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Minigolf-Projekt in Großenbrode: Baustopp verhängt

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Von: Patrick Rahlf

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„Vier Jahreszeiten“ in Großenbrode
Durch die jüngste Gerichtsentscheidung dürfen bis auf Weiteres keine Bauarbeiten auf der Freifläche vor dem „Vier Jahreszeiten“ stattfinden. © Patrick Rahlf

Beim Minigolf-Projekt in Großenbrode wurde ein Baustopp verhängt. Die Eigentümergemeinschaft hat vor Gericht einen „Etappensieg“ errungen. Doch das ist noch nicht das endgültige Aus des Projektes.

Großenbrode – Die Pläne für den Bau einer 18 Löcher umfassenden Adventure-Minigolfanlage auf einer im Besitz der GTS befindlichen Grünfläche vor der Ferienanlage „Vier Jahreszeiten“ in Großenbrode stoßen bei der Eigentümergemeinschaft nicht auf Gegenliebe. Diese lässt sich bereits seit geraumer Zeit anwaltlich vertreten (wir berichteten) und hat nun ein Eilverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht für sich entscheiden können – ein „Etappensieg“, wie es Sonja Isbarn, Mitglied der Eigentümergemeinschaft, gegenüber der HP ausdrückte.

Der Bebauungsplan werde in diesem Zusammenhang bis auf Weiteres außer Vollzug gesetzt, bis über das Hauptsacheverfahren entschieden ist. Weitere Bauarbeiten dürfen vorläufig nicht mehr stattfinden. Die Gemeinde Großenbrode könne gegen diese Entscheidung keine Rechtsmittel einlegen, heißt es vom Gericht.  

Als Grund wird der Bauverbotsstreifen im Rahmen des Küstenschutzes angeführt. Hier habe die Gemeinde Großenbrode eine erneute Beteiligung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) versäumt, rügt die zuständige Richterin und attestiert den Planern ein „Ermittlungsdefizit“. Die Deadline hierfür ist mittlerweile abgelaufen. Ob im Nachhinein dieses Versäumnis noch korrigiert werden kann, muss im Hauptsacheverfahren entschieden werden. Bekanntlich muss an Nord- und Ostsee ein Küstenschutzstreifen von 150 Metern von jeder Bebauung freigehalten werden.

„Nun wissen wir, dass unsere Bedenken angebracht waren“

„Wir sind alle erleichtert, dass das Gericht so entschieden hat. Wir wurden von der Mehrheit der Gemeindevertretung in der Vergangenheit als kleinkarierte Nörgler hingestellt. Nun wissen wir, dass unsere Bedenken angebracht waren“, erklärte Sonja Isbarn, die aber klarstellte, dass die Entscheidung noch nicht das endgültige Aus für die geplante Minigolfanlage, die Gastronomie sowie die öffentliche Toilettenanlage auf der Grünfläche vor dem „Vier Jahreszeiten“ bedeute. Ohnehin beschäftigt sich das Gericht mit einem von der Eigentümergemeinschaft initiierten Normenkontrollverfahren, da der Gemeinde Verfahrensfehler im Planungsprozess vorgeworfen werden.

„Die geplante Gastronomie ist an dieser Stelle schlichtweg überdimensioniert. Die weitere Bodenversiegelung, die Verkehrssituation, die Feuerwehrzufahrt sowie die für Anwohner nicht zumutbare Lärmbelästigung sind weitere Gründen, warum wir uns als Eigentümergemeinschaft gegen das Vorhaben wehren“, so Isbarn.

Bürgermeister erfuhr am Montag von der Entscheidung des Gerichts

Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (CDG) hat am Montag von der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts erfahren. „Wir haben die besagte Fläche in unseren Masterplan aufgenommen und somit gesichert. Nun müssen Juristen diesen Vorgang klären, viel mehr kann ich dazu nicht sagen“, so seine Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung.

Ursprünglich waren die Projektbefürworter davon ausgegangen, dass bereits im Sommer 2021 die Minigolfbälle vor der „Vier Jahreszeiten“-Anlage rollen sollten. CDU und BfG hatten in der Vergangenheit immer wieder gefordert, die Adventure-Minigolfanlage an die Strandstraße zu verlegen.

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