Heiligenhafen feiert 8. Kult(o)urnacht

Kultur pur erleben im Minutentakt

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Christel Georgi (l.), Leiterin der Sparkassen-Filiale in Heiligenhafen, und Künstlerin Conny Scheefeldt (r.) bei der Präsentation der neuen Kult(o)urtaler.

HEILIGENHAFEN (hö) · Sie ist eine der ganz großen Veranstaltungshöhepunkte des Jahres in der Warderstadt – die Kult(o)urnacht, die am Sonnabend (28. August) das Geschehen in der Stadt bestimmt. Die nächtliche Kulturreise, die sich in Heiligenhafen immer mehr zu einem gesellschaftlichen Ereignis entwickelt hat, startet wie gewohnt um 18 Uhr in der Stadtkirche mit der offiziellen Eröffnung und wird von 23 Uhr bis Mitternacht mit der Ausgabe des Kult(o)urtalers ihren Ausklang finden.

Der Kult(o)urtaler ist in diesem Jahr von der Künstlerin Conny Scheefeldt aus Cismar gestaltet und gefertigt worden. War das Blau für den aus Ton gebrannten Taler in den letzten Jahren vorwiegend prägend, kommt der Kult(o)urtaler 2010 in einem satten Rot daher, was dem diesjährigen Sponsor – die Sparkasse Holstein – geschuldet ist.

Um den begehrten Taler in Empfang nehmen zu können, müssen im Laufe des Abends mindestens acht der 13 offiziellen Stationen im Stadtgebiet besucht werden. Einen Halt ist sicherlich jeder dieser Punkte wert, in der Kürze der Zeit (sechs Stunden) dürfte es aber nicht einfach sein, das gesamte Angebot zu genießen.

▪ Flair der 50er-Jahre

Umfangreich und vor allem abwechslungsreich sind die Darbietungen allemal. Da dürfte es für jeden Besucher der Kult(o)urnacht genügend Auswahl an kulturellem Genuss geben. Zahlreiche einheimische Vereine, Verbände, Unternehmen und Einzelpersonen geben der Kult(o)urnacht ihren unverwechselbaren Charakter. Der Marktplatz wird in diesem Jahr ganz das Flair der 50er-Jahre versprühen, wenn das Sozial- und Kulturzentrum der Ameos-Klinik ein nostalgische Büfett anbietet oder „Mona und die falschen 50er“ Erinnerungen an die Elvis-Tolle und die Hits von Conny Francis wach werden lassen. Aber auch die Klassik findet mit dem „Carl-Maria-von-Weber-Duo“ auf dem Markt ihren Platz.

Nur unweit entfernt heben auf dem Rathaus-Innenhof die legendären „Charchullas“ sowie „Los Sombreros“ mit Kult-Klängen in Richtung Karibik und Lateinamerika ab. Im Rathaus stellt unter anderem Standesbeamtin Nicole Uwis ihren Wirkungskreis vor, während Bilder von Frauke Klatt, ausgestellt im Obergeschoss des Rathauses, die maritime Note Heiligenhafens unterstreichen. Das Atelier von Marianne Wolf in der Bergstraße hat ebenfalls geöffnet, hier zeichnet Heide Winter Porträts. Und nur einen Steinwurf entfernt ist mit der erst am Morgen eröffneten Galerie „G 17“ ein Kult(o)urnacht-Neuling dabei, der durch eine Gemeinschaftsausstellung der Berliner Künstler Gert Rohde und Ursula Schibilla besticht. Die Bürgergilde ist wieder am Start mit dem Kugelgießen, Lesungen in der Sparkasse und in der Buchhandlung Virchow oder afrikanisches Kochen auf getöpferten Kochstellen im Gemeindehaus sind weitere Programmpunkte.

Nicht fehlen in der Aufzählung darf das Heimatmuseum als ein zentraler kultureller Anlaufpunkt. Hier sorgt das Lübecker Duo Jan Baruschke (Violine) und Berenice Mifsud (Klavier) für eine musikalische Reise von der Klassik bis zum Tango. Und Führungen durch die Sonderschau „Schatzkiste Ostseestrand“ mit einem Experten wie dem Diplom-Geologen Johannes Jannsen sind ebenfalls Teil des Programms wie auch eine stadtgeschichtliche Filmvorführung.

Natürlich dient die Stadtbücherei als Bühne für zahlreiche Veranstaltungen, darunter eine Plattsnack-Stunde, Gospel mit „Friends4ever“ oder einem Reisebericht aus Südostasien von Christiane Stephan. Das Museumsschiff „Olifant“ sticht zu Ausflugsfahrten in See, während das „Anno 1800“ mit „Labskaus und Musik“ für Kurzweil sorgt oder Erika Sarnow zur Kult(o)ur-Party in die „Altdeutsche Bierstube“ ruft.

Fehlt noch die Stadtkirche, deren Gemäuer den Rahmen bietet für heimische Kirchenmusik, auf der Konzertharfe von Sabine Fichtner vorgetragene keltische Melodien oder aber Folk & Gospels von Eugenia McCabe-Schmidt. Turmführungen mit Küster Markus Bauer sowie ein Film von Jost Eggers über die Errichtung des Dachreiters runden das Programm in der Stadtkirche ab.

▪ Erlös bestimmt für neue Marktplatz-Uhr

Wie immer ist der Besuch aller Veranstaltungen kostenfrei. Es darf aber gespendet oder für zwei Euro ein Kult(o)ur-Button zum Anstecken erworben werden. Der Erlös hieraus soll dazu dienen, für den Marktplatz eine öffentliche Uhr anzuschaffen. Da der Stadtbus seit Wochenbeginn den Markt anfährt, eine nützliche Investition, die zur Attraktivierung des Marktes als Altstadtzentrum beiträgt.

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