Reichlich Diskussionsbedarf im Hauptausschuss / Drei Heiligenhafener Straßen unter Denkmalschutz gestellt

Museumssteg schlägt hohe Wellen

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Beate Bock kritisierte in der Einwohnerfragestunde die Planungen zum Museumshafen erneut.

HEILIGENHAFEN -ra- Der geplante Museumssteg am Kommunalhafen, den HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel der HP bereits vorgestellt hat, schlägt weiterhin hohe Wellen. Beate Bock, Vorsitzende des Vereins Museumsschiff Heiligenhafen, lässt aktuell keine Einwohnerfragestunde aus, um auf die nach ihrer Meinung nach nicht zielführenden Planungen aufmerksam zu machen. So auch in der Sitzung des Hauptauschusses am Montag, in der es einen verbalen Schlagabtausch gab.

Erneut wies Beate Bock darauf hin, dass das rund eine Million Euro teure Projekt zahlreiche planerische Schwächen aufweise. „Die alten Museumssschiffe werden nicht vernünftig anlegen und manövrieren können, dafür reicht der angedachte Platz nicht aus“, sagte Beate Bock, die sich für eine öffentliche Vorstellung des Projektes Museumssteg aussprach. „Wir haben alle ein Recht darauf zu wissen, was da genau mit unseren Steuergeldern passiert“, pflichtete Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) Bock bei und ergänzte: „Wir verzichten dafür auf Straßen, Fußwege und viel mehr. Die HVB wird immer mehr zu einem Club, der sich selbstständig macht, und wenn ich sehe, was da noch alles in Planung ist, dann sage ich: nein, danke.“ Es müsse in Bezug auf den Museumshafen ein vernünftiges Konzept her, das die Bürger Heiligenhafens guten Gewissens mittragen könnten, so Müller. Wie Monika Rübenkamp (SPD) als Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses erklärte, werde sie sich für eine öffentliche Vorstellung einsetzen.

HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade ging in seinen Mitteilungen ebenfalls auf das Thema ein und sagte, dass bei der Eigenleistung der Stadt für den Museumshafen, die exakt 500000 Euro beträgt, keine Steuergelder enthalten seien. „Der Kredit wird nicht aus Bürgergeld bezahlt, wir haben eigene Einnahmen, die diesen finanzieren. Sollte das Projekt noch gestoppt werden, wird kein Meter Straße zusätzlich gebaut werden“, erklärte Wohnrade. Zudem sagte er, dass Liegeplatz und Manövrierfähigkeit der einzelnen Boote mit den jeweiligen Schiffsführern im Vorfeld besprochen worden seien. Beate Bock widersprach dieser Aussage entschieden.

In seinen Mitteilungen ging der Bürgermeister darauf ein, dass die Schlamerstraße, die Achterstraße sowie die Mühlenstraße unter Denkmalschutz gestellt wurden. „Wo kommen wir denn da hin, wenn so etwas einfach gemacht wird, ohne uns vorher Bescheid zu geben?“, fragte Müller rhetorisch in die Runde des Hauptausschusses. So würden der Stadt bei ihren Bemühungen, die Altstadt attraktiver zu gestalten, Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. „Von den maroden Regenwasserkanälen unter den Straßen ganz zu schweigen“, sagte Heiko Müller, der nun schnell Rücksprache mit Landeskonservator Dr. Michael Paarmann halten wolle, um nach Lösungen zu suchen.

Finanziell nicht unterstützen wird die Stadt den finanziell in Schwierigkeiten geratenen Lensahner Museumshof. Nur Manfred Ebken (Grüne) sprach sich für eine Unterstützung aus.

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