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30 Apartments für Singles und Azubis auf dem Tränkeplatz: Ausschuss hebt den Daumen 

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Von: Patrick Rahlf

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In der aktuellen Planung wird von 30 Apartments auf dem Grundstück des Tränkeplatzes ausgegangen. Der Großteil wird weniger als 40 Quadratmeter haben, damit die Neubauwohnungen für Singles erschwinglich bleiben.
In der aktuellen Planung wird von 30 Apartments auf dem Grundstück des Tränkeplatzes ausgegangen. Der Großteil wird weniger als 40 Quadratmeter haben, damit die Neubauwohnungen für Singles erschwinglich bleiben. © ARCHITEKTEN RODEN UND KUHFELDT

Wohnraum für Arbeitnehmer, die für einen neuen Job nach Heiligenhafen ziehen möchten, fehlt an allen Ecken und Enden. Besonders Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen für Alleinstehende sind sehr gefragt, doch das Angebot gibt nicht viel her. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft will hier Abhilfe schaffen und plant den Bau von 30 Apartments auf dem Tränkeplatz in der Wendstraße. Der Stadtentwicklungsausschuss hat nun mit deutlicher Mehrheit empfohlen, die Planungen weiter voranzutreiben. Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) sieht das Vorgenen dagegen kritisch.

Heiligenhafen – „Neben Arbeitskräften aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerie und Tourismus wären die Wohnungen sicherlich auch für ältere Heiligenhafener interessant, die sich verkleinern möchten“, sagte Rolf Kuhfeldt, Mitinhaber des Büros Architekten Roden & Kuhfeldt aus Lübeck. 22 der 30 Wohnungen würden Ein-Zimmer-Apartements sein, denn für diese sei die Nachfrage bei jungen Menschen, die sich beispielsweise in der Ausbildung befinden, besonders groß. „Nicht zuletzt wegen der drastisch gestiegenen Nebenkosten geht die Tendenz wieder zu weniger Quadratmetern Wohnraum“, so Kuhfeldt. 

30 Stellplätze für die Wohnanlage könnten unterdessen auf dem benachbarten Parkplatz, auf dem Grundstück des alten Bauhofes (Wendstraße 12a), nachgewiesen werden, erklärte Rolf Kuhfeldt. Zuschauer durften am Donnerstagabend direkt im Anschluss an die Vorstellung Fragen stellen und Anregungen vorbringen. Olaf Eggers: „Einheimische Handwerksbetriebe finden keine Mitarbeiter mehr, und Restaurants müssen sogar in der Hauptsaison Ruhetage einführen. Einer der Hauptgründe, wenn man nachfragt, ist fehlender Wohnraum. Ich begrüße das vorgestellte Projekt und kann nur abschließend fragen: Worauf warten wir?“ Laut Fortschreibung der Wohnraumbedarfsanalyse brauche Heiligenhafen bis 2030 zwischen 300 und 550 neue Wohnungen, um den Bedarf zu decken.

Zahlreiche Parkplätze würden wegfallen

Anwohner Carsten Höper gab zu bedenken, dass viele Einheimische und Touristen die kostenfreien Parkplätze in der Wendstraße aktuell nutzen würden. „Wenn alle dem Projekt weichen sollen, dann wird es zu Engpässen kommen. Sind Ausgleichsplätze vorgesehen?“, fragte er in Richtung des Ausschusses. Die Parkplatzfrage ist für einige Ausschussmitglieder in der Tat ein Ausschlusskriterium. „Das Projekt passt in die Zeit, aber man sollte es umsiedeln. Auf dem Tränkeplatz sehe ich es nicht. Es geht immerhin um 62 wichtige Parkplätze“, merkte Florian Kinnert (BfH) an. Das sah sein BfH-Kollege Udo Ertmer anders: „Wir sind uns in der Fraktion uneinig. Für mich steht Wohnraum über Parkraum.“

Die bislang kostenfreien Parkplätze könnten demnächst einem Projekt der städtischen Wohnungsbaugesellschaft weichen.
Die bislang kostenfreien Parkplätze könnten demnächst einem Projekt der städtischen Wohnungsbaugesellschaft weichen. © Rahlf

Rückendeckung erfährt das Vorhaben hingegen von CDU, SPD und Niko Rickert (Liberale BisS-Fraktion). „Bei der Zukunftskonferenz war der fehlende Wohnraum das bestimmende Thema, deshalb müssen wir handeln“, sagte Gerd Panitzki (CDU). So sah es auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Monika Rübenkamp: „Das Problem ist lange bekannt, wir sollten die Planungen nun weiter anschieben.“ Neben dem bereits beschlossenen Bau von größeren Wohnungen für Familien in der Ina-Seidel-Straße sei das mögliche zweite Projekt der Heiligenhafen Wohnen GmbH in der Wendstraße die perfekte Ergänzung. 

Kuno Brandt: „Nicht die Nerven verlieren“

Bürgermeister Kuno Brandt sprach sich dafür aus, keine überstürzten Planungen auf den Weg zu bringen. „Wir stehen unmittelbar vor dem Beginn der Umgestaltung des Gesamtbereiches Thulboden-Wendstraße im Rahmen der Städtebauförderung. Dort werden ebenfalls noch Parkplätze wegfallen, deshalb sollten wir jetzt nicht die Nerven verlieren.“ Monika Rübenkamp entgegnete, dass der Tränkeplatz nicht direkt zum Sanierungsgebiet Altstadt gehöre. „Von der Planung bis zur fertigen Realisierung vergehen Jahre. Wir haben schon zu viel Zeit verloren.“ 

Mit acht Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen (Michael Vollmer und Manfred Ebken) und zwei Nein-Stimmen (Florian Kinnert und Joachim Schmidt-Uwis) wurde am Donnerstagabend die Fortführung der Planungen der Stadtvertretung empfohlen.    

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