Neuwahlen im November 2020 / Seniorenbeirat steht Bürgern mit Rat und Tat zur Seite

Senioren suchen Nachwuchs

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Wollen ihre Amtszeit im Seniorenbeirat noch mindestens bis zu den Neuwahlen im November durchziehen: Frank Behnke (v.l.), Günter Roden, Peter Schlumbohm, Jochen Dohrmann, Gerd Willert, Hildegard Kunow und Victor Matei.

Heiligenhafen –Von Mareike Falz– Wo ehrenamtliche Arbeit ansteht, braucht es Ehrenamtler. Doch jeder, der sich schon einmal unentgeltlich engagiert hat, weiß, dass es nicht immer einfach ist, motivierte Helfer zu finden. Lange Zeit war das auch ein Problem für den Seniorenbeirat der Stadt Heiligenhafen. Seit über vier Jahren haben sich aber sieben Ehrenamtler gefunden, die sich freiwillig für die Belange der Senioren Heiligenhafens einsetzen.

Erst im Jahr 2008 hatte ein Seniorenbeirat in der Warderstadt Premiere. Doch der Eifer war nicht von langer Dauer: Bereits im Jahr 2011 löste sich das Gremium wieder auf. In den nächsten Jahren wurden Anläufe gestartet, einen neuen Beirat für die älteren Bürger der Stadt zu gründen. Erst mit Peter Schlumbohm als Vorsitzenden und sechs weiteren Mitgliedern konnte 2015 ein neuer Seniorenbeirat ins Leben gerufen werden. Allerdings ist auch hier die Besetzung nicht mehr dieselbe wie zu Beginn. „Wir hatten vier Nachrücker, die alle aufgebraucht wurden“, erklärte Schlumbohm bei einem gemeinsamen Treffen des Beirates mit der HP. Mindestens fünf müssen und maximal sieben Mitglieder können im Rat tätig sein. Nachdem vier Mitwirkende den Beirat frühzeitig verlassen hatten, bekamen vier weitere, die bislang sozusagen auf der Reservebank saßen, die Möglichkeit, aktiv zu werden. Ein möglicher Grund, warum viele die Amtszeit nicht bis zum Ende durchziehen, könnte laut Schlumbohm die lange Dienstzeit sein: „Fünf Jahre sind im 65-plus-Alter eine lange Zeit. In Absprache mit den Stadtvertretern sollte diese auf maximal drei bis vier Jahre beschränkt werden.“

Der amtierende Seniorenbeirat ist sich allerdings sicher: Sie wollen die fünf Jahre auf jeden Fall durchziehen. Das sei in dem Alter allerdings ja schon einmal recht schwierig, scherzte der 78-Jährige Vorsitzende, dem man sein Alter allerdings in keinster Weise anmerkt. Im November stehen dann die Wahlen für einen neuen Beirat an. Schlumbohm und auch die anderen Mitglieder sind interessiert, weitere Ehrenamtler anzutreiben, sich für diese Aufgabe zur Wahl aufstellen zulassen. „Wir wohnen hier alle sehr gerne, sind noch mobil und nicht verschlossen. Das hat uns motiviert, hier etwas zu machen. Wir helfen uns untereinander, und auch bei Unstimmigkeiten haben wir immer nach vorne geblickt“, berichtete der zugezogene Heiligenhafener im Namen des gesamten Beirates über die eigenen Motivationen.

Gemeinsam sind die sieben Senioren bemüht, das Leben für die älteren Menschen der Warderstadt besser zu machen. Zahlreiche Veranstaltungen wie der zweimal im Jahr stattfindende Tanz mit Klönschnack und regelmäßige Kaffeenachmittage, für die schon viele Referenten gewonnen werden konnten, die über hilfreiche und für Senioren spannende Themen berichteten, sind ein fester Bestandteil des Veranstaltungsprogramms. Auch ein Heiligenhafener Weltseniorentag konnte 2018 mit dem Tourismus-Service Heiligenhafen auf die Beine gestellt werden. Und der nächste ist schon geplant: In diesem Jahr soll dann Anfang Oktober sogar, Hand in Hand mit dem Kreisseniorenbeirat, der UN-Weltseniorentag für den gesamten Kreis in der Warderstadt organisiert werden. Eine besondere Veranstaltung steht allerdings schon am 12. Februar an. „Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und die drei Bürgermeisterkandidaten in das Restaurant ‚Nordpol‘ eingeladen, wo sie sich den Senioren vorstellen können“, freute sich Schlumbohm. Der stellvertretende Bürgermeister Folkert Loose habe ebenfalls zu dieser Veranstaltung zugesagt.

Aber auch mit Rat und Tat steht der Beirat den Bürgern zur Seite. So setzt er sich nicht nur für eine seniorengerechtere Infrastruktur ein, sondern bietet auch eine regelmäßige Sprechstunde an, bei der Senioren persönlich oder telefonisch alles fragen können, was ihnen auf der Seele brennt. Ein wichtiger Tipp, den die Ehrenamtler übrigens in den vergangenen Jahren gelernt haben: dran bleiben. „Man sollte sich nicht immer einverstanden geben, wenn zum Beispiel Anträge Mal abgelehnt werden.“ In solchen und anderen Fällen steht der Beirat stets parat, um zu vermitteln, zu helfen und die nächsten Schritte zu gehen. Allerdings sei die Nachfrage und das Interesse an den Sprechstunden weniger geworden, meinte Peter Schlumbohm. Um dem entgegenzuwirken haben sich der neue Behindertenbeauftragte für Heiligenhafen, Michael Rosch, und der Seniorenbeirat zusammengetan und bieten fortan eine gemeinsame Sprechstunde an.

Natürlich bedeutet das auch viel Arbeit. Interne Treffen an jedem dritten Mittwoch im Monat, regelmäßige Teilnahmen an Sitzungen mit dem Kreisseniorenbeirat und Organisatorisches kosten Zeit, aber die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und die große Hilfe für andere Menschen machen diese Aufgabe lohnenswert. Wer Interesse hat, den Seniorenbeirat zu unterstützen, kann sich schon jetzt einen kleinen Einblick in die Aufgaben und Herausforderungen dieses Ehrenamtes verschaffen. Für Fragen und bei Interesse gibt der Vorsitzende Peter Schlumbohm unter 043625080944 jederzeit gerne Auskunft.

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