Bienenschutz: Kleingärtnerverein geht mit gutem Beispiel voran

„Müssen gegensteuern“

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Peter Fiedler vor einem nicht vermieteten Kleingarten in der Kolonie „Open Över“. Hier hat es im Sommer, zur Freude von Bienen und Insekten, kräftig geblüht.

Heiligenhafen –Von Patrick Rahlf– Der Heiligenhafener Stadtentwicklungsausschuss ist nicht nur dafür da, um über geplante Großprojekte zu diskutieren. Auch ein Thema wie das vermehrt auftretende Bienen- und Insektensterben rutscht schon mal auf die Agenda. Am Donnerstagabend hatte der Ausschuss Peter Fiedler, 1. Vorsitzender des Heiligenhafener Kleingärtnervereins, eingeladen, damit dieser über gezielte Gegenmaßnahmen referieren konnte.

Insbesondere der Pflanzen- und Obstbau ist auf die Bienen angewiesen. Schließlich sind etwa 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge in diesem Bereich von der Bestäubung durch die Honigbiene abhängig. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es ohne die Biene zu erheblichen Ernteausfällen kommen würde. „Wir müssen gegensteuern, ansonsten kommen zukünftig erhebliche Probleme auf uns zu“, gab Peter Fiedler zu bedenken. Der Kleingärtnerverein Heiligenhafen, mit fast 300 Mitgliedern Nummer zwei in Ostholstein, hat sich der Aufgabe bereits seit längerer Zeit verschrieben. „Nicht verpachtete Gärten werden von uns mit insektenfreundlichen Blumen und Sträuchern bepflanzt. Früher wurde alles kurz gehalten, jetzt lassen wir es wachsen“, berichtete Fiedler. Für Bienen und Insekten ein wahres El Dorado. „Wir wollen unsere Pächter dafür sensibilisieren, richten aber gleichzeitig einen Appell an alle Hausbesitzer, eine insektenfreundliche Bepflanzung in ihren Gärten vorzunehmen.“ Für nähere Infos und welche Pflanzen sich hierfür besonders gut eignen, steht Peter Fiedler gerne zur Verfügung.

Ein weiteres Projekt des Kleingärtnervereins ist es, in der Kolonie am Lütjenburger Weg auf einer Freifläche eine Streuobstwiese anzulegen. Auch diese eigne sich hervorragend für den Fortbestand von Insekten. „Eine engagierte Bienenzüchterin haben wir ebenfalls schon am Lütjenburger Weg, demnächst auch in der Kolonie am Wachtelberg“, berichtete Fiedler.

Die vier Kolonien im Heiligenhafener Stadtgebiet mit insgesamt 335 Parzellen gelten gemeinhin als grüne Lunge der Stadt. Peter Fiedler: „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und hoffen auf viele private Hausbesitzer, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen.“

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