„Gill-Hus“-Tage sind gezählt / Auch ohne Stammhaus versprüht die Große Bürgergilde Optimismus

Letzter Rechnungstag im „Gill-Hus“

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Der 2. Altermann Ulrich Kunz, Gildekönig Klaus-Jürgen Horn und der 1. Ältermann Horst Sachau (v.l.n.r.) sehen optimistisch in die Zukunft – auch ohne „Gill-Hus“.

HEILIGENHAFEN · Es war definitiv der letzte Rechnungstag der Großen Bürgergilde zu Heiligenhafen, den diese am Sonnabend in ihrem „Gill-Hus“ abgehalten hat. Das Gebäude muss einem Ferienhausgebiet weichen und soll in der zweiten Jahreshälfte abgerissen werden.

Offiziell ist am 1. April 2013 Schluss, sagte der 1. Ältermann Horst Sachau auf dem 760. Rechnungstag der Gilde. Da die HVB den Baubeginn nicht in die Sommersaison legen wolle, könne aber auch noch der Jahrestag sowie das Sommerfest des Gilde am 7. und 8. Juni 2013 im „Gill-Hus“ stattfinden, so Sachau. Zunächst soll am 19. Januar der Winterball im „Gill-Hus“ gefeiert werden.

Ausweichen auf andere Räumlichkeiten

Ein Ausschuss mit Fahnenjunker Bernd Thede hat sich schon mit der Veräußerung des festen und beweglichen Inventars der Räumlichkeiten beschäftigt. Ein zweiter Ausschuss unter der Leitung von Jan Rohde hat die Veranstaltungsplanung für die Zeit nach dem Abriss des „Gill-Hus“ übernommen. So werden zum Sommerfest die Räumlichkeiten nur noch als Festhalle zur Verfügung stehen. Die Gastronomie übernimmt als Caterer der Oldenburger Gastronom Gerrit Milbrodt. Das Grünkohlessen am 23. November wird bei Timo Steltner im Kursaal stattfinden. Im „Käppen Plambeck“ soll die Gilde-Senioren-Weihnachtsfeier am 15. Dezember und der Rechnungstag im Januar 2014 ausgerichtet werden. Für den Winterball im kommenden Jahr ist der Festsaal in der Ameos-Klinik vorgesehen, auch hier wird das Catering von Gerrit Milbrodt übernommen, sagte Jan Rohde.

Wie Ältermann Horst Sachau den Gildebrüdern mitteilte, sei es gelungen, mit „Gill-Hus“-Wirt Klaus Meissner einen Auflösungsvertrag zum 31. Januar 2013 zu schließen. Die Gilde hatte dem Wirt eingeräumt, das „Gill-Hus“ seit 1. Juni 2012 pachtfrei zu nutzen. Dabei dankte der Ältermann den Wirtsleuten, die auch zum Winterball wieder einen Schinken gestiftet haben. „Lasst uns den Winterball in unserem ,Gill-Hus‘ noch einmal richtig und ausgelassen feiern“, rief Horst Sachau den Gildebrüdern auf dem Rechnungstag zu.

Mit dem Verkauf des „Gill-Hus“ beschäftigte sich auch Gilde-Kassierer Klaus- Jürgen Engler in seinem Kassenbericht. Wenn die Kaufsumme auf dem Konto ist, werden alle Darlehen und Verbindlichkeiten getilgt. Danach habe die Gilde ein Guthaben von rund 400 000 Euro, sagte Klaus-Jürgen Engler. Geld in die Kasse bringen soll auch das Inventar. Fahnenjunker Bernd Thede stellte schon einmal die Sachen vor, die zur Veräußerung anstehen. Darunter sind fast neue Fenster, Türelemente, Toilettenbecken, Möbel und eine gut erhaltene Kücheneinrichtung mit Herden und Kühlschränken. Interessenten können sich bei Bernd Thede oder dem Vorstand melden.

Gleich acht neue Gildebrüder haben sich am Sonnabend in die Große Bürgergilde zu Heiligenhafen eingeschrieben und den Gildeeid geleistet. Das zeigt, dass die Gilde auch in Zukunft keine Nachwuchssorgen hat.

In die Gilde wurden Peter Grimm, Jens Heutmann, Christian Mey, Finn Rehse, Rudolf Schieder, Timm Schmütsch, Hubertus Herrmuth und Christian Milz aufgenommen. Wie Gilde-Kassierer Klaus-Jürgen Engler mitteilte, hat die Gilde derzeit 234 Mitglieder. Mit einem Schluck aus dem Gildekelch tranken die neuen Gildebrüder dann dem Ältermann zu.

Die Gildetradition wird in der Familie Milz großgeschrieben. Während Christian Milz (29) zu den neuen Gildebrüdern gehört, ist sein Vater Hans-Jochen Milz (56) schon 30 Jahre in der Gilde. Der Großvater Hans-Hermann Milz (86) kann auf 55 Jahre der Mitgliedschaft zurückblicken.

 Natürlich mussten die neuen Gildebrüder auch in diesem Jahr die Schafferprüfung ablegen und dabei ihr Talent am Schellenbaum unter Beweis stellen. Die Gildekapelle unter der Leitung ihres neuen Kapellmeisters Daniel Wolrath sorgte wie immer mit flotter Marschmusik sowie modernen Stücken für den musikalischen Rahmen.

Horst Sachau hatte den Rechnungstag mit Neujahrsgrüßen an die Gildebrüder eröffnet und allen Menschen in Stadt und Land Gesundheit, Erfolg und ein Jahr in Frieden und Freiheit gewünscht. · ft

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