HVB plant Verwirklichung einer Binnensee-Fähre im Jahr 2020 / Erinnerungen werden wach

Licht am Horizont

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So eine Elektro-Fähre wie bei der Landesgartenschau in Eutin könnte auch bald auf dem Heiligenhafener Binnensee fahren.

Heiligenhafen - von PETER FOTH - Der Fährverkehr über den Binnensee war in den 60er-Jahren die beste Werbung für das Ostseebad Heiligenhafen. Von den Stadtanlegern an der Brückstraße und vom Eichholzweg konnten die Badegäste per Binnenseefähre direkt zum Steinwarder übergesetzt werden und nach einem Badetag wieder zurück in die Stadt kommen. Mit dem Aus der Reederei Willy Freter war diese Attraktion schließlich zu Ende gegangen. Jetzt scheint aber Bewegung in die Sache zu kommen, denn die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) haben beim Kreis einen neuen Anlauf gestartet, der gute Erfolgsaussichten hat.

Grund zur Hoffnung gibt der Informationsaustausch von HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel mit dem Plöner Bürgermeister Lars Winter. Nachdem auch auf dem Großen Plöner See ein Elektro-Fährverkehr geplant wird, hat die HVB im September 2018 wieder den Kontakt mit dem Kreis Ostholstein aufgenommen. „Wir gehen in der Sache jetzt ganz gezielt vor und haben diesmal deutlich bessere Chancen als beim ersten Versuch vor etwa anderthalb Jahren“, sagte Joachim Gabriel (wir berichteten).

Was in Plön gehe, müsse auch in Heiligenhafen möglich sein, sagte Gabriel unserer Zeitung. Grundlage soll ein biologisches Gutachten des Planungsbüros Heinzel & Gettner aus Schönkirchen bei Kiel sein, das die Untere Naturschutz Behörde fordert. Die Untersuchungen sollen zeigen, dass durch die Elektro-Fähre die Brutvögel nicht gestört werden. „Wir sehen Licht am Horizont“, sagte der HVB-Geschäftsführer, der eine Realisierung zur Saison 2020 für realistisch hält. Wie Gabriel weiter betonte, strebe die HVB eine Förderung über die Aktiv-Region Wagrien-Fehmarn an, die allerdings im Rahmen der Integrierten Entwicklungsstrategie nur bei einer neuen Fähre möglich sei. Natürlich soll die Aufladung der Batterien durch die Heiligenhafener Stadtwerke und den hier gelieferten „Blauen Strom“ aus Wasserkraft erfolgen.

Eine Pontonfähre hätte zudem noch den Vorteil, dass die Höhe zum schwimmenden Anleger ausgeglichen sei und somit eine Barrierefreiheit garantiert wäre. So könnten auch Rollstuhlfahrer und Frauen mit Kinderwagen den Fährbetrieb gefahrlos nutzen. Auch mit dem Ameos-Klinikum will die HVB reden. Wenn es möglich sei, auf dem großen Ameos-Parkplatz Autostellplätze anzumieten, werde das auch zur Verkehrsberuhigung beitragen. „Der Parkplatz ist günstig gelegen, denn genau vor der Zufahrt befindet sich schon ein Schwimmsteg, der als Anleger genutzt werden kann“, so Gabriel. Weitere Haltepunkte der Binnenseefähre sind an der Steinwarderbrücke/Brückstraße, dem Ferienzentrum und wenn möglich auf dem Steinwarder vorgesehen. „Der Fährverkehr ist ausschließlich außerhalb der Rastvogelzeiten im Sommer vorgesehen“, betonte Joachim Gabriel.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern setzt man in Naturschutzgebieten, wie der „Weißen Wiek“ bei Boltenhagen, auf kleine Elektro-Shuttles. So verkehrt vom Hafen Boltenhagen nach Timmendorf im Sommer ein Solar-Shuttle-Boot, das fast geräuschlos über das flache Wasser gleitet und bis zu zwölf Fahrgäste befördern kann.

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