Heiligenhafens Jachthafen gehört zu den beliebtesten an der Ostseeküste

Marinas – volle Fahrt voraus

+
Knapp 1000 Schiffe liegen im Jachthafen der Warderstadt.

Heiligenhafen –Von Markiere Falz und Manuel Büchner Ausgebuchte Restaurants, ortsfremde Nummernschilder und reges Treiben auf der Promenade – die Saison hat zweifelsohne begonnen. Seit einigen Jahren boomt die Stadt und freut sich über die stetig wachsende Beliebtheit. Aber nicht nur an Land gehört Heiligenhafen mittlerweile mit zu den beliebtesten Orten an der Ostseeküste. Auch auf dem Wasser liegt die Warderstadt besonders bei Segelfreunden und Jachtbesitzern hoch im Kurs.

Doch wer sein Schiff in der Marina dauerhaft anlegen möchte, der sollte geduldig sein. Denn seit rund zwölf Jahren ist der Hafen mit allen 986 Plätzen vollständig ausgelastet. Und mehr noch: „Laut des Hafenmeisters“, so Manfred Wohnrade, Geschäftsführer der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB), „könnten wir rund 250 bis 300 weitere Schiffe von der Warteliste sofort unterbringen, wenn wir den Platz dazu hätten“.

Und obwohl sich die Häfen in den umliegenden Gemeinden nicht über einen Mangel an Dauerliegern beklagen können, sticht Heiligenhafen dank der großen Nachfrage besonders hervor. Wie Wohnrade spekulierte, spielen hierfür gleich mehrere Faktoren eine Rolle: „Der Hafen liegt in Zentrumsnähe. Vom Schiff aus haben es die Menschen zum Einkaufen, in die Restaurants oder zum Shoppen nicht weit. Und zum anderen hat unser Hafen den idealen Ausgangspunkt in alle Richtungen. Von hier kommt man sowohl an die dänische Südsee als auch an die Kieler und die Lübecker Bucht.“ Ebenso spiele die touristische Entwicklung in der Warderstadt eine zunehmende Rolle hinsichtlich der Beliebtheit des Jachthafens.

Doch auch wenn bereits darüber nachgedacht wurde, stehen aktuell keine Erweiterungs- oder Ausbaupläne für den Hafen an, denn „der demografische Wandel wird auch im Wasser- und insbesondere im Segelsport zu spüren sein“, so der HVB-Chef, dem es wichtig ist, mit 100 Liegeplätzen für Charterschiffe auch rechtzeitig an diejenigen zu denken, die kein eigenes Schiff haben und sich hin und wieder für einen Törn ein Boot mieten möchten.

Immer häufiger kommen Besucher, die Heiligenhafen als Gastlieger von Segelausflügen aus dem Sommer kennen, auch in den Wintermonaten in die Warderstadt, um sich in Hotels einzumieten und hier Urlaub zu machen. „Zwischen 16000 und 17000 Schiffe besuchen Heiligenhafen in einer Saison durchschnittlich und mieten sich meist für eine Nacht auf den Gästeplätzen ein“, erzählte Wohnrade glücklich über den wachsenden Bekanntheitsgrad der Warderstadt.

In der Nachbargemeinde Großenbrode konnte besonders in diesem Jahr ein leicht steigender Trend an Dauerliegern beobachtet werden. Wenke Babenihr vom Hafenbetreiber „Mola Yachting“ konnte aber auch berichten, dass die Marina Großenbrode dennoch einige kleinere Schiffe unterbringen könne.

Anders sieht es im Jachthafen in Grömitz mit 780 Liegeplätzen aus, der ebenso wie Heiligenhafen eine größere Nachfrage hat, als er abdecken kann. „Es ist allerdings nicht so, dass wir unter einer dramatischen Nachfragesituation leiden“, sagte Lars Widder vom Tourismus-Service Grömitz, der davon ausgeht, dass die Situation auch in den nächsten Jahren stabil bleiben wird. Entgegen der Erwartungen habe sich der demografische Wandel in Grömitz nicht bemerkbar gemacht.

Etwas Kapazität hat die Ancora Marina in Neustadt zurzeit noch, die mit 1400 vorhandenen Liegeplätzen der größte private Jachthafen an der Ostsee ist. „Der Bedarf an Liegeplätzen ist aber in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Derzeit haben wir eine Auslastung von circa 95 Prozent“, sagte Hafenmeister Kim Seemann auf HP-Nachfrage. Wie es in Zukunft aussehen werde, ließe sich in dieser schnelllebigen Branche nur schwer prognostizieren, so Seemann.

Drei Jachthäfen auf Fehmarn

Auf Fehmarn muss als erstes der Jachthafen in der Tiefehalbinsel genannt werden. Knapp 600 Liegeplätze bietet Burgtiefe. Die Auslastung liegt mittlerweile deutlich über 80 Prozent. Viel hat sich beim Angebot getan, entsprechend steigt die Nachfrage. „Wir haben tagtäglich Anfragen für die Saison, aber auch für Dauerliegeplätze“, berichtete der stellvertretende Hafenmeister Jan Ufer-Tondera.

150 Plätze bietet Burgstaaken. Auch hier ist Nachfrage hoch. „Mehr als wir anbieten können“, so Jürgen Kölln, einer von fünf Betreibern des Jachthafens. Für große Jachten sind wir vielleicht nicht so attraktiv, aber bis zwölf Meter gibt es keine Probleme“, ergänzt Kölln.

Der dritte Hort für Segler ist Lemkenhafen. 140 Liegeplätze bietet der private Hafen, der durch den Seglerverein Lemkenhafen betrieben wird. Hafenmeister Martin Girod berichtete ebenfalls: „voll ausgebucht“. Eine Warteliste habe man nicht, denn die wäre endlos lang. „Wir bekommen täglich E-Mails, in denen eine Vereinsmitgliedschaft oder ein Saisonliegeplatz angefragt werden. Unser Vereinsvorsitzender Jürgen Pauleweit beantwortet dann die Anfragen“, erklärt Girod das gängige Prozedere.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.