Licht und Schatten in Heiligenhafens Innenstadt / Bergstraße bleibt das Sorgenkind

Bereit für die neue Saison?

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Noch immer verschleiert: Heiligenhafens Rathaus.

Heiligenhafen -ra- Heiligenhafens Innenstadt ist seit Jahren ein Thema für sich. Mit den Märkten auf der grünen Wiese sowie den neuen Ladenzeilen an der Seebrücke hat sie reichlich Konkurrenz, kämpft aber tapfer. Das Sorgenkind bleibt derweil die Bergstraße. „Die dortige Lage ist unbefriedigend“, sagte der Erste Stadtrat Folkert Loose (CDU), der seit Dezember die Amtsgeschäfte von Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) führt.

Als Schandfleck lässt sich weiterhin das Haus in der Bergstraße 16, in dem früher einmal das Restaurant „Zum Bitburger“ beheimatet war, bezeichnen. Während in der Vergangenheit das Unkraut am Gehweg die Höhe von anderthalb Metern nicht selten überschritten hat, hängt im Eingangsbereich ein Stromkabel herunter – und auch der Winterdienst bleibt stets am Bauhof hängen. „Wir sind als Stadt weiterhin an dem Thema dran und würden das Gebäude gerne erwerben“, erklärte Loose. Doch das sei ein langwieriger Prozess. Direkt daneben suchen die Eigentümer des Hauses, in dem zuletzt die Videothek beheimatet war, seit Ende 2018 einen neuen Mieter.

„Es gibt aber auch positive Dinge zu vermelden. So hat der ‚Bücherwurm‘ am alten Standort der Anker-Apotheke eine neue Heimat in der Bergstraße gefunden“, berichtete Folkert Loose. Und auch der frühere Friseursalon von Christine Foth hat seit Anfang des Jahres eine neue Mieterin – nach Jahren des Leerstandes.

Unterdessen erwartet Heiligenhafen in dieser Woche den ersten großen Gästeansturm des Jahres. Der vorläufige Höhepunkt steht in zwei Wochen an, wenn das Osterfest wieder Zehntausende Menschen an die Ostsee zieht. Auch dann wird die Vorderseite des Heiligenhafener Rathauses noch immer von einem Netz verdeckt sein. „Das ist natürlich optisch alles andere als schön, aber die Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses dauert. Wir müssen da jetzt durch“, erklärte Folkert Loose, dem besonders die Ehepaare leid tun, die vor dieser „ungünstigen Kulisse“ keine schönen Fotos machen können.

In der Brückstraße wird derweil fleißig in der alten Filiale der Bäckerei Junge renoviert, gegenüber ist kürzlich ein neuer Laden eingezogen. „Und auch der Thulboden profitiert stark von den neu geschaffenen Innenstadt-Parkplätzen“, ist Loose überzeugt. Langfristig soll diese Ecke bekanntlich neu entwickelt werden.

Besonders im Hinblick auf die Innenstadtbelebung setzen nicht wenige Bürger ihre Hoffnungen auf das Thema Städtebauförderung. Ende 2017 wurde Heiligenhafen mit dem Gebiet „Ortsmitte“ in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen. Um diese Fördermittel zu erhalten, ist die Durchführung einer detaillierten Bestandsanalyse, die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes sowie die Ausweisung eines Fördergebietes notwendig. Hierfür werden von einem beauftragten Unternehmen aktuell Bestandsdaten per Fragebogen erhoben, die an die Besitzer von Immobilien in der Ortsmitte verschickt wurden. Eine Informations- und Beteiligungsveranstaltung ist darüber hinaus am 25. April (Donnerstag) um 19.30 Uhr im Binnensee-Pavillon geplant.

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