Mehrheit im Hauptausschuss fordert Untersuchung des Bürgermeisters

Müller soll zum Amtsarzt

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Seit Donnerstag letzter Woche ist Heiligenhafens Bürgermeister Heiko Müller nach langer Krankheit zurück im Dienst.

Heiligenhafen -Von Peter Foth- Kaum wieder im Amt, sieht sich Heiligenhafens Bürgermeister Heiko Müller von einem von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Monika Rübenkamp eingebrachten Antrag und mit Mehrheit von CDU, SPD, BfH und FDP getragenen Beschluss, gefällt im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses, konfrontiert, der eine amtsärztliche Untersuchung des Bürgermeisters auf Dienstfähigkeit fordert.

Wie Heiko Müller sagte, möchte er öffentlich darüber reden, denn nach Prüfung durch den Städteverband bestehe hier eine deutliche Verletzung der Fürsorgepflicht gegenüber des hauptamtlich tätigen Bürgermeisters. Auch die Kommunalaufsicht wurde kontaktiert, und diese habe, obwohl nach Müllers Ansicht gar nicht zuständig, seinem Stellvertreter empfohlen, den Amtsarzt einzuschalten. Der Termin für die amtsärztliche Untersuchung ist für kommenden Montag (20. Mai) anberaumt, berichtete Müller und betonte im gleichen Atemzug: „Und ich werde hingehen.“

Er präsentierte der HP unterdessen fachärztliche Berichte, die nach seinen Worten eindeutig bescheinigen würden, dass sein Krankheitsverlauf nicht außerhalb der normalen Rekonvaleszenzzeit (Wiederherstellung der Gesundheit) gelegen hätte. Auf die Frage unserer Zeitung nach dem Krankheitsverlauf antwortete Müller ganz offen. „Es fing an mit einer Viruserkrankung vor Weihnachten, die damals auch andere Freunde befallen hatte. Anfang Januar bin ich ausgerutscht und gestürzt und habe mir einen Trümmerbruch des linken Mittelfußknochens zugezogen, der zunächst nicht erkannt wurde. Als die Diagnose stand, war eine sofortige Operation notwendig. Mit neun Schrauben und einer Titanplatte wurde der Trümmerbruch stabilisiert“, erzählte der Verwaltungschef. Die behandelnden Ärzte hätten danach mindestens sechs Wochen Rollstuhl und im Anschluss sechs Wochen Tragen eines Vacoped-Stiefels verordnet. „Insgesamt bin ich fast drei Monate krank gewesen.“

Auf Empfehlung der Ärzte habe er dann seinen Resturlaub aus 2018 angetreten, um zur Erholung in die Sonne zu fliegen. „Im Flieger habe ich mir eine Bakterieninfektion zugezogen“, so Müller. Der Urlaub endete abrupt, zurück in Deutschland folgten eine Untersuchung beim Facharzt sowie ein Krankenhausaufenthalt „Bis heute leide ich noch unter den Folgen, bin aber seit Donnerstag letzter Woche wieder im Dienst“, so Müller.

Auf die Frage unserer Zeitung, ob er in den vergangenen Wochen und Monaten ans Aufhören gedacht habe, sagte Müller: „Ganz im Gegenteil. Die Angebote von Investoren in Heiligenhafen habe ich auch während meiner Krankheit telefonisch wahrgenommen. Heiligenhafen ist nachgefragt wie nie. Die Möglichkeit, insgesamt fast 400 Millionen Euro zu investieren, zum Beispiel in die Hafencity, sozialen Wohnungsbau, die Innenstadtentwicklung und mehr, gilt es, zu realisieren. Darin werde ich auch weiter meine ganze Kraft stecken, um die in dieser Größenordnung noch nie dagewesenen Entwicklungschancen unserer Stadt für unsere Zukunft, Arbeitsplätze und unsere Jugend realisieren zu können.“

Auch die absolut wichtige und zukunftsorientierte ärztliche Versorgung für die Heiligenhafener und ihre Urlaubsgäste liege ihm weiter am Herzen, „denn durch Altersabgänge und Facharztmangel ist die ärztliche Versorgung nicht mehr gesichert“. Sein Ziel sei es, so schnell wie möglich das „Büsumer Modell“ auch in Heiligenhafen umzusetzen, um eine moderne und zukunftsfähige ärztliche Versorgung vor Ort sicherzustellen. „Das ist auch nach meinen bisherigen Gesprächen das Bestreben und der Wunsch der Ärzteschaft.“

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