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Nach und nach abgesackt: Die Nordmole wurde in den letzten zwei Wochen ausgebessert und erhöht.

Heiligenhafen: Neuer Steg und Spundwand / Nordmole ertüchtigt / Hohe Förderquote der Vorhaben

Für Lüttfischer und große Kähne in Heiligenhafen

Heiligenhafen -mb- Die große Bedeutung des Kommunalhafens für die Warderstadt ist unbestreitbar. Ein umfangreiches Angebot für diverse Schiffstypen hält der Hafen vor. Ein etwa 145 Meter langer und zwei Meter breiter Anlegesteg für Kleinstfischer an der Südseite der Nordmole des Hafens soll zukünftig das Angebot erweitern.

Kosten: 813000 Euro netto. Das Vorhaben wird gefördert von der EU mit 85 Prozent, sodass für die Stadt ungefähr 120000 Euro Eigenleistung übrig bleiben. Das sei vertretbar, meint Joachim Gabriel, Geschäftsführer der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB), da nicht nur der Bedarf da sei. Zehn Fahrzeuge sind es momentan, die von der Maßnahme profitieren würden. Auch „auf viele Jahre hinaus“ sei das Vorhaben eine Aufwertung des Hafens. „Wenn das Wetter mitspielt“, so Gabriel, werde der Steg im Februar 2021 fertig sein. „Bisher ist die Unterbringung kleinerer Boote mit Außenbordmotor der Nebenerwerbsfischer problematisch. Deren Situation wollen wir verbessern“, so Gabriel. Grund sei die Höhenlage der vorhanden Anleger, die für tiefliegende Boote ungeeignet sei. „Ordentlich arbeiten kann man so nicht“, weiß Gabriel um die aktuelle Situation der Lüttfischer.

Gebaut wird der Steg mit 14 Liegeplätzen, offen auch für Nichtfischer – „Einheimische und Touristen“, betont Gabriel, der auch eine erhöhte Aufenthaltsqualität mit dem Vorhaben verbindet. Immerhin soll es am Ende des Steges eine 15 Quadratmeter große Aussichtsplattform mit Sitzmöglichkeiten geben. Eingebaut in den Handlauf des etwa ein Meter hohen Geländers wird eine LED-Beleuchtung. Zudem ist entlang des Steges für die Lagerung von Fischereibedarf der Aufbau von 15 Metallkisten geplant. Der Belag der Einpfahlgründung, die in Richtung der Nordmole ausgerichtet ist, wird aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) als Gitterrost gebaut. „Es ist eine exponierte Lage und eine Welle kann weitestgehend ungehindert durch die Stegoberfläche strömen“, begründet Gabriel die Entscheidung. Zudem sei das Material witterungsfester und einfacher zu reinigen als Holz.

Bevor es einen Steg geben kann, musste in den letzten Tagen zunächst die Mole ertüchtigt werden. Die habe schon einige Jahre auf dem Buckel, sei abgesackt und musste wieder auf eine richtige Höhe gebracht werden, so der HVB-Geschäftsführer und spricht von insgesamt rund 800 Tonnen Steine, die einbaut wurden. Zusätzlich hat die Mole eine geotextile Sandmatte erhalten als Filterschicht unter der Steinschüttung, um ihre langfristige Standsicherheit zu gewährleisten. Ein paar Dimensionen größer wird auf der gegenüberliegenden Seite des Hafen gearbeitet – und damit das so bleibt, muss die Spundwand auf rund 200 Meter östlich der Fischhalle neu errichtet werden. Die Kosten liegen laut Gabriel bei 2,2 Millionen Euro. 70 Prozent werden davon im Rahmen der Förderung des ländlichen Raumes (GAK) vom Bund übernommen. Bereits während der Arbeiten am älteren Teil der Spundwand westlich der Fischhalle hätten Taucher 2008 einen entsprechen Bedarf festgestellt. „Das hält nicht mehr lange“, erinnert sich Gabriel an Versackungen der letzten Jahre. Vor die alte Spundwand kommt eine neue, die werde aber bis zu anderthalb Meter tiefer sein als die alte dahinter befindliche, die weiterhin statische Bedeutung habe. Laut aktueller Planungen werde die Bauübergabe der Spundwand im Mai 2022 sein, so Gabriel.

Hintergrund: Um die Förderung zu erleichtern, wird eine Spundwand installiert, die 5000 Tonnen Ladung ermöglicht, bisher sind aufgrund der Tiefe der Fahrrinne nur maximal 3000 Tonnen machbar. Nach sich zieht die Maßnahme also eine entsprechende Ausbaggerung der Fahrrinne, was für zwei Kilometer ungefähr knapp eine Millionen Euro kosten wird. „Bis zur Hafengrenze wäre der Bund zuständig. Für das Hafenbecken wir“, so Gabriel.

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