919 Teilnehmer / Favorit schied mit Zerrung aus

Lauf durch das nächtliche Heiligenhafen

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Er lief allen davon: Marcus Kolmorgen von der LG Wedel-Pinneberg sicherte sich den ersten Platz beim Mitternachtslauf.

HEILIGENHAFEN (wob) · Es war ein toller Abend für Laufbegeisterte: Beim 22. Mitternachtslauf in der Warderstadt herrschten ausgezeichnete Wetterbedingungen, auf dem Siegertreppchen gab es eine kleine Überraschung, doch der große Rekord, den vor mittlerweile elf Jahren Frank Kührmann aufstellte, blieb unangetastet. Trotzdem freuten sich alle Organisatoren, Zuschauer und natürlich die Läufer selbst über eine gelungene Sportnacht.

Hervorragende Laufleistungen zeigten auch schon die Kleinen, die beim Mini-Mitternachtslauf über die Distanz von einem Kilometer mitmachten. Dank eines kleinen Malheurs gab es hier sogar zwei Starts: Als bei der Ankündigung des Mini-Laufs die einleitenden Worte „Jetzt ist der Start“ fielen, wetzten die ersten bereits los. Glücklicherweise konnten die kleinen Läufer noch rechtzeitig aufgehalten werden; beim zweiten Anlauf beschränkte sich das Startsignal vorsichtshalber auf einen Pfiff aus der Trillerpfeife – diesmal ging alles glatt.

▪ Neuer Rekord bei den jugendlichen Meilenläufern

Beim Mini-Mitternachtslauf für die Jahrgänge 1999 bis 2004 konnten sich Lennart Scheew vom Oldenburger SV (3:49) und Lara Verena Rohrbeck vom TSV Heiligenhafen (4:01) an die Spitze setzen. Bei der Mitternachtslauf-Meile für die Jugendlichen gab es sogar einen neuen Rekord: Peer Sönsken vom Gut Heil Itzehoe, der im Vorjahr bereits die Bestzeit für den Mini-Lauf vorlegen konnte, schaffte die Distanz von 1,6 Kilometern in 5 Minuten 17 Sekunden – und erreichte damit die bisher schnellste Zeit auf dieser Strecke. Beste Läuferin war hier Hanna Kownatzki.

Um 23 Uhr wurde es schließlich ernst, denn nun stand der eigentliche Mitternachtslauf über amtlich vermessene zehn Kilometer an. 919 Läufer gingen in diesem Jahr an den Start, viele von ihnen aus der Region, doch auch Teilnehmer aus Shanghai, Moskau und den USA waren diesmal mit dabei. Erstmals hatte sich auch Touristikleiter Oliver Behncke zu diesem Anlass die Laufschuhe geschnürt. Den ersten Platz sicherte sich jedoch ein anderer: Marcus Kolmorgen von der Laufgemeinschaft Wedel-Pinneberg legte den Rundkurs durch Heiligenhafen in 33 Minuten und 12 Sekunden zurück und errang damit den Sieg der Laufveranstaltung. Schnellste Frau im Feld war Lena Schülke vom Gut Heil Itzehoe (40:29), die bereits im Vorjahr Siegerin geworden war. Dennis Mehlfeld, der in den vorigen vier Jahren den Mitternachtslauf für sich entscheiden konnte und für viele auch in diesem Jahr als Favorit galt, musste den Lauf auf halber Strecke wegen einer Zerrung abbrechen.

Derartige Ausfälle blieben glücklicherweise die Ausnahme, denn vor dem Beginn des Laufes konnten sich die Läufer noch einmal ausgiebig aufwärmen. Den „Vorturner“ hierfür machte Kai Mehrens, der durch die Arbeit in seiner „Physio World“ in Großenbrode schon einige Erfahrungen auf diesem Gebiet verbuchen konnte. Überhaupt war die Organisation des 22. Mitternachtslaufs wieder vorbildlich: Transponder an den Handgelenken der Läufer sorgten dafür, dass alle Zeiten korrekt erfasst und schnell bekanntgegeben werden konnten, die Stadt-Apotheke hatte für die Teilnehmer mit Magnesium versetztes Wasser zur Stärkung bereitsgestellt. „Damit haben Sie auch bei Doping-Kontrollen nichts zu befürchten“, scherzte Oliver Behncke bei der Dankesrede an die zahlreichen Sponsoren und unterstützenden Kräfte. Selbstverständlich wurden auch die jeweiligen Streckenführungen gut sichtbar gemacht, um Unfälle oder Verlaufen zu verhindern.

▪ Keine Zeit für Sehenswürdigkeiten

Als Siegfried Haasch, dessen „Fischhütte“ ebenfalls zu den Werbepartnern des Laufes zählte, um 23 Uhr den Startschuss abfeuerte, jagte ein nicht enden wollender Strom aus Läufern über die Aschenbahn und verließ dann den Sportplatz auf der sorgsam abgesicherten Zehn-Kilometer-Strecke in Richtung Innenstadt. Von dort aus führte ein kleiner Schlenker die Teilnehmer an der Feuerwehr und dem Hafen vorbei auf den Steinwarder. Leider kamen die Läufer nicht in den Genuss der schönen Landschaft, denn zum einen war es natürlich stockdunkel und außerdem gab es noch einen Rundkurs zu absolvieren! Als „Entschädigung“ standen auf der gesamten Strecke zahlreiche anfeuernde Zuschauer, die den Mitternachtslauf aus nächster Nähe miterleben wollten. Und auch als mit Marcus Kolmorgen der erste Läufer wieder auf den abschließenden Metern der Aschenbahn gesichtet wurde, brach auch das dort ausharrende Publikum in Jubel aus. Bei der anschließenden Siegerehrung überreichte Bürgermeister Heiko Müller den drei erfolgreichsten Läufern beim diesjährigen Mitternachtslauf Pokale und Urkunden.

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