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Noch ein Jahr Wartezeit auf einen Neubau der Elefantenbrücke, die Ferienzentrum und Steinwarder verbindet.

Kein Beschluss – kein Bauauftrag / Neue Abstimmung in der Stadtvertretersitzung im Dezember

Neue Elefantenbrücke erst 2016

HEILIGENHAFEN - ft - Das Nadelöhr „Elefantenbrücke“ kann auch im nächsten Jahr nicht entschärft werden. Radfahrer müssen weiterhin absteigen und als zweiter Rettungsweg ist die Brücke nicht zu gebrauchen. Dabei hätte alles schon in „trockenen Tüchern“ sein können. Doch aufgrund eines Verfahrensfehlers auf der letzten Stadtvertretersitzung muss die ganze Sache im Dezember erneut aufgerollt werden.

Wie Bürgervorsteher Gottfried Grönwald gegenüber der HP sagte, war der Beschlussvorschlag auf die teure Variante (517 000 Euro) ausgerichtet. Diese wurde mehrheitlich abgelehnt. Jetzt hätte der Bürgervorsteher über die günstigere Variante (400 000 Euro) abstimmen lassen müssen. Das ist aber nicht geschehen. Somit gibt es keinen Durchführungsbeschluss und auch keinen Bauauftrag an die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB), so der Bürgervorsteher.

Bürgervorsteher Gottfried Grönwald

Jetzt wird in der Dezembersitzung der Stadtvertretung die Elefantenbrücke erneut auf der Tagesordnung stehen. Wenn dann alle Stadtvertreter anwesend sind und vielleicht auch die Meinungen etwas sortiert werden konnten, könne es durchaus sein, dass die auf zwölf Tonnen Last ausgerichtete günstigere Brücken-Variante abgelehnt und es eine Mehrheit für eine 40 Tonnen tragende Brücke geben würde. „Wir sollten nicht auf einen Euro schauen, wenn wir einen zweiten Rettungsweg zum Steinwarder haben könnten“, sagte der Bürgervorsteher. Wenn die HVB jetzt die günstigere Variante bauen müsse, entstünden im Vorfeld neue Planungskosten. Im Notfall Stahlplatten auf die Brücke zu legen, um die Tragfähigkeit zu erhöhen, hält Grönwald für keine gute Idee. Diese seien auch nicht umsonst zu haben und müssten irgendwo gelagert werden.

Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) ist der Ansicht, dass es nur über eine 40-Tonnen-Brücke im Notfall für die Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge einen zweiten Zugang zum Steinwarder gebe. Der Verwaltungschef erinnerte an den Gasunfall vor einigen Jahren am Haus Steinwarder 1. Nur über den Umweg über die Strandpromenade war es der Feuerwehr damals möglich, den Schadensort zu erreichen. Wenn nun aber die Hotels an der Seebrücke und die Appartements am Seepark gebaut werden, sei diese „Umleitung“ für die Rettungsfahrzeuge nicht mehr vorhanden. Wenn im Notfall die Steinwarderstraße von der Dammbrücke bis zum Haus Steinwarder 1 blockiert sei, komme man mit Einsatzfahrzeugen nicht mehr auf den Steinwarder, sagte er.

Bürgermeister Heiko Müller.

Heiko Müller hatte mit dem Kreisbrandmeister Ralf Thomsen gesprochen, der ebenfalls die Politik in der Verantwortung sieht. Sollten die Stadtvertreter sich für die billigere Variante entschieden, könne es im Zweifelsfall zu einem Rechtsstreit kommen, denn die Politik habe nicht gesehen, dass es eine zweite Möglichkeit geben müsse, um den Steinwarder zu erreichen, sagte der Heiligenhafener Verwaltungschef. Müller: „Wir reden über eine Brücke, die 50 Jahre halten wird. Wir reden über 177 000 Euro Mehrkosten und wir reden darüber, dass man damit Menschenleben retten kann. Ich frage mich als Bürgermeister, ist es eigentlich der Entscheidung der Politik zugänglich, wenn man über Brandschutztechnik spricht, und muss man nicht die Politik auch dahingehend beraten, wie Brandschutztechnik umzusetzen ist ?“

Hier sollte man auf die Aussagen der Fachleute hören und nicht darüber diskutieren, ob man mit Stahlplatten die Brücke für Feuerwehrfahrzeuge befahrbar machen könne. Heiko Müller kündigte an, dass die Verwaltung eine neue Vorlage zur nächsten Stadtvertretersitzung einbringen wird, die auch die Argumente der Feuerwehr enthalten werde.

Auf HP-Anfrage bestätigte HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel, dass mit dem Bau der neuen Elefantenbrücke erst im November 2015 begonnen werden könne, wenn im Dezember 2014 von den Stadtvertretern ein Beschluss gefasst würde. Die HVB habe die Polizei, die Feuerwehr und den Rettungsdienst darüber informiert, dass sich das Bauvorhaben erst 2016 umsetzen lasse. Die HVB rechnet heute schon mit Mehrkosten von rund drei Prozent, weil die Löhne und Stahlkosten steigen werden. In der günstigen Variante mit 400 000 Euro wären das etwa 12 000 Euro. Zum anderen müsse für den Bau dieser Variante eine neue Planung erstellt werden.

Wie der HVB-Geschäftsführer betonte, habe es im Juni 2014 schon Gespräche mit der Verwaltung gegeben, und hier hat der Bürgermeister gesagt, dass die 40 Tonnen-Brücke durch die HVB geplant werden soll. Daraufhin habe die HVB im Auftrag der Verwaltung die Planung vorgenommen.

HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel.

Gabriel: „Die Schwerlast-Variante mit Kosten von 517 000 Euro, die der HVB aufgegeben wurde, war die Vorzugsvariante der Verwaltung und ist jetzt fertiggestellt. Auch wenn die Stadtvertretung sich im Dezember dafür aussprechen sollte, ist der Bau zur Saison 2015 nicht mehr hinzubekommen, denn es müssen noch ein Leistungsverzeichnis erstellt und die Ausschreibungen vorgenommen werden.“

Kein Bau während der Sommersaison

Des Weiteren soll in der Sommersaison nicht gebaut werden. Die Gäste hätten die Einschränkungen an der Elefantenbrücke in der Hoffnung hingenommen, dass 2015 hier ein neues Brückenbauwerk einsteht. Jetzt müssten alle mit diesem Zustand noch weiter leben. Ärgerlich sei das auch für die HVB, deren Fahrzeuge die Brücke nicht befahren können. „Zum Saubermachen im Ferienzentrum müssen die HVB-Fahrzeuge den langen Weg um den Binnensee in Kauf nehmen, was viel Zeit erfordert“, sagte Joachim Gabriel.

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