Städtebauförderung nur möglich mit Konzept zur Entwicklung der Innenstadt

Neue Ideen für den Ortskern

+
Die vielen Besucher auf der Infoveranstaltung „Ortsmitte Heiligenhafen“ zeigten, wie groß das Interesse an Veränderungen im Innenstadtbereich ist.

HEILIGENHAFEN –Von Mareike Falz- „Die zahlreichen Gäste zeigen, wie wichtig das Thema für Heiligenhafen ist und dass dringend etwas verändert werden muss“, sagte Bürgervorsteherin Petra Kowoll, die den kurzfristig verhinderten Bürgermeister Heiko Müller vertrat, am Donnerstagabend bei der Infoveranstaltung „Ortsmitte Heiligenhafen“. Es ging darum, wie die Warderstadt die Chance der Städtebauförderung am besten für die Stadtentwicklung nutzen kann. Mit dem Städtebauförderungsprogramm, in das Heiligenhafen aufgenommen wurde, hat die Stadt die Perspektive, die Ausbesserungen für sanierungsbedürftige Stellen und entwicklungsbedürftige Bereiche im Zentrum der Stadt nur zu einem Drittel selber zahlen zu müssen. Um die Fördermittel, die zu je einem Drittel von Bund und Land getragen werden, einsetzen zu können, müssen allerdings zunächst einige vorbereitende Untersuchungen durchgeführt werden.

Hierfür wurde das Unternehmen BIG Städtebau beauftragt, das herausarbeiten soll, an welchen Stellen Heiligenhafens Innenstadtbereich Sanierungs- und Optimierungsbedarf hat, um auf dieser Grundlage ein Maßnahmenkonzept zu erarbeiten. „Heiligenhafen hat eine traumhafte Lage, aber über die Jahre sind auch hier städtebauliche Missstände gekommen, die jetzt herausgearbeitet werden müssen, damit die Stadt die Möglichkeit hat, die Förderungen zu erhalten“, erklärte Andreas Kiefer von der BIG Städtebau. Wichtig hierbei: Die Bürger der Warderstadt sollen mit in die Entwicklungspläne einbezogen werden. Auf der Infoveranstaltung im Pavillon konnten die Gäste bei einem Stationenrundgang ihre Meinungen, Einschätzungen und Wünsche zur Stadtentwicklung einbringen.

Nach einer ersten Auswertung der Ergebnisse wurde deutlich, dass viele Bürger die Ansicht haben, dass die Gestaltung im Zentrum und rund um den Marktplatz ausbaufähig sei und aufgefrischt werden könnte, ebenso sollten laut der Befragten weitere Leerstände vermieden werden. Ein anderer Punkt, der die Bürger beschäftigte: die wenig vorhandenen und mangelhaften Fahrradwege.

Und fehlen durften natürlich auch nicht die altbekannten Themen wie zu wenig Wohnraum im Stadtbereich und keine ausreichenden Parkmöglichkeiten zur Saison.

Eine erste Verkehrsanalyse von März zeigte, dass die Warderstadt eine moderate Verkehrsbelastung aufweist, und dass auch keine Engpässe bei den Parkmöglichkeiten zu erkennen sind. Eine weitere Verkehrsanalyse soll im Juli dieses Jahres stattfinden.

Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept wird in folgenden Schritten ausgearbeitet: Zunächst werden aufgrund der Frage „Wo wollen wir hin?“, Entwicklungsziele festgehalten, anschließend soll festgelegt werden, wo welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen und auch können. Sobald feststeht, an welcher Stelle welcher Bedarf besteht, wird eine Kosten- und Finanzübersicht erstellt. Zu beachten ist, welche Aktion Priorität hat, in den ersten drei bis vier Jahren umgesetzt werden kann und welche Maßnahmen längerfristig – in zehn bis 15 Jahren etwa – verwirklicht werden sollen.

Ein Projektbeirat soll den gesamten Prozess unterstützend begleiten. „Zum Herbst möchten wir mit der Analyse und Erstellung des Konzeptes fertig sein, damit man 2020 mit der Umsetzung beginnen kann“, so Kiefer.

Skeptische Einwände kamen am Ende der Veranstaltung aus dem Publikum. Ob die Stadt überhaupt die Kosten von einem Drittel tragen könne? Zweifel gab es auch daran, ob die Planungen anschließend auch wirklich in die Tat umgesetzt werden. Schon vorher habe es ähnliche Vorhaben gegeben, die nie wirklich realisiert werden konnten, hieß es.

„Jetzt wird das Projekt vom Ministerium gestützt. Das sind die besten Voraussetzungen, um in die Umsetzung zu kommen. Jetzt oder nie“, sagten die Stadtplaner, betonten aber auch, dass sich letztendlich die Politik darum kümmern müsse, dass Anträge eingereicht und die Vorhaben verwirklicht werden.

Einige Besucher der Infoveranstaltung sahen in dem Vorhaben aber auch eine große Chance für die Warderstadt, die man unbedingt nutzen sollte.

Zu verfolgen ist das Projekt auf der Internetseite der Stadt unter www.heiligenhafen.de/stadtverwaltung-politik/stadt-entwicklung/staedtebaufoerderung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.