Ministerpräsident, Bischöfin und zahlreiche Zuschauer weihten in Oldenburg den Radweg ein

Der Mönchsweg ist eröffnet

Landesvater Peter Harry Carstensen und Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter stiegen aufs Rad, um in Oldenburg offiziell denMönchsweg zu eröffnen.

Von Peter FothOLDENBURG • Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Alt-Erzbischof Dr. Ludwig Averkamp und Ostholsteins Landrat Reinhard Sager haben in Oldenburg gemeinsam den  Mönchsweg eröffnet.

„Wir sind ein Land, in dem man vom Fahrrad aus etwas sehen kann, das ist ganz anders als in Bayern, deshalb machen die Leute ja auch Urlaub von den Bergen“, sagte Peter Harry Carstensen unter viel Beifall auf dem Oldenburger Marktplatz.

Schleswig-Holstein sei das Bundesland mit der größten Fahrradwegdichte von 15000 Kilometern. Der Mönchsweg biete neben viel Natur auch eine interessante Geschichte, stellte der Ministerpräsident fest.

Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter sprach davon, dass hier nicht nur Sport, Muskeln, Fitness gefragt seien. Der Mönchsweg bringe auch andere Dimensionen, die tiefer gingen, zum Klingen. Auf diesem schönen Weg komme alles zusammen: Nach innen schauen und nach außen natürlich die Natur und die Menschen erleben. Zu wissen, dass an Gott sich zu orientieren und etwas für die Natur, für die Mitwelt und die Menschen zu tun,  zusammen gehören.

Für Landrat Reinhard Sager orientiert sich der Mönchsweg an wunderschönen Kirchenbauwerken, an den Inhalten der Kirche, die heute in einer Zeit der globalisierten Welt immer mehr an Bedeutung gewinnen würden. Fasziniert sei Ostholsteins Landrat, dass der Mönchsweg über Grenzen hinweg 70 Kommunen zusammengebracht habe.

Auf den Wegen der Missionare

Auf den Spuren der ersten christlichen Missionare im Mittelalter führt die Route von Glückstadt an der Elbe bis zur Ostseeinsel Fehmarn, vorbei an zahlreichen alten Kirchen und Klöstern, prächtigen Schlössern und typischen Gutshöfen. Entlang der Route stehen über 40 radfahrerfreundliche Quartiere zur Verfügung. Der Ministerpräsident  ist sicher, dass die alten Kirchen und Klöster sowie die malerischen Schlösser und Gutshöfe die Radler begeistern werden. „Der Mönchsweg macht die schleswig-holsteinische Kirchengeschichte greifbar. Mit diesem interessanten neuen Radfernwanderweg festigen wir auch in Zukunft unsere Position als Fahrradland Nummer eins“, so Carstensen.

Für die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter bereichere der Mönchsweg das geistliche Leben auf eine besonders schöne Weise. „Einmal quer durch den Sprengel Holstein-Lübeck, von Glückstadt bis nach Fehmarn, lade der Rad-Pilgerweg ein, eigene geistliche Erfahrungen zu machen. Die Kirchen am Wegesrand sind geöffnet und bieten Rast: Zum Innehalten, zum Beten, zum Auftanken.

Die Bürgermeister von Oldenburg und Heiligenhafen, Andreas Bigott und Heiko Müller, hoffen, dass die Radler auf dem Mönchsweg auch in ihrer Stadt Rast machen und die Schönheiten Wagriens genießen können.

Die Pläne von Horst Weppler, führender Mönchsweg-Berater in der Kreisverwaltung, gehen noch weiter. Wenn die Projektgruppe und alle anderen mitziehen, könne ein Radweg bis Stockholm Wirklichkeit werden.

Die Route des neu eröffneten Mönchswegs verläuft von Glückstadt kommend zu- nächst am Fluss Stör entlang bis nach Itzehoe. Weiter geht es über Bad Bramstedt vorbei am Wildpark Eekholt zur  Karl-May-Stadt Bad Segeberg. Hier wartet das Augustiner-Chorherren-Kloster auf interessierte Besucher. Wer am aktiven Mönchsleben teilnehmen möchte, sollte einen Abstecher in das Benediktinerkloster Nütschau nicht versäumen.

Radeln auf einer malerischen Route

Das dem Kloster angeschlossene Haus Ansgar ist offen für Besucher aller Konfessionen, bietet Übernachtungs- möglichkeiten, gutes Essen, vor allem aber den Einblick in die jahrhundertealte Tradition mönchischen Lebens.

Im Frühsommer erwartet die Radfahrer in der hügeligen Landschaft des Naturparks Holsteinische Schweiz ein besonders kontrastreicher Farbenteppich. Leuchtend gelbe Rapsfelder auf der einen Seite, tiefblaue Seen auf der anderen, dazwischen schmucke kleine Dörfer mit Reet gedeckten Häusern. Außerdem laden die Städte Plön und Eutin mit ihren prächtigen Schlössern und ihren schmalen, verwinkelten Gässchen zum Besuch ein.

Im östlichen Teil des Mönchswegs geht es an die Küste. Spätestens am weißen Ostseestrand, im Hof des ehemaligen Benediktinerklosters in Cismar unweit von Grömitz oder an der Steilküste der Insel Fehmarn wird es deutlich: Der Mönchsweg zeigt Schleswig-Holstein in seiner ganzen Vielfalt und ist eine Bereicherung für Körper, Geist und Seele.

 

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