„Museum Moderne Kunst & Galerie“ entsteht in der Bergstraße / Künstlerinitiative um Tilman Fritsch

Kulturelle Vielfalt wird erweitert

+
Mäzenin Gudrun Schencking vor dem Modell des „Museum Moderne Kunst & Galerie“ mit der verglasten Straßenfront, hinter der ein Museums-Café entstehen soll.

HEILIGENHAFEN (ft) · Als einen sehr positiven Impuls zur Belebung der Innenstadt sieht Bürgermeister Heiko Müller das Engagement einheimischer und auswärtiger Künstler, die in der Bergstraße ein „Museum Moderne Kunst & Galerie“ errichten wollen. Zur Vorstellung dieses Projekts waren neben Bürgervorsteher Georg Rehse, den Stadtvertretern Petra Kowoll und Gerhard Poppendiecker auch Mitglieder der Lenkungsrunde Innenstadt sowie Touristikleiter Oliver Behncke gekommen.

Die Idee war in der Kult(o)urnacht 2009 entstanden. Hier hatte der Heiligenhafener Künstler Tilman Fritsch, Schöpfer der „Arche Nova“ sowie des „Tempels der Erkenntnis und Toleranz“ an der Ufer-Promenade, nach dem Vortrag des amerikanischen Poeten Gary Kraske die Gründung der „KulturStiftung Heiligenhafen“ angekündigt und die Ziele der geplanten Kulturstiftung an Hand des vom BerIiner Künstlers und Bühnenbildners Gert Rohde erstellten Exposés und Planung vorgestellt.

Spontan hatte sich darauf damals eine private Interessengruppe gegründet mit der Absicht, einen Förderverein zu bilden. Mit dem Kauf des Hauses in der Bergstraße durch die Sponsorin Gudrun Schencking aus Hamburg sei der Grundstein gelegt worden, sagte der Gert Rohde.

In Marktplatznähe zentral gelegen, mit großem Gartengrundstück, Baumbestand und Remise, bietet es nach einigen Umbauten genug Platz für die geplanten Aktivitäten. Neueste Idee, die in dem von Gert Rohde gefertigten Modell schon ihre Verwirklichung fand, ist es, dem Laden zur Straßenseite hin ein voll verglastes Bistro-Café vorzusetzen, das den Blick auf die Ausstellungsräume freilässt und reizvoller Anlaufpunkt für gastronomische Gelüste mit gleichzeitigem Kunstgenuss sein soll. Das Bistro-Café soll zum attraktiven Treff und Kommunikationsort für Heiligenhafener und anspruchsvolle Kurgäste werden.

Gert Rohdes Intention: „Das Museum muss zum Anliegen der Kommune werden, mit allem Bürger-Engagement und Know-How!“

Am Anfang steht die Gründung eines gemeinnützigen Vereins, der als „KunstVerein Heiligenhafen“ erfolgen soll. Erste Förderer, voran Gerhard Poppendiecker, haben sich bereits eingetragen.

Unter dem Motto „Anders denken – richtig lenken“ könnte man es gemeinsam schaffen, unserer kleinen und wunderschönen Stadt eine qualitative Eigenart hinzuzufügen, sagte der Heiligenhafener Künstler Tilman Fritsch, der ergänzte: „Was macht es für einen Sinn, von Globalisierung, Ganzheiten und Internetzen zu spinnen, wenn wir hier vor Ort, am Brennpunkt des Augenblicks, in der Werkstatt der Realität, nicht in der Lage sind, unsere eigenen guten Vorstellungen in die Tat umzusetzen?“

Tilman Fritsch: „Künstler sind im Allgemeinen ziemliche Idioten. Doch wir Idioten kommen nicht als Bettler hierher, sondern sind aufrichtig und ernsthaft bereit, unsere Energien, unsere Ideen und unsere Werke der Heiligenhafener Gemeinschaft zu schenken. Es liegt jetzt an Ihnen allen, sich dafür einzusetzen, dass dieses Projekt im Hafen der Realität einen festen Ankerplatz findet.”

Wie Ingo Baumann, heute Wahl-Heiligenhafener und Kontaktmann zum neuen „KunstVerein Heiligenhafen“ mitteilt, sehe man ein Aufgabenfeld in der Sammlung, in der Bewahrung moderner Kunst (Malerei und Skulptur), in der Förderung junger Talente der Kunstschulen und Akademien durch die Möglichkeit der Ausstellung ihrer „frühen Werke“. Doch auch die Förderung der touristischen Attraktivitäten mit Ausstellungen, begleitenden Lesungen und Vorträgen sowie die Unterstützung der künstlerischen Neigung von Heiligenhafener Kindern und Jugendlichen wolle man sich zur Aufgabe machen.

Bereits in der sehr ruhigen und „touristenfreien“ Zeit des Jahreswechsels von November 2009 bis Februar 2010 war in der Bergstraße eine kleine Ausstellung der Künstler Gerda Müller (Keramik), Tilman Fritsch (Malerei) und „Jörni“ Fehrs (Skulpturen) entstanden.

Die Künstler dankten der Mäzenin Gudrun Schencking, die das Haus in der Bergstraße und das ganze Grundstück dem neu zu gründenden Kunstverein zur Verfügung stellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.