Großenbrode will eigenständig Wohnraum schaffen / Bauantrag für Dorfmitte gestellt

Kommt eine Genossenschaft?

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Das Feuerwehrhaus in der Strandstraße braucht ein Nachnutzungskonzept.

Großenbrode – Von Patrick Rahlf– „Wir befinden uns auf der Zielgeraden: Ende Oktober soll das Großenbroder Dorfentwicklungskonzept fertig sein, im Dezember wird die Gemeindevertretung darüber beschließen“, sagte Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (CDU) in seinen einleitenden Worten beim Bürgerforum im „MeerHuus“.

Die Veranstaltung am Mittwochabend diente dazu, die bisherigen Erkenntnisse aus Themengesprächen und Dörferkonferenzen zusammenzufassen und den Bürgern ein letztes Mal die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen.

Zu den brisantesten Themen des Dorfentwicklungskonzeptes gehört zweifelsohne die bauliche Entwicklung. Mehr bezahlbarer Mietwohnraum für Beschäftigte ist der große Wunsch der Bürger – und hier konnte Jens Reise am Mittwochabend schon eine echte Neuigkeit verkünden. „Die Gründung einer Wohnbaugenossenschaft unter Federführung der Gemeinde steht auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung am 24. September.“ Sofort prasselten zahlreiche Nachfragen auf Reise ein, der aber um Geduld bat. „Erst einmal muss eine Gründung vollzogen werden, dann sehen wir weiter.“ Neue Wohngebiete am Kurpark sowie in der Anklamer Allee sollen zeitnah und bedarfsgerecht entwickelt werden.

Ebenfalls beschäftigt die Bürger Großenbrodes die Erhaltung gewachsener Strukturen in der Ortsmitte. „Wir sind dabei, das alte Dorf mit B-Plänen abzusichern“, merkte der Bürgermeister an. Gemeindevertreter Klaus Jäcker (FDP) fand deutliche Worte: „Wir befinden uns in einer ganz wichtigen Phase, um Investoren, die unser Dorf aufmischen wollen, Paroli zu bieten und wenn nötig auch den Ausgang zu zeigen.“

Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Dorfentwicklungskonzeptes ist eine belebte Dorfmitte. Der Wiederaufbau der alten Schmiede sowie die Instandsetzung des Spritzenhauses mit einer Teichterrasse und Veranstaltungsraum sind die zentralen Bestandteile der Planungen. „Der Bauantrag für das Vorhaben ist gestellt“, konnte der Bürgermeister als Neuigkeit verkünden. Rund 850000 Euro wird die Maßnahme kosten.

Noch Zukunftsmusik sind dagegen diverse Nachnutzungskonzepte für Immobilien, wie Planerin Deike Timmermann vom Büro für Landschaftsentwicklung sagte. Schon lange ist klar, dass Feuerwehr und Bauhof einen neuen gemeinsamen Standort gegenüber des Edeka Jens Marktes erhalten sollen. Auch hier konnte Reise Neuigkeiten verkünden. „Das Bodengutachten ist positiv ausgefallen, eine Bebauung nach unseren Vorstellungen Am Fliederhof ist unbedenklich. Die weiteren Planungen nehmen nun ihren Lauf.“ Während am jetzigen Bauhof-Standort Wohnraum entstehen soll, ist für die Feuerwehrwache ein kommunales Dienstleistungszentrum im Gespräch.

Landschaftsplaner Bernd Wolfgang Hawel sprach abschließend die Empfehlung aus, dass sich Großenbrode um ein integriertes Verkehrskonzept bemühen sollte – auch im Zuge der Baumaßnahmen für die Hinterlandanbindung der Fehmarnbeltquerung.

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