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Analyse geht von einem Bedarf von 300 bis 550 neuen Wohnungen bis 2030 in Heiligenhafen aus

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Von: Patrick Rahlf

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In der Bergstraße 16 wird gerade gebaut. Hier entstehen sechs weitere Eigentumswohnungen. 440000 Euro müssen für 66 Quadratmeter bezahlt werden.
In der Bergstraße 16 wird gerade gebaut. Hier entstehen sechs weitere Eigentumswohnungen. 440000 Euro müssen für 66 Quadratmeter bezahlt werden. © Rahlf

Die Stadt Heiligenhafen braucht bis zum Jahr 2030 zwischen 300 und 550 neue Wohnungen, um den anfallenden Bedarf zu decken. Das ist das Ergebnis der Fortschreibung der Wohnraumbedarfsanalyse für die Warderstadt, die Stefan Lehnert, Geschäftsführer des Instituts für Wohnen und Stadtentwicklung aus Hamburg, im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt hat. 

Heiligenhafen – Vor fünf Jahren ist die Wohnraumbedarfsanalyse erstmalig erhoben worden, seitdem habe sich viel verändert, wie Lehnert den Ausschussmitgliedern aufzeigte. „Die Zahl der Arbeitsplätze ist im Vergleich zu den Daten aus 2016 um 360 gestiegen. Einen besonders großen Zuwachs gab es im Gastgewerbe.“ Zudem sei die Zahl der Erstwohnsitze um 145 gestiegen, außerdem seien 155 neue Nebenwohnsitze dazugekommen. „Ihre Stadt wächst und erfreut sich besonders bei Best Agern großer Beliebtheit“, erklärte Stefan Lehnert, der davon ausgeht, dass Heiligenhafen auch in Zukunft sehr attraktiv für Zuzüge sei und bis 2030 um bis zu 400 Einwohner wachsen könne. Aus diesem Grund sei es unausweichlich, den Wohnungsbau weiter voranzutreiben. Die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft lobte Lehnert dabei ausdrücklich. „Gerade das Segment der 50 bis 60 Quadratmeter großen Appartements für Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte ist immens wichtig.“ 

Rund 270 neue Wohneinheiten sind seit 2016 in Heiligenhafen hinzugekommen – der Fokus lag hier eindeutig auf dem Geschosswohnungsbau, so der Stadt- und Regionalplaner. „Doch die hohe Zahl der neuen Zweitwohnungsbesitzer zeigt, dass es viele Neubauwohnungen nicht auf den hiesigen Mietmarkt geschafft haben“, erkannte Stefan Lehnert. Hier hat die Stadtvertretung bekanntlich im Frühjahr dieses Jahres reagiert und zukünftig weitere Zweitwohnungssitze in Heiligenhafen verboten. 

Mehr Solar für die Altstadt

Die im Jahr 1990 in Kraft getretene Gestaltungssatzung für den Altstadtbereich der Stadt Heiligenhafen lässt Solarzellen nur an den öffentlich nicht einsehbaren Dachflächen zu. Derzeit liegen zwei Anfragen für die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dachflächen vor, die von öffentlichen Verkehrsflächen aus sichtbar sind. „Es ist davon auszugehen, dass vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise, verbunden mit exorbitant gestiegenen Energiekosten, weitere Hauseigentümer beabsichtigen, auf ihren Dachflächen Photovoltaikanlagen zu installieren. Insofern kommt der Entscheidung über die Anträge eine grundsätzliche Bedeutung zu“, führte die Ausschussvorsitzende Monika Rübenkamp (SPD) aus. Nach einer längeren Diskussion empfahl der Ausschuss der Stadtvertretung einstimmig, auch Solaranlagen auf Altstadt-Dächern zu erlauben, die von öffentlichen Wegen und Straßen aus sichtbar sind. Niko Rickert (Liberale BisS-Fraktion) und Manfred Ebken (Fraktion Zukunft 20) enthielten sich. Ob auch Hausbesitzer, deren Immobilien unter Denkmalschutz stehen, ebenfalls Solaranlagen auf ihren Dächern anbringen dürfen, könne ausschließlich die Denkmalschutzbehörde entscheiden. „Das liegt nicht in unserer Hand“, stellte Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) klar. 

Zufahrt für neue Feuerwehrwache klären 

Beim Thema „Anfragen“ erkundigte sich Joachim Schmidt-Uwis (BfH) nach dem Stand der Planungen für das neue Feuerwehrhaus am Höhenweg. „Das B-Plan-Verfahren läuft. Zu klären ist noch die verkehrliche Anbindung an die Bergstraße, insbesondere unter dem Gesichtspunkt, wenn die Feuerwehr ausrücken muss“, erklärte Bauamtsleiter Roland Pfündl.  

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