Ascheberg: Vielfalt des Angebots belebt die Innenstadt

Mehrheit für Frischemarkt bei Aldi-West

HEILIGENHAFEN (ft)  • Es ist entschieden, der Frischemarkt bei Aldi-West kommt. Mit der Mehrheit von neun Ja-Stimmen (SPD und BfH) und sieben Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen stimmte die Stadtvertretung der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes zu.

„Wir haben Bauchschmerzen, dass die Ansiedlung von neuen Verbrauchermärkten zu Lasten der Innenstadt geht“, sagte CDU-Fraktionsführer Stephan Karschnick.

Die CDU forderte deshalb ein Gutachten, das die Innenstadtverträglichkeit von neuen Märkten auf der grünen Wiese herausfinden soll. Sollte dieses Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass der neue Frischemarkt für die Innenstadt keine Nachteile biete, habe die CDU kein Problem dem Bau zuzustimmen.

Wenn überhaupt ein Gutachten, dann doch nur eins, das sich mit der Stadtplanung beschäftig, sagte Peter Ascheberg. Das Problem für die Verödung der Innenstadt seien nicht Lebensmittelmärkte, sondern die Vielfalt des Angebotes, damit die Innenstadt lebendiger werde. Der SPD-Fraktionschef machte deutlich, dass sich die Stadt nach Westen weiter entwickle. Ein neues Baugebiet für 100 Häuser sei schon ausgewiesen.

Für Gerd Panitzki (Grüne) stellt sich die Frage, was erwartet der Bürger und was der Gast, der nach Heiligenhafen kommt? Der Bürger habe das Recht auf gute Einkaufsmöglichkeiten. Der Gast setze auf eine lebendige Innenstadt. Das sehen auch Investoren aus dem touristischen Bereich so. Mit Hinblick auf Investoren, wie für Seebrücke und Hotel, sei eine lebendige Innenstadt lebenswichtig.

Timo Gaarz (CDU) erinnerte daran, dass die CDU sich schon immer für ein Einzelhandelskonzept stark gemacht habe. Die Stadtvertretung könne jetzt die Weichen dafür stellen.

Günter Thiel (FDP) lehnte ein Gutachten nicht ab, denn es könnte die Zukunftsplanung Heiligenhafens darstellen und nicht nur auf Verbrauchermärkte ausgerichtet sein. Die Abstimmung über den weiterführenden Antrag (Gutachten) führte bei acht Ja-Stimmen und acht Ablehnungen sowie zwei Enthaltungen zu einem Patt, sodass der Antrag abgelehnt wurde.

Das Familienunternehmen Jens will den neuen Frischemarkt als EDEKA/Neukauf führen. Dabei handelt es sich um ein Geschäft, das ausschließlich Lebensmittel und frische Waren führt. Mit diesem Sortiment trete man nicht in Konkurrenz zur Innenstadt. Sogenannte „innenstädtisch relevante Artikel“ werde man nicht in das Sortiment aufnehmen, ließ der Betreiber wissen.

Schon in der Sitzung vom 9. Oktober 2008 hatte sich die Stadtvertretung unter Top 20 „Grundstücksangelegenheiten“ mit der Errichtung eines Lebensmittelmarktes an der südlichen Bergstraße bei Aldi-West befasst.

• Erst

• Poppendiecker,

• dann Eybächer

Durch die Abwesenheit des SPD-Stadtvertreters Poppendiecker kam es damals zu Stimmengleichheit und somit zur Ablehnung des Vorhabens. Auf der Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstag hatte sich der CDU-Stadtvertreter Erik Eybächer entschuldigt. Mit seiner Stimme hätte die CDU ihr gefordertes Gutachten über die Innenstadtverträglichkeit von Verbrauchermärkten durchsetzen können.

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