Folgt auf die Veränderungssperre der Ausschluss von Zweitwohnungen in der Innenstadt?

„Müssen wachsam sein“

Monika Rübenkamp (SPD), Vorsitzende des Heiligenhafener Stadtentwicklungsausschusses, sieht die Grundstücksverkäufe in der Schlamerstraße und in der Bergstraße ebenfalls kritisch. „In diesem Bereich der Innenstadt stehen viele alte Häuser, von denen in den nächsten Jahren sicherlich noch einige zum Verkauf angeboten werden. Wir wollen verhindern, dass Investoren diese Grundstücke kaufen und hochpreisige Zweitwohnungen für Hamburger bauen. Dann wird die Innenstadt zu einer Rolladensiedlung – und wir wollen das genaue Gegenteil.“
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 Monika Rübenkamp (SPD), Vorsitzende des Heiligenhafener Stadtentwicklungsausschusses, sieht die Grundstücksverkäufe in der Schlamerstraße und in der Bergstraße ebenfalls kritisch. „In diesem Bereich der Innenstadt stehen viele alte Häuser, von denen in den nächsten Jahren sicherlich noch einige zum Verkauf angeboten werden. Wir wollen verhindern, dass Investoren diese Grundstücke kaufen und hochpreisige Zweitwohnungen für Hamburger bauen. Dann wird die Innenstadt zu einer Rolladensiedlung – und wir wollen das genaue Gegenteil.“

Heiligenhafen – Die Ferienorte in Ostholstein sind gefragt – nicht nur als Badeziel für Tagestouristen und Urlauber im Sommer, sondern vor allem auch als Zweit- oder Ferienwohnsitz. Doch die Zahl der Ferienwohnungen steigt, während Einheimische immer schwieriger Wohnraum finden. Einige Ferienorte wollen deshalb jetzt gegensteuern.

  • Zweitwohnungen in Travemünde sollen nicht weiter zunehmen
  • Thema in Heiligenhafen aktuell
  • Stadt hat bereits mit Veränderungssperre reagiert

Die Gemeinde Scharbeutz will künftig genau prüfen, wo Ferienwohnungen zugelassen werden können und wo nicht. Denn von den rund 7700 Wohnungen sind nach Angaben der Bürgermeisterin Bettina Schäfer (parteilos) knapp 5000 Zweit- und Nebenwohnungen. Deswegen sei es jetzt an der Zeit, auch an die eigenen Bürger zu denken, so Schäfer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

„Scharbeutz ist ganz anders gewachsen, den Ort kann man nicht mit Heiligenhafen vergleichen. Aber natürlich müssen auch wir wachsam sein“, sagte Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) gegenüber der HP.

In Travemünde wird bereits darauf geachtet, dass die Zahl der Zweitwohnungen nicht noch weiter zunimmt. „Diese sogenannten Rollladensiedlungen sind städtebaulich nicht gewünscht. Die Stadt hat deshalb dort Ferienwohnungen geplant, wo es städtebaulich sinnvoll ist, wie am Fischereihafen oder auf dem Priwall. An anderen Stellen sind sie schon ausgeschlossen“, sagte Stadtsprecherin Nicole Dorel dem NDR.

Auch in Heiligenhafen ist das Thema aktueller denn je. „Mit dem Abriss der alten Häuser in der Schlamerstraße und dem geplanten Bau von Wohnungen im absoluten Hochpreissegment sind in der Verwaltung die Alarmglocken angegangen. Wir müssen hier gegensteuern, sonst erkennen wir die Innenstadt bald nicht mehr wieder“, so Kuno Brandt. Die Stadtvertretung hat bereits mit einer Veränderungssperre reagiert, weitere Ferienwohnungen sind im Innenstadtbereich zukünftig ausgeschlossen. „Der eine oder andere ist in der Übergangsphase noch durchgerutscht. So auch der Investor in der Schlamerstraße, wo sowohl Zweit- als auch Ferienwohnungen möglich sind. Das spiegelt sich natürlich im hohen Preis wider“, erklärte Kuno Brandt.

Dass der selbe Bauherr kürzlich den alten „Bitburger“ in der Bergstraße ersteigert hat und auch dort „hochwertigen Wohnungsbau“ plant (die HP berichtete), hat viele Heiligenhafener aufgeschreckt. „Wir prüfen gerade, ob es Möglichkeiten gibt, zukünftig auch Zweitwohnsitze auszuschließen und nur noch Erstwohnsitze zu erlauben“, so Brandt. Die Verwaltung will der Politik mögliche Maßnahmen aufzeigen und anschließend gemeinsam erörtern, ob diese umsetzbar sind.

Rübenkamp: Keine Rolladensiedlung

Monika Rübenkamp (SPD), Vorsitzende des Heiligenhafener Stadtentwicklungsausschusses, sieht die Grundstücksverkäufe in der Schlamerstraße und in der Bergstraße ebenfalls kritisch. „In diesem Bereich der Innenstadt stehen viele alte Häuser, von denen in den nächsten Jahren sicherlich noch einige zum Verkauf angeboten werden. Wir wollen verhindern, dass Investoren diese Grundstücke kaufen und hochpreisige Zweitwohnungen für Hamburger bauen. Dann wird die Innenstadt zu einer Rolladensiedlung – und wir wollen das genaue Gegenteil.“

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