Kommt die Vignette? / Gedanken beim Bund in diese Richtung / SVH-Yachthafen mit vier Sternen klassifiziert

Maut auch für Seewasserstraßen?

HEILIGENHAFEN -ft- Mit einer Hiobsbotschaft überraschte Hannelore Schäfer am Sonnabend auf der Frühjahrsversammlung der Segler-Vereinigung-Heiligenhafen (SVH). Wie auf einem Workshop der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel bekannt wurde, möchte der Bund für das Befahren der Seewasserstraßen eine Vignette einführen. Deren Kontrolle soll auf die Vereine verlagert werden. „Wir als Vereine müssen dann das Geld einsammeln“, sagte Hannelore Schäfer, Ehrenrätin beim Seglerverband Schleswig-Holstein.

Wie der Vertreter der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Kiel auf dem Workshop weiter ausführte, gebe es ein Ranking der Wasserstraßen. Dieses sei abhängig von der Wirtschaftlichkeit und der Tonnage sowie auch von Personaleinsparungen. Danach könne es zu einer Vernachlässigung der Seewasserstraßen kommen und eine Tonnenverdünnung geben. Die Betonnung der Zukunft: Kunststofftonnen. Kosten pro Tonne rund 30 000 Euro, berichtete Hannelore Schäfer. Vorteil dieser Tonnen: Sie sollen 15 bis 20 Jahre ohne Betreuung halten, danach sollen die Tonnen dann entsorgt werden. Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion hat den Vereinen dringend geraten, auf wichtige Tonnen wie „Heiligenhafen Ost“ zu bestehen und dieses einzufordern, sagte Hannelore Schäfer.

Vier Sterne für SVH-Yachthafen Der Sportboothafen der Segler-Vereinigung-Heiligenhafen (SVH) ist auch in diesem Jahr mit vier Sternen klassifiziert worden. Die Vier-Sterne-Klassifizierung gilt für die nächsten drei Jahre, das teilte Umweltwart Joachim Stolpe auf der Frühjahrsversammlung am Sonnabend im Restaurant „Pier 5“ mit. Damit ist der SVH-Hafen der einzige Vereinshafen, der diesen Vier-Sterne-Standard in dieser Region vorweisen kann. Nur die kommunale Marina von Heiligenhafen und die Ancora Marina in Neustadt könnten fünf Sterne vorweisen. Selbst Grömitz komme über vier Sterne nicht hinaus, sagte ein stolzer SVH-Umweltwart und erntete damit viel Beifall. Auch die BalticSailingCard werde in den deutschen Mitgliedshäfen wieder angeboten. Darauf gibt es in diesen Häfen zehn Prozent Ermäßigung auf die erste Übernachtung, sagte Joachim Stolpe.

Hafenwart Holger Much berichtete unter „Hafenangelegenheiten“ über die Investitionen, die im SVH-Hafen in den vergangenen Jahren vorgenommen wurden. Es begann 2008 mit dem Bau der neuen Nordbrücke. 2009 wurden die vom Schiffsbohrwurm befallenen Heckpfähle erneuert. Im Jahr darauf war die Südbrücke dran. 2011 wurden neue Jugendboote angeschafft und die Heizung im Klubhaus erneuert. 2013 wurde die Ostbrücke erneuert und mit neuem Kunststoffbelag, der mindestens 25 Jahre halten soll, versehen. Auch ein Schwimmsteg für die Jugendboote erleichtert das Festmachen und Anlegen bei den Übungsstunden. Für dieses Jahr kündigte Holger Much weitere neue Anpflanzungen am Südzaun des Vereinsgrundstückes an. Weil das Klubhaus aus allen Nähten platzt und für große Versammlungen zu klein geworden ist, sollte der Vorstand über einen Klubhausanbau nachdenken, war die Meinung der Mitglieder auf der Frühjahrsversammlung der SVH.

Zum Ansegeln am 3. Mai werden die Stander und Flaggen an einem neu lackierten Flaggenmast wehen. Durch Axel Schlee, Carsten Wriedt und Jürgen Böhm ist hier wieder ein neuwertiger Flaggenmast entstanden, dafür dankte der Hafenwart den fleißigen Mitgliedern. Zum Saisonstart wird die Westpier auch wieder mit Pollern versehen sein. Holger Much machte noch einmal darauf aufmerksam, dass jeder Liegeplatzinhaber den Steg vor seinem Schiff sauber halten soll. Zum anderen könne es auch nicht angehen, dass Schiffe von Vereinsmitgliedern im Hafen liegen, die als Heimathafen noch Lübeck oder andere Häfen am Heck stehen haben. Holger Much: „Wir sind die SVH und es kann nicht sein, dass fremde Häfen auf den Schiffen stehen. Wer meint, er liegt woanders, sollte auch dann wieder nach Lübeck, Kiel oder Rostock gehen. Das ist unser Verein und wir sind stolz darauf, wir sind die SVH und das wollen wir auch herausstellen.“

Um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, sei es, wie 2. Vorsitzender Torsten Much betonte, wichtig, die Satzung zu ändern. Die alte habe gut funktioniert, daran wolle man im Grundsatz nichts ändern. Die alte Satzung spreche aber davon, dass nur A-Mitglied werden könne, wer im alten Kreis Oldenburg wohne. Den alten Kreis Oldenburg gäbe es nicht mehr, sodass eine Erweiterung auf den Kreis Ostholstein toleriert werden sollte. Durch Vorstandsbeschluss könne auch ein langjähriges Mitglied, das nicht im Kreisgebiet wohne, A-Mitglied werden. Durch diese Satzungsänderung soll auch demjenigen, der sich lange für die SVH engagiert hat, die Möglichkeit eingeräumt werden, ein Liegerecht im Vereinshafen zu erwerben, so Torsten Much. Auch die Wahl in ein Vorstandsamt wäre so möglich. Der Vorstand war der Auffassung, mit dieser Satzungsänderung den Verein zu öffnen und dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Die Satzungsänderung wurde einstimmig beschlossen. Viele Neuaufnahmen zeigten, dass die Segler-Vereinigung-Heiligenhafen bei den Seglern beliebt ist

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