Bürgermeisterwahl: Klaus-Michael Tatsch reichte seine Bewerbung beim Gemeindewahlleiter ein

Von Leck nach Heiligenhafen?

Klaus-Michael Tatsch (r.) freut sich über die Unterstützung der Heiligenhafener Parteien, die ihn als Bürgermeister in Heiligenhaben haben wollen.  Foto: Foth

HEILIGENHAFEN (ft)  • Gemeindewahlleiter Eberhard Schmidt bestätigte auf Nachfrage der HP, dass er die Bewerbung von Klaus-Michael Tatsch, zur Zeit Bürgermeister in Leck, gestern um 10.25 Uhr erhalten habe.

Der Kandidat hatte sich am Vorabend in einem Pressegespräch in Anwesenheit der politischen Vertreter von Timo Gaarz und Stephan Karschnick (beide CDU), Peter Ascheberg (SPD), Petra Kowoll (parteilos) sowie Dieter Schiemann und Gerd Panitzki (Grüne) vorgestellt.

Für die SPD machte Peter Ascheberg noch einmal deutlich, dass es in der Vergangenheit große Diskrepanzen zwischen dem Amtsinhaber und den Stadtvertretern gegeben habe. Man unterstütze in der SPD die Kandidatur von Klaus-Michael Tatsch, damit die Bürgerinnen und Bürger in Heiligenhafen überhaupt die Chance einer weiteren Wahlmöglichkeit haben. Die SPD habe sich um einen Kandidaten bemüht, aber keinen gefunden. So sei man froh, dass mit Klaus-Michael Tatsch ein qualifizierter Gegenkandidat zur Verfügung stehe.

Wie Timo Gaarz (CDU) betonte, wolle man nach vorne schauen und das sei mit dem Kandidaten, der von allen getragen werde, möglich. Die Parteizugehörigkeit sei dabei kein Hindernis, das hätten Bürgermeister Detlef Anders (SPD) oder Klaus Winter (CDU) in Lensahn bewiesen. Für Stephan Karschnick (CDU) gehe es um die Zukunft der Stadt Heiligenhafen und da habe man in der Vergangenheit manchmal Zweifel gehabt, ob das vom Verwaltungschef genauso gesehen werde.

Mit im Boot sind auch die Grünen der Warderstadt. Geschäftsführer Dieter Schiemann sprach von einem sympathischen, vertrauenswürdigen Kandidaten, den man ohne Gegenstimme akzeptiert habe. Für den Stadtvertreter Gerd Panitzki (Grüne) begannen die atmosphärischen Störungen zum Bürgermeister nicht erst in den letzten sechs Wochen. Man brauche in Heiligenhafen einen Bürgermeister, der auch mit den Ehrenamtlichen in Vereinen und Verbänden wie Gilde und Feuerwehr, zusammenarbeite, sagte Panitzki.

In einer schriftlichen Erklärung hatte Günter Thiel (FDP), der zum Drei-Königs-Treffen in Hamburg war, seine Unterstützung für Klaus-Michael Tatsch bekundet.

Bei den Bürgern für Heiligenhafen (BfH), die nicht zum Pressetermin geladen waren, hatte sich der neue Bewerber noch nicht vorgestellt, was BfH-Fraktionschef Florian Kinnert bedauerte. Wie der Kandidat betonte, will er in den nächsten Tagen auch ein Gespräch mit den Bürgern für Heiligenhafen suchen.

• Erfahrungen

• aus Politik und

• Wirtschaft

Vor der Presse machte Klaus-Michael Tatsch noch einmal deutlich, warum er der richtige Mann für das Bürgermeisteramt in Heiligenhafen sei. Wie seine berufliche Laufbahn zeige, könne er auf Erfahrungen zurückgreifen, die er als Kommunalpolitiker aber auch als Manager in der freien Wirtschaft gemacht habe.

Sein beruflicher Werdegang begann mit der Ausbildung zum Verwaltungsangestellten, danach war Klaus-Michael Tatsch in der Kommunalverwaltung und in Bundesbehörden tätig. In den achtziger Jahren hatte er den ersten Berührungspunkt mit Heiligenhafen, weil er sich mit Fischereifangquoten beschäftigt habe. Aus dieser Zeit stammen auch Kontakte zur Fischereigenossenschaft und deren Geschäftsführerin Gretel Flindt.

