Zukunftsprognosen beim CDU-Neujahrsempfang am Sonntag

„Mit Gelassenheit ins neue Jahr“

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Ein überdimensionales Mikado-Spiel war die „Müller-Überraschung“ beim CDU-Neujahrsempfang.

HEILIGENHAFEN (ft) · Politische Reden mit Kernaussagen zur Kreis- und Landespolitik, aber auch Prognosen für die Zukunft der Warderstadt und natürlich Neujahrsgrüße standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfanges der CDU am Sonntag im Veranstaltungspavillon.

Während der stellvertretende Landrat Ulrich Rüder und MdL Klaus Klinckhamer nüchtern die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten im Kreis und Land in den Mittelpunkt ihrer Reden stellten, blickte ein wortgewandter Timo Gaarz mit „Gelassenheit ins Jahr 2011“.

Diese sei auch das Gebot der Stunde bei der politischen Auseinandersetzung, wenn erklärt werden müsse, warum die ein oder andere Entscheidung so getroffen wurde oder nicht. Politik sei dann doch schwerer zu erklären als man denkt. Mit einem „Kuh-Beispiel“ in der Politik versuchte Gaarz trotzdem diesen Spagat. Die Ausführungen des CDU-Ortsvorsitzenden sorgten für Heiterkeit im Saal, denn wenn alle Parteien nur zwei Kühe besitzen, weicht die Verwendung doch weit von einander ab.

Politik ist eben ein schweres Feld der Betätigung, das machte Timo Gaarz mit seiner „Kuh-Politik“ deutlich, auch wenn die Bürger für Heiligenhafen (BfH) eine ihrer „Kühe“ dem Bürgermeister schenken und der sie beleuchtet zum Weiden vor das Rathaus stellt. Bürgermeister Heiko Müller war – wie konnte es anders sein – ebenfalls „gut gerüstet“ zum Neujahrsempfang erschienen. Sein Präsent an die CDU war ein überdimensionales „Mikado“-Spiel.

„Wenn sich nichts bewegt, wird beim Mikado gepunktet und je nach Farbe des Stabes, den man ergattert, gibt es mehr oder weniger Punkte“, sagte Müller. Die Mikadostäbe seien „gelb-rot-gelb“, blau-rot-blau“ oder „grün-blau-grün“ gekennzeichnet. Schwarz komme hier nicht vor – nur als Beutel. Beim „Bürgermeister-Mikado“ gehe es andersrum und das gelte auch für die ganze Stadt.

 ▪ Müller: „Wer sich zuletzt bewegt, hat verloren“

„Wer oder was sich zuletzt für eine gute Zukunft bewegt, hat verloren“, konterte Müller. Das gelte nicht nur für die Parteifarben der Stadt, sondern auch für Betriebe, Vereine, Verbände und Institutionen. Müllers Wunsch wäre ein Stab, der mit den Farben „blau-gelb-grün-rot-schwarz“ 100 Punkte zählen würde.

In seiner Rede zeigte sich Heiko Müller aber auch realistisch, als er die großen Erfolge des letzten Jahres, die weit ins neue Jahr ausschlagen, noch einmal hervorhob. Heiligenhafen sei auf dem richtigen Weg, die touristische Infrastruktur zukunftsorientiert zu gestalten, sagte der stellvertretende Landrat Ulrich Rüder. Mit einer 70-prozentigen Förderung können jetzt die Erlebnisseebrücke in Angriff genommen werden. In diesem Zusammenhang ging ein Dank an den Landtagsabgeordneten Klaus Klinckhamer. Ulrich Rüder unterstrich die Aussage von Bürgervorsteher Georg Rehse am Neujahrstag im Aktiv-Hus, wo Rehse sagte; „Heiligenhafen ist eine wunderschöne Stadt, die mit neuen Projekten aufwarten könne und so die Weichen in die Zukunft gestellt habe.“ Klare Worte fand Ulrich Rüder auch zur Festen Fehmarnbeltquerung; hier gehe der Kreis davon aus, dass die Brücke oder der Tunnel gebaut werde. Rüder kritisierte die SPD, deren Bundestagsabgeordnete Hagedorn gegen die feste Beltquerung sei, während sich im Landtag Regina Poersch (SPD) dafür ausspreche.

 ▪ Auf die Zukunft vorbereitet sein

Eine klare Position habe dagegen Ingo Gädechens (CDU) bezogen, indem er die Interessen der Gemeinden, Städte und Menschen im Bereich der Hinterlandanbindung in Berlin vertrete. Der stellvertretende Landrat schloss seine Rede mit dem Zitat: „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen. Es kommt darauf an, auf sie vorbereitet zu sein.“

„Wenn wir zurückblicken auf 2010, sollten wir glücklich und zufrieden sein – die Arbeitslosenzahlen sinken und wir leben in Frieden und Freiheit“, dieses Resümee zog Klaus Klinckhamer (CDU) in seiner Rede. Eine kritische Bilanz zog Klinckhamer dagegen mit Blick auf den Landeshaushalt. Schleswig-Holstein sei rettungslos überschuldet, in der freien Wirtschaft wäre das ein Fall für den Konkursverwalter. Jeder Bürger sei von Sparmaßnahmen betroffen. Der Haushalt weise ein Defizit von 1,25 Milliarden Euro auf. Eine Schuldenbremse werde dafür sorgen, dass dieser Haushalt bis 2010 ausgeglichen werde.

Mit Blick auf die Region Heiligenhafen zeigte sich Klinckhamer bereit, sich jederzeit einzubringen. Der CDU-Landtagsabgeordnete sprach von einer guten Zusammenarbeit mit der HVB. Heiligenhafen habe seine Stärken im Tourismus und da sei es wichtig, eine Promenade ebenso zu fördern wie einen Autohof, der woanders hingehört. Klinckhamer: „Wir wollen die Region stärken und dem fühle ich mich verpflichtet.

Auch Timo Gaarz blickte in seinem Schlusswort in die Zukunft: „Wir haben ein Land, eine Stadt vor Augen, die jeder von uns persönlich ganz prägen kann. Hier sind die Menschen bereit, sich zu engagieren – ob in Ehrenämtern und Mandaten oder einfach im korrekten Handeln gegen Missstände oder menschliche Not.“ In seiner Neujahrsbotschaft sprach Gaarz aber auch von einem Land, einer Stadt, in der eine vielfältige Bildungslandschaft und für jeden die richtige Förderung und Auf-stiegschancen gegeben sind. Bei einer Gulaschsuppe und lockeren Gesprächen klang der Neujahrsempfang aus.

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