Expertenrunde diskutiert Entwicklung eines Buhnenkonzeptes für den Heiligenhafener Steinwarder

Können Holzbuhnen Strand retten ?

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Der Strand in Höhe der „Ostsee-Residenz“ verliert in jedem Jahr an Breite. Platz zum Aufstellen von Strandkörben ist kaum noch vorhanden.

HEILIGENHAFEN · Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre haben am Heiligenhafener Steinwarderstrand immer wieder umfangreiche Schäden und den Abtrag von Sand verursacht. Bei den enormen Kosten, die die Wiederherstellung des Strandes jährlich verursachen, stellt sich die Frage, ob durchlässige Holzbuhnen eine Lösung sind.

Bürgermeister Heiko Müller hat deshalb am Mittwoch (11. Mai) um 18 Uhr zu einem Expertengespräch, an dem auch interessierte Bürger teilnehmen können, in den Pavillon am Binnensee eingeladen. Erwartet werden namhafte Küstenschutz-Experten, darunter Dipl.-Ing. Frank Göricke und Dr. Birger R. Gurwell vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg sowie Dipl.-Ing. Gunter Goebel vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel. Gast ist ferner Dr. Klaus Schwarzer vom Geologisch-Paläontologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Bürgermeister Heiko Müller hat noch weitere Küstenschutzexperten angeschrieben und hofft deshalb noch auf weitere Zusagen.

Auftrag der Stadtvertretung

In Mecklenburg-Vorpommern, hier vor der Küste des Ostseebades Kühlungsborn, stoppen durchlässige Holzbuhnen seit Jahren den Sandtransport und sichern den Badestrand.

Aus der Diskussionsrunde erwartet sich Heiligenhafen wertvolle Hinweise bezüglich der Wirkungsweise und Effektivität von der Einrichtung eines Testbuhnenfeldes aus durchlässigen Holzbuhnen. Dem Bürgermeister wurde deshalb mit Beschluss der Stadtvertretung vom 9. Dezember 2010 der Auftrag erteilt, das Thema Buhnenbau in den besonderen Fokus des Küstenschutzes zu stellen und auf fachlich wissenschaftlicher Ebene öffentlich zu diskutieren.

Zu klären bleibt nicht nur, ob das bestehende Steinbuhnensystem in seiner Art und Bauweise schadlos bestehen bleiben kann. Vielmehr gelte es auszuloten, ob zur besseren Vorzögerung der Sandtransportgeschwindigkeit eine Modifizierung der Buhnen ausreicht oder gar ein ganz anderes System eine nachhaltigere Wirkung erwarten lässt. Davon werde es letztlich abhängen, ob und was den zuständigen Behörden zur Genehmigung und Beschlussfassung vorgelegt werden kann, sagte Bürgermeister Heiko Müller.

Bei der Meinungsbildung in Heiligenhafen und der Suche nach optimalen Lösungen könnte das Fachwissen der Küstenschutzexperten von besonderer Bedeutung sein. · ft

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