Planer Dr. Schade: Manövrierfähigkeit der alten Schiffe ist gegeben

Museumssteg vorgestellt

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So sieht die Planung für den neuen Museumshafen aus.

HEILIGENHAFEN –Von Peter Foth– Im Stadtentwicklungsausschuss wurden am Donnerstagabend Einzelheiten zur Planung des neuen Museumssteges vorgestellt. Im Rahmen der Planung des Entwicklungskonzeptes „Hafenkante“ sei mit dem Beschluss der Stadtvertretung vom 28. September 2017 das Vorhaben schon auf den Weg gebracht worden, sagte Ausschussvorsitzende Monika Rübenkamp (SPD). Die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) wurden mit der Umsetzung des Projektes beauftragt. Um offene Fragen zu beantworten und auch den Museumssteg im Detail vorzustellen, habe man zur Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses den Planer Dr. Daniel Schade eingeladen, um anhand der Planungsunterlagen den Brückenbau einmal zu erläutern.

Die Ausschussvorsitzende zitierte aus einen Schreiben des Rechtsanwaltes des Museumsvereins, wonach der Anwalt darum bat, den Museumsverein bei der Planung und Benutzung des Museumshafens mit einzubinden. Für Rübenkamp klang das so, dass der Museumsverein bei der Belegung dieses Museumshafens verantwortlich mitwirken möchte. Betreiber des Hafens seien aber die HVB und die Belegung gehöre in den Aufgabenbereich des Hafenmeisters. Einem Betreiber obliege auch die Pflicht, sich abzusichern, wenn zum Beispiel mit den Booten etwas passiere.

Wie Dr. Schade betonte, mache der neue Steg schon nach wenigen Metern einen großen Sprung nach Süden, damit Schiffe auf beiden Seiten des Stegs anlegen können. Beim Bau des neuen Anlegers habe man versucht, die Liegesituation an der Nordseite zu verändern. So könnten hier auch Traditionsschiffe liegen. Der Steg sei sehr breit ausgelegt und natürlich barrierefrei. Am Ende gäbe es einen Niedrigwasserbereich für kleinere Einheiten und Sitzgelegenheiten, von wo aus Besucher auf die Warderhäuser und die Sundbrücke sehen können. Die Brücke werde ein Geländer an beiden Seiten haben. Überall, wo Liegeplätze vorgesehen seien, werde es Zugänge zu den Schiffen geben.

Gleich am Anfang der Brücke gebe es eine Fahrrad-Servicestation für E-Biker und einen Informationspavillon. Vorgesehen seien zehn Liegeplätze, die Belegung werde über den Hafenmeister erfolgen. Im Vergleich zum heutigen Zustand werde der Steg acht Meter weiter südlich im Hafen liegen. Eine gravierende Verengung der Hafenzufahrt sei nicht gegeben. Das Wendebecken für größere Frachter bleibe voll erhalten, auch der zuständige Lotse habe keine Bedenken geäußert. Der Steg werde auf Stahlpfählen mit Stahlquerträgern stehen. Als Lauffläche dienten Holzbohlen, so die Ausführungen des Planers.

Rübenkamp sprach auch die geäußerte Kritik nach der Manövrierfähigkeit der Traditionsschiffe im nördlichen Stegbereich an. Nach den Worten von Dr. Schade werde der nördliche Bereich noch ausgebaggert, um hier bessere Wassertiefen zu haben. Zusätzlich könne man Haltepfähle anordnen, damit Schiffe sich besser verholen und anlegen können. Stadtvertreter Manfred Ebken (Grüne) bezeichnete die Planung als „voll daneben“, da große Schiffe im Hafen schlechter drehen könnten. Gerd Panitzki hielt dagegen und meinte, dass die Lotsenvereinigung keine Einwände geäußert habe. Fragen nach dem Projektauftrag hatte der FDP-Stadtvertreter Niko Rickert. Die Sorge von Rickert, dass der Projektauftrag möglicherweise nicht klar durchgeführt wurde, konnte Rübenkamp dem Fragesteller nehmen, da alle Maßnahmen, die die HVB durchführt, in der Jahresabschlussrechnung von Wirtschaftsprüfern und dem Gemeindeprüfungsamt überprüft werde.

Aus dem Saal kam die Frage, warum die Leitung der Traditionssegler in die Planung nicht einbezogen wurde, denn das Ansteuern der nördlichen Plätze gehe so nicht. Das sei auch die Meinung eines in Ortmühle wohnenden Kanallotsen. Wer hafte bei Kollisionen? Dr. Schade sagte, dass man auch mit dem angesprochenen Lotsen und der Lotsenbrüderschaft zusammengesessen habe und von hier keine Einwände kamen.

Weitere Texte zum Stadtentwicklungsausschuss sind in unserer heutigen Print-Ausgabe vom 18. März zu finden. Thema war unter anderem die geplante Schwimmbad-Hotel-Kombination am Steinwerder und die Meinungen der Stadtvertreter dazu.

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