Bernd Buchholz und Ubbo Voss mit den Gemeindevertretern von Großenbrode
+
Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) ließ sich von den Großenbroder Kommunalpolitikern sowie Großenbrodes Tourismuschef Ubbo Voss die neue Promenade zeigen.

Wirtschaftsminister sieht das Geld gut investiert

Buchholz ließ sich die neue Promenade in Großenbrode zeigen

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
    schließen

Für ihre neue Promenade hat die Gemeinde Großenbrode sieben Millionen Euro vom Land erhalten. Nun kam Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) persönlich vorbei, um sich die fertige Flaniermeile anzuschauen.

  • Buchholz sieht moderne Aufstellung der touristischen Hotspots als wichtig an.
  • Ohne den Tourismus könnten die Menschen laut dem Minister in Schleswig-Holstein nicht leben.
  • Dennoch nimmt Buchholz Gegenstimmen wie etwa Bürgerbegehren ernst.

Großenbrode – Nachdem Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (CDG) und Tourismuschef Ubbo Voss in der vergangenen Woche über die neue und jetzt fertiggestellte Promenade führten, besuchte nun auch Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) den Südstrand, bei dem sich die beiden für die Fördergelder bedankten. Der Minister verschaffte sich seinen eigenen Eindruck von dem zehn Millionen Euro teuren Projekt, das vom Land Schleswig-Holstein mit sieben Millionen Euro gefördert wurde.

Als er sich die damalige in die Jahre gekommene Promenade im Jahr 2018 anschaute, dachte Buchholz: „Großenbrode muss nachlegen.“ Auch die deutlich gestiegenen Baukosten von zunächst 5,6 Millionen Euro auf zehn Millionen Euro und der damit einhergehende Wechsel des Planungsbüros seien richtig gewesen, befand Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister. „Das, was ich jetzt so sehe, ist gut investiertes Geld.“ Die Leute würden laut Buchholz erwarten, dass sich die Gemeinden an den touristischen Hotspots modern aufstellen, und dafür müsse man auch etwas tun. Dabei machte der Minister auch deutlich, dass sich das Land mit der Förderung gleichzeitig ein Handeln von privater Seite erhoffe: „Das ist Wirtschaftsförderung. Der von der öffentlichen Hand ausgegebene Euro soll durch private Investitionen verstärkt werden.“

Großenbrode ist vom ‚Overtourism‘ so weit weg wie vom Mars.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP)

Dem Eindruck, dass sich der Tourismus in der 2000-Einwohner-Gemeinde zu übertrieben entwickeln könnte, trat Buchholz entschieden entgegen: „Großenbrode ist vom ‚Overtourism‘ so weit weg wie vom Mars.“ Er sehe hier keine Massenabfertigung, betonte der FDP-Politiker und merkte an, dass in Schleswig-Holstein allein 160000 Menschen vom Tourismus leben würden. „Ohne Touristen können wir auf Dauer nicht leben“, sagte Buchholz. Zudem würde der demografische Wandel laut dem Minister neue Herausforderungen mitbringen, „denn wir haben immer weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter im Land“.

Buchholz nimmt Bürgerbegehren ernst

Im Zuge der Promenaden-Besichtigung fragte Großenbrodes Tourismuschef Ubbo Voss den Minister auch, was er von touristischen Gegenstimmen, besonders bei Bürgerbegehren zu anderen Projekten wie dem geplanten Hotel an der Mole oder auch dem erfolgreich verlaufenen Bürgerentscheid gegen das Schwimmbad auf dem Steinwarder in Heiligenhafen halte.

Buchholz nehme die Bürgerbegehren ernst und respektiere die Entscheidungen, die daraus hervorgehen. Auch wenn einem die Ergebnisse nicht gefallen, müsse erkannt werden, dass bei einer Entscheidung gegen die Projekte selbst zu wenig dafür argumentiert worden sei, so der FDP-Politiker. „Wir müssen stärker damit umzugehen lernen, dass nicht alle ‚Hurra‘ schreien bei einem neuen Investor“, so Bernd Buchholz. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.