Güterumschlag sinkt um 26 Prozent

Das Minus wird immer größer

Am Donnerstag flossen aus dem LEV-Silo 1040 Tonnen Weizen in den Bauch der „Elvi Kull“. Das Getreide wurde nach Rotterdam verschifft. Foto: Höppner

HEILIGENHAFEN (hö)  • Das Jahr 2009 fängt für die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) nicht gut an. Denn für den ohnehin permanent defizitären Kommunalhafen zeigt die Tendenz bei der Personenbeförderung und dem Güterumschlag weiter nach unten.

So rechnet HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade für 2008 mit einem Minus von rund 135 000 Euro. 2007 hatte der Verlust im Kommunalhafen bei 80 400 Euro gelegen. „Das ist eine gewaltige Steigerung“, bedauert Wohnrade die Negativ-Entwicklung.

Der Güterumschlag im Heiligenhafener Kommunalhafen – hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die Getreideausfuhr – sank von 2007 auf 2008 um 26 Prozent. Transportierten im vorletzten Jahr 55 Schiffe noch 66 738 Tonnen, steuerten 2008 nur noch 44 Schiffe die Warderstadt an, um 54 071 Tonnen umzuschlagen.

„Auf die Entwicklung können wir keinen Einfluss nehmen“, sind der HVB diesbezüglich die Hände gebunden. Könnten größere Schiffseinheiten den Kommunalhafen anlaufen, sähe das sicherlich anders aus, doch dazu müssten die Fahrrinne und das Hafenbecken auf sechs Meter ausgebaggert werden, so Wohnrade. Das sei finanziell aber nicht realisierbar, so der HVB-Geschäftsführer. Außerdem fiele die Vertiefung der Fahrrinne in die Zuständigkeit des Bundes, und dass dieser bei einem Güterumschlag von 60 000 Tonnen eine Ausbaggerung für sinnvoll halte, sei wohl sehr unwahrscheinlich.

Bei den Fischanlandungen – hier fehlen noch die Zahlen für Dezember – rechnet Wohnrade mit ähnlichen Mengen wie in den Vorjahren.

• Wohnrade

• vermisst

• Marketing

Bei der um 13,7 Prozent gesunkenen Personenbeförderung (Angelkutter, Kurzfahrer) sieht Wohnrade jedoch Handlungsspielraum. 47 078 Personen wurden im letzten Jahr nur noch registriert, die von Heiligenhafen aus zu Angel- oder Kurzfahrten aufbrachen. 2007 waren es noch 54 526 Personen. Ein Grund des Rückganges sei vielleicht die allgemeine Finanznot, doch die Betriebe müssten sich etwas überlegen, wie man vor allem Neukunden gewinnen könne, so Wohnrade, der ein Marketingkonzept vermisst.

Der HVB-Geschäftsführer nennt ein Beispiel: Bei der am 17. Januar beginnenden Messe „boot“ in Düsseldorf ist eine ganze Halle für den Angelsport reserviert, doch Heiligenhafener Betriebe fehlten gänzlich.

Für die HVB, die in den letzten beiden Jahren die Spundwand und Teile der Hafenbetriebsfläche sanierte, kommen weitere Investitionen in die Hafenbetriebsflächen – gerade vor dem Hintergrund der weiter sinkenden Einnahmen im Kommunalhafen – vorerst nicht infrage. Und an der Gebührenschraube könne man auch nicht mehr drehen, sagte Wohnrade gegenüber der HP.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.