übernahme der Trägerschaft für das Krippengebäude am Kurzen Kamp geführt werden.

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