Kreisvorstand befasst sich mit Großenbrode und diskutiert auch mögliche Parteiausschlüsse

Parteischädigendes Verhalten? CDU prüft

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Ingo Gädechens (l.) muss sich als CDU-Kreisvorsitzender derzeit mit dem CDU-Ortsverband Großenbrode befassen. Der Ortsvorstand um den kommissarischen Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Peer Knöfler (M.) hat die Frage gestellt, ob parteischädigendes Verhalten von Jens Reise und seinen Mitstreitern vorliegt.

Großenbr./Ostholst. – Heute um 18 Uhr kommen die ostholsteinischen CDU-Mitglieder in der Lensahner Großsporthalle (Jahnstraße 12) um 18 Uhr zur Wahlkreismitgliederversammlung zusammen. Hier soll ein Bewerber für die nächste Bundestagswahl für den Wahlkreis 09 Ostholstein–Stormarn-Nord gewählt werden. Bekanntlich hat der ostholsteinische Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens erneut seinen Hut in den Ring geworfen (wir berichteten). Im Anschluss findet um 19 Uhr der Kreisparteitag statt.

Derweil befasst sich der Vorstand des CDU-Kreisverbandes intern mit einem ganz anderen Thema. Die Austritte von Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise sowie den Gemeindevertretern Hans-Heinrich Schröder und Christel Georgi aus dem CDU-Ortsverband und die anschließende Gründung der CDG-Fraktion (Christliche Demokraten Großenbrode) haben hohe Wellen geschlagen. Während sich Reise und seine Mitstreiter seit einigen Monaten mit dem Großenbroder CDU-Ortsverband einen öffentlichen Schlagabtausch liefern, sind alle Beteiligten weiterhin Mitglied im CDU-Kreisverband Ostholstein.

Seitens des Großenbroder CDU-Ortsverbandes ist jetzt an den Kreisvorstand die Frage gerichtet worden, ob bei den drei ausgetretenen Personen ein parteischädigendes Verhalten vorliege. „Das haben wir im Kreisvorstand zu bewerten, zuletzt habe ich in einem Umlaufverfahren eine Abfrage gestartet. Wir befinden uns also in einer parteiinternen Klärung, zu der ich öffentlich noch keine Stellung beziehen kann“, sagte der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens auf Nachfrage. Der Kreisvorstand wird abschließend entscheiden müssen, ob gegen Jens Reise, Christel Georgi und Hans-Heinrich Schröder ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet wird. Das fordert nämlich der CDU-Ortsverband Großenbrode. „Unser Vorstand hat sich dafür ausgesprochen. So, wie es die letzten Monate gelaufen ist, ist es rufschädigend für die CDU. Wo soll es hinführen, wenn es in der Gemeindevertretung die originalen und die neuen Christdemokraten gibt? Das führt doch auch bei den Bürgern zu Irritationen“, sagte der kommissarische Ortsverbandsvorsitzende Peer Knöfler.

Jens Reise fand gestern ebenfalls klare Worte: „Mit drei langjährigen CDU-Mitgliedern, die maßgeblich zum Wahlerfolg 2018 in Großenbrode beigetragen haben, so umzugehen und ihren Ausschluss zu fordern, ist beschämend.“ Zudem hätten er und seine Mitstreiter sich nichts vorzuwerfen: „Wir haben in keinster Weise parteischädigendes Verhalten an den Tag gelegt. Wir werden weiterhin die politischen Ziele der CDU verfolgen, nur eben in der neuen Fraktion.“

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