Thomas Wende, Vorsitzender des TSV Heiligenhafen
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Der erste Vorsitzende des TSV Heiligenhafen, Thomas Wende, hofft, dass die Mitglieder dem Verein auch in der kommenden Zeit unter der Corona-Pandemie weiterhin treu bleiben. Jeder sei im Prinzip ein Sponsor des Vereins.

2G im Außenbereich, 2G-Plus im Innenbereich

Omikron ausbremsen: Neue Corona-Regeln für Sportvereine

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Der TSV Heiligenhafen, der TSV Gremersdorf, der SV Großenbrode und der SV Heringsdorf passen ihren Betrieb an die neuen Corona-Regeln an. Im Außenbereich gilt jetzt 2G, im Innenbereich 2G-Plus.

  • Der TSV Heiligenhafen hat seit Ausbruch der Corona-Pandemie bis jetzt 175 Mitglieder verloren.
  • Kinder im Vorschulalter sind von den Corona-Regeln befreit.
  • Der TSV Heiligenhafen und der TSV Gremersdorf verlegen ihre Jahreshauptversammlungen.

Heiligenhafen – Seit Mittwoch müssen Sportvereine ihren Betrieb an die neue Coronaschutzverordnung anpassen, nachdem der Landtag am Montag vor einer Woche die epidemische Lage festgestellt hat. Für den Sportbetrieb im Freien gilt jetzt die 2G-Regelung, es dürfen also nur Personen teilnehmen, die die Grundimpfung erhalten haben oder die von einer Corona-Infektion bereits genesen sind. Im Innenbereich sind die Regeln mit 2G-Plus jetzt noch strenger: Hier müssen Personen, die nur die Grundimpfung erhalten haben oder genesen sind, zusätzlich noch einen negativen Antigen-Schnelltest (maximal 24 Stunden alt) oder einen negativen PCR-Test (maximal 48 Stunden alt) vorlegen, wenn sie an den Angeboten in der Halle teilnehmen wollen. Ausgenommen hiervon sind lediglich Personen, die bereits eine Auffrischimpfung (Booster) erhalten haben.

„Wir stehen die ganze Zeit mit unseren Spartenleitern in Verbindung. Bei einigen gibt es durchaus Bedenken, mit dem Kontaktsport weiterzumachen“, erzählt Thomas Wende, erster Vorsitzender des TSV Heiligenhafen. Im Verein sei bereits geplant, künftig Antigen-Schnelltests anzubieten, „aber wir befinden uns da gerade noch in der Findungsphase“, so Wende. Besonders in der Fußball-Sparte gebe es im Verein viele Jugendliche. Im Winter werde in der Halle trainiert, und hier finde das Training aktuell noch eingeschränkt statt. „Die Trainer und Übungsleiter des Vereins kontrollieren mit einer Liste, wer geimpft und genesen ist“, so der Vorsitzende.

Etwas weniger Mitglieder beim TSV Heiligenhafen

Seit knapp zwei Jahren müssen sich die Sportvereine nun schon in der Corona-Pandemie organisieren und mussten gerade in der Anfangszeit den Betrieb nahezu komplett einstellen. Das sei gerade für die Mitglieder eine schwierige Situation, sagt Wende. „Vor Corona hatten wir 1040 Mitglieder, jetzt sind es 865.“ Das größere Problem sei jedoch für den Verein eher, dass keine neuen Mitglieder mehr dazukommen würden. Besonders mit dem eingeschränkten Betrieb sei es für Sportvereine schwer, die Motivation der Mitglieder aufrechtzuerhalten. „Das ist natürlich alles ärgerlich“, befindet Wende. Nach der zweiten Corona-Welle sei die Motivation zunächst wieder da gewesen, „aber jetzt befürchten wir, dass es wieder schlechter wird“. Gut sei es, dass viele Mitglieder immer noch regelmäßig zum Trainingsbetrieb erscheinen. Die Teilnahme an den Sportangeboten sei zwar ein bisschen weniger geworden, aber hier gebe es keine großen Unterschiede zur Situation vor Corona, konstatiert der erste Vorsitzende. „Wir versuchen mit allen eng in Kontakt zu bleiben und sie zu motivieren.“

Die Jahreshauptversammlung des TSV sei ursprünglich für Ende März geplant gewesen. Ende Januar werde es eine Sitzung mit allen Spartenleitern geben, auf der entschieden wird, ob die Jahreshauptversammlung verschoben wird.

TSV Gremersdorf: Umkleidekabine möglichst meiden

Beim TSV Gremersdorf seien viele der älteren Mitglieder bereits geboostert, erklärt der erste Vorsitzende Walter Oeverdieck. „Wir selbst bieten keine Schnelltests an, da uns der Aufwand dafür einfach zu groß ist. Die meisten bei uns sind ehrenamtlich im Einsatz.“ Sonderregelungen gebe es beim Kinderturnen, bei dem Kinder im Vorschulalter von den aktuellen Corona-Auflagen befreit seien. „Kinder im Schulalter bringen einen Test aus der Schule mit“, erklärt der Vorsitzende. Generell empfehle der Verein seinen Mitgliedern zurzeit, nach dem Sport direkt nach Hause zu fahren und sich nicht lange in der Umkleidekabine aufzuhalten, um mögliche Ansteckungen mit dem Coronavirus zu verhindern.

Die Austritte über die Zeit der Corona-Pandemie seien beim TSV Gremersdorf minimal, sagt Oeverdieck. Derzeit verfüge der Verein über circa 360 Mitglieder. „Im ganz jungen Bereich sind wir gut ausgestattet und besetzt.“ Beim Mutter-Kind-Turnen gebe es aktuell sogar noch freie Plätze. Die Jahreshauptversammlung, die ursprünglich im Februar geplant war, wird der TSV Gremersdorf in den Mai verschieben, sagt Oeverdieck.

Die Mitglieder des SV Großenbrode halten sich ebenfalls vollständig an die neuen Corona-Regeln, erzählt der stellvertretende Vorsitzende Thorben Maas. Auch hier seien viele schon geboostert. „Die wenigsten müssen sich testen lassen.“ Wie in Gremersdorf werden auch hier keine Schnelltests angeboten, da der Verein zu klein sei. „Wir haben knapp 450 Mitglieder“, so Maas. Über Nachwuchsprobleme kann sich der SV Großenbrode momentan nicht beklagen.

Eingeschränkter Betrieb auch beim SV Heringsdorf

Der Sportbetrieb beim SV Heringsdorf laufe momentan auch eingeschränkt, erzählt der zweite Vorsitzende Matthias Fahlbusch. Die Dart-Gruppe treffe sich zurzeit gar nicht, und das Bogenschießen finde generell erst im März draußen statt, so Fahlbusch weiter. Ein Mitgliederverlust wegen Corona kann der zweite Vorsitzende nicht bestätigen. „Wir sind froh, dass wir keine Mitglieder verloren haben. Im Moment sind wir circa 170 Personen im Verein.“

Über die Verlegung von ihrer Jahreshauptversammlung müssen sich die Mitglieder des SV Heringsdorf noch keine Gedanken machen. Sie ist erst im Herbst geplant.

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