Maria Waschner.
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Maria Waschner kandidierte für die Wahl zur SPD-Ortsvereinsvorsitzenden. Mit fünf Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen erhielt sie keine Mehrheit und stand für einen zweiten Wahldurchgang nicht mehr zur Verfügung.

Keine Mehrheit für Maria Waschner bei der Wahl zur Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins

Kein neuer Vorstand in Sicht: Heiligenhafens Sozialdemokraten sind ratlos

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Nachdem sich im Dezember 2020 keine neue Vorstandsspitze bei der Heiligenhafener SPD gefunden hat, kandidierte nun Maria Waschner für den Posten – und fiel bei der Wahl durch.

  • Erst ein Hoffnungsschimmer bei der Heiligenhafener SPD, dann die große Ernüchterung.
  • Maria Waschner stellte sich für keine zweite Abstimmung zur Verfügung.
  • Kreisvorstand soll letzten Vorstoß unternehmen und eine neue Versammlung einberufen.

Heiligenhafen – Mehr als ein halbes Jahr ist der SPD-Ortsverein Heiligenhafen bereits auf der Suche nach einem neuen Vorstand. Nachdem sich auf der letzten Jahreshauptversammlung im Dezember 2020 niemand bereiterklärte, die Nachfolge des Vorsitzenden Dr. Theodor Siebel zu übernehmen, blieb es im Verlauf der Corona-Pandemie lange still um die Sozialdemokraten in der Warderstadt. Nun kamen die Mitglieder auf Einladung Siebels zur nächsten Jahreshauptversammlung in den Pavillon am Binnensee zusammen, wo es ihnen wieder nicht gelang, eine neue Spitze zu wählen.

Siebel erklärte bereits im Winter die Beweggründe, nicht mehr für den Vorsitz des SPD-Ortsvereins in Heiligenhafen zu kandidieren: „Ich hatte schon im Dezember gesagt, dass ich nicht mehr weitermachen möchte, da sich mein Lebensmittelpunkt nach Oldenburg verlagert hat.“ Acht Monate hatten die Mitglieder nun Zeit, über einen Nachfolger nachzudenken.

Ernüchterung bei der Auszählung der Stimmen

Und dies schien dieses Mal tatsächlich besser zu funktionieren als noch zum Jahresende 2020. Die Kreistagsabgeordnete Maria Waschner, die für die SPD schon länger kommunalpolitisch aktiv ist, erklärte sich bereit, den Vorsitz der Sozialdemokraten in Heiligenhafen zu übernehmen. „Ich würde den Ortsverein gerne in die Zukunft führen.“ Die lange Suche schien nun beendet, doch als die beiden SPD-Kreisvorsitzenden Niclas Dürbrook und Gabriele Freitag-Ehler, die die Vorstandswahlen leiteten, die Stimmen auszählten, stellten sie fest, dass sich für Maria Waschner mit fünf Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen der gerade einmal zwölf anwesenden Mitglieder keine Mehrheit abzeichnete. Dürbrook entschied sich dazu, die Sitzung zu unterbrechen.

Die beiden Kreisvorsitzenden der SPD Ostholstein Niclas Dürbrook (l.) und Gabriele Freitag-Ehler (3.v.l.) leiteten die Vorstandswahlen. Der bisherige Vorstand mit dem Vorsitzenden Dr. Theodor Siebel (2.v.r.), Kassenwartin Monika Steuck (2.v.l.) und Beisitzer Rainer Henke wurde entlastet.

Die Mitglieder baten Maria Waschner darum, sich für einen zweiten Wahlgang, bei dem das gleiche Ergebnis ausgereicht hätte, nochmal zur Verfügung zu stehen. Das Ergebnis sei „sehr unangenehm für den Ortsverein“, war von den Sitzplätzen, die sich hinter Waschner befanden, zu hören. „Sonst können wir uns auch auflösen“, äußerte ein anderes Mitglied.

„Was wir brauchen, ist eine breite Mehrheit“

Doch Maria Waschner machte unmissverständlich deutlich, dass sie bei einem zweiten Wahlgang nicht mehr antreten werde und wandte sich zu den Mitgliedern, die hinter ihr auf den Stühlen saßen. „Was wir brauchen, ist eine breite Mehrheit, und die habe ich nicht bekommen. Nur wenn ich eine Mehrheit habe, werde ich das Amt annehmen.“ Für die Sozialdemokratin zeigte das Ergebnis, dass der Ortsverein momentan gar nicht wisse, was er wolle. „Vielleicht müssen wir einen Brief an alle schreiben, um zu zeigen, wie wichtig es ist.“ Die SPD-Fraktionsvorsitzende in der Heiligenhafener Stadtvertretung, Monika Rübenkamp, bedankte sich im Anschluss der gescheiterten Wahl dennoch bei Waschner: „Nimm es so, wie es ist. Vielen Dank, dass du dich hast aufstellen lassen.“

Die Mitglieder entschieden sich dazu, die Sitzung ein weiteres Mal zu vertagen und keinen weiteren Kandidaten vorzuschlagen. Damit sei der aktuelle Vorstand um Theodor Siebel, Kassenwartin Monika Steuck sowie den beiden Beisitzern Gert Kellermann und Rainer Henke zwar entlastet, aber formal noch aktiv, erklärte Niclas Dürbrook. 

Der Ortsverein habe den Kreisvorstand mit seiner Entscheidung beauftragt, zu einer neuen Versammlung einzuladen, die aber erst nach der Bundestagswahl am 26. September einberufen werden könne, so der SPD-Kreisvorsitzende.

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