Kreisvorsitzender der Liberalen erhält Bericht / Schröder: „Künstlich aufgeblähte“ Tagesordnung / Kruse: Effekthascherei

Klaus Jäcker: „Das war‘s dann mit FDP-Fraktion“

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Der Bruch: FDP-Fraktionssprecher Klaus Jäcker (l.) nimmt konsterniert das Abstimmungsverhalten seiner Fraktionskollegen Dr. Karl-Uwe Baecker und Albert Ohge (r.) zur Kenntnis.

GROSSENBRODE (hö) · Die kommunalpolitische Arbeit in der Gemeindevertretung Großenbrode wird nicht einfacher, denn in der dreiköpfigen FDP-Fraktion ist ein Bruch entstanden, nachdem mit Albert Ohge und Dr. Karl-Uwe Baecker zwei Liberale mit der CDU-Fraktion für eine Abwahl des Bürgermeisters Klaus Reise (BfG) stimmten. Vor zwei Jahren war Reise mithilfe ihrer Stimmen noch ins Amt gehievt worden.

FDP-Fraktionssprecher Klaus Jäcker, der sich mit der Aussage, dass die Außendarstellung des Bürgermeisters „hervorragend“ sei, hinter Klaus Reise stellte, sagte gegenüber der HP: „Das war‘s dann mit der FDP-Fraktion.“ Die ganze Aktion sei „von langer Hand vorbereitet worden“, so Jäcker, der sagte, dass einer der Hauptgründe, die zur Gründung der FDP geführt hätten, die Schaffung professioneller Strukturen für den Kurbetrieb gewesen sei. Sich dabei eines Seniorberaters von außen (Martin Riedel) zu bedienen, sei der Wille aller gewesen, um einen neuen Geist in den Ort zu bringen. Es sei alles nur ein „Affront gegen den Bürgermeister“, wetterte der FDP-Fraktionssprecher.

„Der Seniorberater reicht nicht“, äußerten sich hingegen Albert Ohge und Dr. Karl-Uwe Baecker hinsichtlich einer zügigen Fortentwicklung des Kurbetriebes. Klaus Jaecker sieht sich nun gezwungen, seinem Kreisvorsitzenden Bericht zu erstatten.

Und viel zu erzählen haben werden wohl auch die zahlreichen Experten, die zu den unterschiedlichsten Themen, die auf der Ursprungs-tagesordnung der Sitzung standen, Stellung beziehen sollten, unverrichteter Dinge wieder abreisen durften. Dipl.-Ing. Heinz Büchner vom Büro „b & o Ingenieure“ nahm‘s mit Humor und erstaunlicher Gelassenheit hin. Gegenüber der HP sagte er: „Man muss das positiv sehen, man kommt früher nach Hause.“ Und schon machte er sich auf in Richtung Hamburg.

Die CDU-Fraktion hatte mit Unterstützung der FDP-Vertreter Ohge und Dr. Baecker eine nach der Geschäftsordnung mögliche Änderung der Tagesordnung erwirkt, um ihre Anträge, die von Bürgermeister Klaus Reise ans Ende der Sitzung gelegt worden waren, zu Beginn der Sitzung abarbeiten zu können. Hans-Heinrich Schröder (CDU) begründete dies damit, dass die CDU eigentlich nur eine außerordentliche Sitzung der Gemeindevertretung beantragt hatte und die normalen Themen auf der regulären Sitzung am 30. Juni behandelt werden sollten. Diesbezüglich warf Schröder dem Bürgermeister vor, die Tagesordnung „künstlich aufgebläht“ zu haben.

Klaus Jäcker äußerte lautstark Kritik am Vorgehen der CDU, ihre Anträge zwar angekündigt, im Vorwege aber keine Begründungen herausgegeben zu haben und diese erst am Abend der Sitzung vorzulegen. „Ich weiß nicht, ob das die neue Art und Weise ist, wie Kommunalpolitik gemacht wird, das ist unglaublich“, kritisierte Jäcker. Für Wulf Kruse (BfG) war alles nur „Effekthascherei“ der CDU.

Einige Knalleffekte zweifelhafter Güte hatte es zuvor schon in der Einwohnerfragestunde gegeben, wo Gemeindevertreter Dr. Wolfgang Weber (CDU) die verbale Keule herausholte und Klaus Reise persönlich scharf angriff und diesem unter anderem „ungehobeltes“ Verhalten vorwarf. Reise wiederum sah sich daraufhin veranlasst, zwei Ordnungsrufe in Richtung Dr. Weber zu erteilen. Aus dem Zuhörerraum giftete schließlich auch noch Elsbeth Lalla, dass man in Großenbrode „kein zweites Göhl“ wolle (der ehemalige Bürgermeister Höper lag im Dauerstreit mit dem Amt Oldenburg-Land, Anm. d. Redaktion). „Treten Sie zurück“, forderte Lalla. Das Ende ist bekannt – Klaus Reise ist immer noch Bürgermeister der Gemeinde Großenbrode.

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