Neue Wärmebildkameras sollen Störenfriede von Sturmmöwenkolonie auf dem Graswarder fernhalten

NABU hat Nesträuber im Blick

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Die neuen Wärmebildkameras am Graswarder.

HEILIGENHAFEN · Dunkel zeigt sich der nächtliche Graswarder auf dem Überwachungsschirm im NABU-Zentrum. Plötzlich huschen weiße Schatten entlang der Sturmmöwenkolonie – drei Füchse kundschaften das Gebiet nach Nahrungsquellen aus. Doch die Seevögel haben die Gefahr längst erspäht und schlagen die Räuber mit lautem Geschrei in die Flucht.

Die Aufnahmen stammen aus der neuesten technischen Errungenschaft der Naturschützer – zwei leistungsfähige Wärmebildkameras haben die Graswarder-Kolonie Tag und Nacht im Blick. Erst seit kurzem sind die für militärische Zwecke entwickelten Geräte für den zivilen Gebrauch freigegeben. Der Einsatz der Kameras auf dem Graswarder ist ein Pilotprojekt – und liefert dem NABU-Team ganz neue Einblicke in ihr Schutzgebiet.

Fuchs & Co. sind schnell erkannt: Unter dem Schutz der Kameras konnten zahlreiche Sturmmöwenpaare ihren Nachwuchs ungestört großziehen – so viele wie lange nicht mehr.

Erfreut über das wehrhafte Verhalten der Sturmmöwen zeigt sich Naturschutzgebietsreferent Klaus Dürkop. „Das zeigt, dass unsere Kolonie noch stark genug ist, Angreifer wirksam in die Flucht zu schlagen.“ Denn wenn eine gewisse Anzahl an Tieren unterschritten werde, ließen sich Prädatoren wie Füchse oder Marder nicht mehr auf diese Weise davon abhalten, die Nester auszuplündern – die Kolonie breche in sich zusammen, erklärt Dürkop.

Doch nicht nur den tierischen Bedrohungen will der NABU mit den Kameras den Garaus machen: „Wir wollen vor allem denen auf die Schliche kommen, die unsere Zäune und Gerätschaften zerstören“, nennt der Schutzgebietsreferent den Hauptzweck der Geräte. Denn derzeit habe die Graswarder-Kolonie mit Personen zu kämpfen, die – wohl aus fehlgeleitetem Sinn für Naturschutz – die Elektrozäune sabotierten, so Dürkop. Dadurch hätten Fuchs & Co. leichtes Spiel, in die Kolonie einzudringen und die Gelege auszurauben.

Doch ein erster Erfolg der neuen Kameras ist bereits jetzt zu sehen: So viele Jungtiere wie lange nicht mehr seien auf dem Graswarder durchgekommen, freut sich Dürkop. · wob

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