Anschließend orientierte sich Tatsch in Richtung der privaten Wirtschaft. 14 Jahre hatte Tatsch hier in leitenden Positionen, darunter als Geschäftsführer und Prokurist eines Unternehmens für Büro- und Praxiseinrichtung, gearbeitet. Als Mitglied der deutsch-italienischen Handelskammer hatte er dafür sorgen können, dass italienische Firmen aus der Möbelbranche auf dem deutschen Markt Fuß fassen. Seit 1. April 2004 ist Klaus-Michael Tatsch hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Leck (7800 Einwohner). Nach der Verwaltungsstrukturreform 2008 ist Leck dem Amt Südtondern beigetreten und hat die Eigenverwaltung aufgegeben. Die Gemeinde Leck habe einen Antrag gestellt die Ausnahmegenehmigung auf Beibehaltung der Hauptamtlichkeit. Dem Antrag wurde in Kiel stattgegeben und so könne in Leck für weitere sechs Jahre ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt werden.

Weil es die Gemeindeordnung so vorsehe, müsse er auch in Leck zur Bürgermeisterwahl antreten, sagte Tatsch. Auf die Frage von Peter Ascheberg, was passiere, wenn er in Leck und Heiligenhafen gewählt werde, machte der Bürgermeisterkandidat deutlich, dass er sich für Heiligenhafen entscheiden werde. Dazu wolle er am 11. Januar, dem letzten Tag an dem eine Bürgermeisterbewerbung eingehen könne, eine persönliche Erklärung abgeben.

• Überparteiliche

• Zusammenarbeit

• in Heiligenhafen

Für Klaus-Michael Tatsch könne es in Heiligenhafen nur eine überparteiliche Zusammenarbeit zwischen dem Bürgermeister und der Stadtvertretung geben. Er sieht sich dem Allgemeinwohl verpflichtet, dieses habe er auch in Leck so gehalten, sagte der Kandidat.

Um keine falschen Schlussfolgerungen aufkommen zu lassen, stellte Klaus-Michael Tatsch auch klar, dass er von seiner Frau getrennt lebe und seine drei Kinder bei seiner Frau sind.

Klaus Michael Tatsch: „Ich freue mich auf die Kandidatur und auch auf die Arbeit in Heiligenhafen, zusammen mit der Stadtvertretung, den Vereinen und Verbänden und der Bevölkerung. Heiligenhafen ist ein Ort mit sehr viel Potenzial, der in einer wunderschönen Region liegt und eine Perle an der Ostseeküste ist.“

Nach dem Kontakt mit Heiligenhafen habe er seine Kandidatur in Altenholz zurückgezogen. Er habe sich schnell und offen für Heiligenhafen entschieden, weil es hier mehr Gestaltungsmöglichkeiten gebe, denn Heiligenhafen sei ein Ort der vom Tourismus geprägt wird.

In Leck sei durch den Wegfall der eigenen Verwaltung das Arbeiten für den Ort erheblich erschwert worden. Wie Klaus-Michael Tatsch betonte, möchte er gerne wieder in einem Ort arbeiten, wo er aktiv mit der Politik und der Eigenverwaltung etwas gestalten kann.

Klaus-Michael Tatsch: „Ich möchte als Bürgermeister in Heiligenhafen ganz offen mit der Politik zusammenarbeiten und so wie ich es gewohnt bin, mit allen Beteiligten einen offenen Umgang pflegen, dass heißt, offene Gespräche und eine offene Informationspolitik betreiben und alle mit ins Boot nehmen.“

Da er aus der privaten Wirtschaft komme, kenne er auch die andere Seite der Medaille. So könne er sich auch in die Unternehmer, Handel- und Gewerbetreibende sowie in das Handwerk hinein versetzen, sagte Klaus-Michael Tatsch.

Der Bürgermeisterkandidat hält es für wichtig, dass der Bürgermeister der Stadt Heiligenhafen ein Bindeglied zwischen Verwaltung und Wirtschaft ist.

Das wichtigste Kapital eines Bürgermeisters seien seine Mitarbeiter. Hier geht es Tatsch um mehr Eigenverantwortung im Bereich der Verwaltung. Klaus-Michael Tatsch machte gegenüber der HP aber auch deutlich, das er immer ein offenes Ohr für die Bürger haben werde.

Ob es einen weiteren Bewerber für das Bürgermeisteramt geben wird, ist noch offen. Wie der Gemeindewahlleiter Eberhard Schmidt gegenüber der HP erklärte, habe ein weiterer Interessent, der aus Heiligenhafen kommt, die Bewerbungsunterlagen im Rathaus abgeholt.

hp-online vom 8. Januar 2010

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