Werbe-Etat deutlich aufgestockt / Touristikleiter Oliver Behncke erläutert das Maßnahmenbündel

Mehr Marketing - mehr Gäste?

Touristikleiter Oliver Behncke hat bis zum Jahr 2011 zusätzlich 180 000 Euro zur Verfügung, um mit Marketing-Maßnahmen für eine Kehrtwende bei den Gäste- und Übernachtungszahlen zu sorgen. Foto: Höppner

HEILIGENHAFEN (hö) • Heiligenhafen will dem langfristigen Trend zurückgehender Gäste- und Übernachtungszahlen entgegenwirken mit verstärkten Marketing-Aktivitäten.

Die Stadtvertretung Heiligenhafen stimmte jüngst für 2009 bis 2011 einer Etaterhöhung um jeweils 60 000 Euro pro Jahr zu. Nach Angaben von Manfred Wohnrade, Geschäftsführer der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB), geht es in erster Linie darum, neue Gäste für die Warderstadt zu gewinnen.

In 2008 sind die Gästezahlen in Heiligenhafen nach Mitteilung von Touristikleiter Oliver Behncke etwa konstant geblieben, bei den Übernachtungszahlen sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen gewesen. Allerdings, so Behncke, fehlten die Zahlen noch für den Jahreswechsel.

Der zusätzliche Werbeetat soll in mehrere Bereiche fließen. Neben der klassischen Anzeigenwerbung will der Tourismus-Service das Online-Marketing intensivieren. „Pro Tag waren durchschnittlich 2 000 Besucher auf unserer Seite“, habe man laut Behncke im vergangenen Jahr eine „magische Grenze“ durchbrechen können. Mithilfe einer Suchmaschinenoptimierung erwartet der Tourismus-Service eine weitere Steigerung in diesem Bereich.

• Erstmalig in

• Göteborg

Die Messebesuche werden auch dank der Kooperationen mit der Gemeinde Großenbrode und dem Holsteiner Ostseeland sowie vor allem dem Tourismusverein Heiligenhafen ausgebaut. So sei man beispielsweise im März erstmalig auf der Touristikmesse in Göteborg vertreten. Mit dabei ist die Warderstadt ab diesem Wochenende auch im Rahmen eines Gemeinschaftsstandes mit des „Ostsee-Holstein-Tourismus“ auf der CMT in Stuttgart. „Das ist die größte Reisemesse Europas“, ergänzte Behncke, der für vier Tage vor Ort sein wird.

Aus dem erweiterten Marketing-Etat soll zudem eine Pressereise nach Heiligenhafen finanziert werden. Die Verantwortlichen hoffen, dass Reisejournalisten dieses Angebot aus der Warderstadt wahrnehmen und sie dann über die Vorzüge der Hafenstadt deutschlandweit in verschiedenen Medien berichten.

„Mittel fließen auch in das Zielgruppenmarketing der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH)“, so Behncke, der auf die umfangreicheren Darstellungsmöglichkeiten der TASH verwies. Hinsichtlich des allgemein gestiegenen Gesundheitsbewusstseins wolle man in Heiligenhafen auch verstärkt für den Gesundheitstourismus werben, sagte der Touristikleiter gegenüber der HP. Weiter im Maßnahmenkatalog des Tourismus-Service steht das Qualitätsmanagement. Jedes Jahr werde man sich neue Ziele stecken, so Behncke. In diesem Jahr wird die Verleihung der sogenannten „i-Marke“ durch den Deutschen Tourismus Verband angestrebt. Hierbei geht es um ein modernes Markenkonzept für Tourist-Informationen.

• Ehemalige Gäste

• zurückgewinnen

Neben der Neugewinnung von Gästen geht es der HVB aber auch darum, die Stammgäste zu halten und „Ehemalige“ zurückzugewinnen. Dies soll laut Behncke durch ein „umfangreiches Direct-Mailing“ an Gäste erfolgen, die ihren Urlaub zuletzt vor zwei bis drei Jahren in der Warderstadt verbracht haben.

Gedacht hat der Tourismus-Service Heiligenhafen ferner an Personen, die Eigentum in der Warderstadt erwerben wollen. So soll für „Interessenten, die eine Zweitwohnung kaufen wollen“, eine Hochglanz-Image-Broschüre erstellt werden, nannte Behncke eine weiteres Vorhaben, mit dem für die Warderstadt geworben werden soll.

„Bis Juni sollen diese Maßnahmen größtenteils abgeschlossen sein“, wartet laut Behncke noch eine Menge Arbeit auf die Mitarbeiter des Tourismus-Service Heiligenhafen. Er hofft darauf, dass mit den verstärkten Marketingmaßnahmen die Vor- (Mai/Juni) und Nachsaison (September/Oktober) deutlich belebt werden kann. In der Hauptreisezeit (Sommerferien) sei man naturgemäß gut ausgelastet. Doch dieser Zeitkorridor werde immer geringer, bedauert Behncke. Optimal wären 90 Tage, doch bis 2014 würden sich die eigentlichen Ferientage auf 76 Tage verkürzen.

In Sachen Großveranstaltungen nehme Heiligenhafen weiterhin eine Spitzenstellung an der hiesigen Ostseeküste ein, ist Behncke überzeugt, dass auch in diesem Jahr zahlreiche Tagesgäste in die Warderstadt kommen werden. Man sei dabei bemüht, an der Qualität dieser Veranstaltungen ständig zu arbeiten. Ein neues Highlight, das für 2009 geplant ist, ist die Stadtwette, die in Kooperartion mit dem NDR in der Warderstadt voraussichtlich am 11. Juli (Sonnabend) ausgetragen werden soll.

Alles in allem ist der Touristikleiter überzeugt, dass „Deutschland weiterhin interessant als Urlaubsland bleibt und günstiger ist als ein Auslandsurlaub“. In Heiligenhafen wolle man hierfür alles tun.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.