Mietvertrag für Galerie 17 in der Bergstraße gekündigt / AG als Perspektive?

KunstVerein vor Zerreißprobe

HEILIGENHAFEN · Große Hoffnungen setzten Heiligenhafener Kunstfreunde, Bürger und auch die Politik auf die Gründung des KunstVereins Heiligenhafen im Jahr 2010.

Heiligenhafen werde zur Künstlerstadt, hatte Bürgermeister Heiko Müller in seinem Grußwort damals gesagt. Durch ihre spontane Mitgliedschaft zeigten viele Bürger, einheimische und auswärtige Künstler, dass sie den Gedanken gut und richtig fanden. Doch jetzt steht der KunstVerein vor einer Zerreißprobe, die auch mit der Auflösung des Vereins enden könnte.

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag machten der erste Vorsitzende Tilman Fritsch, Kassenwart Ingo Baumann und Schriftführerin Monika Stappenbeck deutlich, dass sie ihre Ämter zur Verfügung stellen wollen. Sogar von der Auflösung des Kunstvereins war die Rede. Doch bei den Mitgliedern regte sich Widerstand. Hier sah man keinen Grund, den noch jungen Verein auflösen zu wollen.

Was war geschehen? Eigentlich kann man hier nur von Missverständnissen sprechen. So hatte der Vorsitzende einem Mietvertrag über 100 Euro pro Monat für die Anmietung der Galerieräume unterschrieben. Der Hauptförderer, der auch Mitinhaber der Immobilie ist, hatte sogar signalisiert, den Betrag zu spenden, wenn es dem KunstVerein an Finanzmitteln fehle. Eigentlich eine schöne Sache, die doch Auftrieb geben sollte.

„Böse Briefe“ lähmten den Vorstand

Auf der Mitgliederversammlung wurde aber auch deutlich, dass es an Gesprächen unter den Vorstandmitgliedern gefehlt habe. „Böse Briefe“ hätten die Runde gemacht, sagte Kassenwart Ingo Baumann, welche einem die Lust an der Vorstandsarbeit nähmen. Inzwischen ist der Mietvertrag gekündigt. Damit sei dem KunstVerein die „Heimstatt“ genommen, so formulierte es ein Mitglied. Die Eigentümer könnten sich vorstellen, die Galerieräume unter anderen Vorraussetzungen weiter für Kunstausstellungen zur Verfügung stellen. Auch der KunstVerein könne hier seine Ausstellungen präsentieren, war auf der Versammlung zu hören.

Das Interesse der Mitglieder am Kunstverein ist nach wie vor groß. Vorschläge, wie es weitergehen könne, kamen aus der Versammlung viele. Wenn sich kein neuer Vorstand findet, konnte auch eine Arbeitsgemeinschaft gegründet werden, die dann Aufgaben des KunstVereins übernehmen könnte. Doch soweit ist es noch nicht. Im Januar 2012 wird es eine neue außerordentliche Versammlung des Kunstvereins geben. Bis dahin bliebt der Vorstand im Amt und handlungsfähig. Danach wird sich zeigen, ob Kunst in der bisherigen Form in Heiligenhafen noch eine Chance hat. · ft

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