Start der Gemeinschaftsschule eher unwahrscheinlich / Nur 35 Anmeldungen, 60 sind erforderlich

Müller: Das ist ein Tiefschlag für die Stadt

HEILIGENHAFEN (hö)  • In Heiligenhafen hat sich die Kommunalpolitik für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule entschieden.

Ob diese wirklich kommt, ist eher unwahrscheinlich, denn die Anmeldezahlen für den fünften Jahrgang, die dem Bildungsministerium übermittelt werden müssen, sind ernüchternd. Nach Angaben der Verwaltung wurden nur 35 Schüler angemeldet, mindestens 60 müssten es laut Schulgesetz für eine Gemeinschaftsschule sein, 45 übrigens für eine Regionalschule.

„Das ist ein Tiefschlag für die Stadt“, bedauert Bürgermeister Heiko Müller die Entwicklung. Mit nur 35 Schülern habe Heiligenhafen kaum Aussicht auf eine Genehmigung durch das Bildungsministerium. Das habe ihm Schulrätin Annegret Dube, die zu einem Gespräch im Rathaus weilte, mitgeteilt. Jetzt muss in der Warderstadt wohl ganz neu gedacht und das Thema politisch wieder aufgerollt werden.

Als Empfehlung habe die Stadt mitbekommen, in einer Art Übergangslösung die fünften und sechsten Klassen der Haupt- und Realschule als Orientierungsstufe zusammenzulegen, um eventuell für das Schuljahr 2010/11 in einem zweiten Anlauf einen neuen Antrag zu stellen, wie immer dieser auch aussehen mag.

„Wir müssen unsere Schularbeiten machen und in den politischen Gremien diskutieren“, so Müller, der davon ausgeht, dass eine Sondersitzung der Stadtvertretung eingeschoben werden muss, um rechtzeitig vor dem kommenden Schuljahr Klarheit zu haben. Die Juni-Sitzung käme eindeutig zu spät.

Für den Verwaltungschef kommt nun noch eine weitere Unwägbarkeit hinzu, denn bei einer Ablehnung der Gemeinschaftsschule, könnten weitere Schüler, die unbedingt eine Gemeinschaftsschule besuchen wollen, in Richtung Fehmarn oder Oldenburg abwandern. Das beträfe wohl vor allem Schüler, die aus umliegenden Gemeinden wie Neukirchen oder Heringsdorf hier angemeldet wurden, vermutet Müller, der ein bitteres Fazit zieht: „Wir haben alles versucht, jetzt müssen wir überdenken, wie wir das Beste für die Schüler herausholen.“

Ganz anders sieht es hingegen in den umliegenden Gemeinden aus, die im Schuljahr 2009/10 ebenfalls mit einer Gemeinschaftsschule starten wollen. Hier ist der Zulauf überaus groß.

Albrecht Dudy, Schulleiter der Realschule in Oldenburg, teilte der HP auf Anfrage mit, dass 115 Anmeldungen für den fünften Jahrgang vorlägen. Dabei hätte man etwa gleichviel Kinder mit Haupt- und Realschulempfehlung, aber auch einige Kinder mit Empfehlung fürs Gymnasium. Im Moment würde dies eine Vierzügigkeit bedeuten, man hoffe aber noch auf eine Fünfzügigkeit der fünften Klasse, so Dudy.

• Gymnasium

• fünfzügig

Diese Fünfzügigkeit steht dem Freiher-vom-Stein-Gymnasium in Oldenburg im neuen Schuljahr bevor, denn hier lagen bislang 133 Anmeldungen vor.

Michaela Schmeiser, Schulleiterin der seit zwei Jahren als Gemeinschaftsschule geführten Inselschule in Burg, konnte keine genaue Zahl der Anmeldungen nennen. Das Anmeldeverhalten habe sich gegenüber den beiden Vorjahren aber nicht verändert, ließ sie die HP wissen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass auch weiterhin Schüler aus Heiligenhafen und Großenbrode sich für einen Besuch der weiterführenden Schule auf Fehmarn entschieden haben.

Die Gemeinde Lensahn kann ebenfalls davon ausgehen, dass die Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2009/10 eingeführt wird, denn hier liegen für den fünften Jahrgang bislang 68 Anmeldungen vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.