Folkert Loose vertritt Heiligenhafens Bürgermeister Heiko Müller bereits mehrere Monate

„Meine Tage sind lang“

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Folkert Loose sitzt am Bürgermeister-Schreibtisch im Heiligenhafener Rathaus.

Heiligenhafen –Von Patrick Rahlf– Für Heiligenhafens Ersten Stadtrat Folkert Loose ist 2019 ein arbeitsintensives Jahr. Mehrere Monate hat der 60-Jährige bislang Bürgermeister Heiko Müller vertreten müssen, der krankheitsbedingt nicht arbeiten kann. „Meine Tage sind lang, dennoch macht mir der Job Spaß und ich vertrete den Bürgermeister gerne“, sagt Loose im Gespräch mit der HP.

Unter der Woche ist der Arbeitsalltag für den Ersten Stadtrat zeitlich eng getaktet. Während um fünf Uhr morgens der Wecker klingelt, ist um 6.30 Uhr Dienstbeginn in Eutin. Folkert Loose, der jahrelang das Wasserschutzpolizeirevier Heiligenhafen geleitet hat, ist mittlerweile Leiter des Diensthundewesens in Schleswig-Holstein. „Dort arbeite ich Vollzeit und fahre dann am frühen Nachmittag zurück nach Heiligenhafen.“ Im Anschluss wartet der Bürgermeister-Job im Rathaus auf den CDU-Stadtvertreter, der ihn einige Stunden täglich fordert. „Die Funktionsfähigkeit der Verwaltung muss aufrechterhalten bleiben. Es gibt Dinge, die darf nur der Bürgermeister und kein Fachbereichsleiter unterschreiben“, so Loose. Sitzungswochen sowie offizielle Termine, wie zuletzt die Eröffnung der Vernissage in der Warderschule, runden seinen Terminkalender derzeit ab. Und dennoch: Loose beklagt sich mit keinem Wort.

„Ich komme aus der Verwaltung, deshalb finde ich mich hier zurecht. Aber natürlich geht das alles nur mit einem guten Team, das die Heiligenhafener Stadtverwaltung zweifelsohne ist.“ Dennoch kann ein Stellvertreter nicht gänzlich die Arbeit eines hauptamtlichen Verwaltungschefs auffangen. „Ein Bürgermeister setzt Akzente und gibt die Richtung bei bestimmten Themen vor. Das nehme ich mir nicht heraus“, so Loose, der in diesem Zusammenhang auf einen wichtigen Termin in dieser Woche anspielt – Stichwort Ärztehaus. Sämtliche niedergelassenen Ärzte in der Warderstadt wurden angeschrieben, um sich bei einem Treffen im Rathaus über die Zukunft der Ärzteversorgung in Heiligenhafen auszutauschen.

„Bis 2022 brauchen wir eine Lösung, ansonsten bekommen wir Probleme“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister. Ein Ärztehaus, das zwischen Wendstraße und Thulboden entstehen könnte, wäre eine echte Option.

Auch weitere bedeutende Themen für die Stadt standen in den vergangenen Monaten auf Looses Agenda, unter anderem der gemeinsame Bahnhaltepunkt mit Großenbrode sowie das interkommunale Gewerbegebiet bei Jahnshof. „Für das Gewerbegebiet soll 2020 endlich der Startschuss fallen. Auch für den dort beheimateten Kammmolch wurden Lösungen gefunden.“ Ausschreibungen für ein neues Feuerwehrfahrzeug und eine Drehleiter wurden ebenfalls auf den Weg gebracht.

In der Öffentlichkeit muss sich Folkert Loose, der in Abwesenheit von Florian Kinnert (BfH) vertreten wird, an seine Rolle erst mal gewöhnen. „Auf der Straße grüßen mich Menschen, die ich gar nicht kenne“, sagt der Polizeibeamte lachend. Auch habe er schon gehört, dass er bei der nächsten Bürgermeisterwahl im Jahr 2022 als „heißer Kandidat“ gehandelt werde. „Mit Blick auf mein Alter kann ich sagen, dass ich hier keinerlei Ambitionen hege“, stellt Loose klar. Im Gegenteil: Ab Mai kommenden Jahres will der derzeitige „Workaholic“ seinen Ruhestand genießen.

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