Zeichen setzen mit beleuchteten Gebäuden / Großes Hoffen auf Hilfe

Alarmstufe Rot für Eventbranche

Das Heiligenhafener Rathaus ist ohnehin ein Hingucker der Warderstadt. Durch die rote Beleuchtung wurde es aber nochmal ein ganz besonderer Blickfang in der Nacht von Montag auf Dienstag.
+
Das Heiligenhafener Rathaus ist ohnehin ein Hingucker der Warderstadt. Durch die rote Beleuchtung wurde es aber nochmal ein ganz besonderer Blickfang in der Nacht von Montag auf Dienstag.

Heiligenhafen –mf/arj– „Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht.“ Eine sehr deutliche und zugleich erschreckende Aussage, die das Initiatoren-Team der bundesweiten „Night of Light“-Aktion auf ihrer Internetseite trifft. In ganz Deutschland wurden im Rahmen der „Night of Light“-Kampagne in der Nacht von Montag auf Dienstag fast 9000 Gebäude in über 1500 Städten mit signalroten Lichtern bestrahlt. Der Hintergrund: Die Veranstaltungsbranche steckt in einer tiefen Krise.

  • Heiligenhafener Rathaus leuchtete in der Warnfarbe Rot
  • Veranstaltungsbranche setzt mit "Night of Light"-Aktion ein Zeichen
  • Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens (CDU) bei Aktion in Oldenburg zu Gast

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der gesamte Wirtschaftszweig seit dem 10. März lahmgelegt. Ziel der Aktion sei es, so die Organisatoren, „mit der Politik im Rahmen eines Branchendialogs ins Gespräch darüber zu kommen, wie die milliardenschwere, extrem heterogene Branche der Veranstaltungswirtschaft vor einer Insolvenzwelle gerettet werden und der Erhalt von bundesweit mehreren Hunderttausend Arbeitsplätzen gesichert werden kann“.

Wolfgang Koslowski weiß als hauptberuflicher DJ ganz genau, wie wichtig die Veranstaltungswirtschaft ist und wie sehr dieser Berufszweig derzeit leidet. Darum machte es sich der Lensahner zur Aufgabe, das historische Rathaus auf dem Heiligenhafener Marktplatz am Montagabend rot erstrahlen zu lassen, um auch in der Warderstadt ein Zeichen für die Eventbranche zu setzen.

Eine stille Veranstaltung

Viel Trubel gab es Montagnacht allerdings nicht auf dem Marktplatz, und das war auch gut so. „Das ist eine stille Veranstaltung, es ist genau so, wie es sein sollte. An anderen Orten wurde ein richtiges Event daraus gemacht, das ist nicht Sinn der Sache“, so Koslowski. Nur hin und wieder blieben Passanten stehen, um das leuchtende Rathaus zu bewundern und ein Foto zu schießen.

Einer davon war Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos), der sich an dem hübschen Anblick erfreute. „Das sieht wirklich schön aus. Vor allem ohne das Gerüst“, so der Verwaltungschef. Brandt erinnerte sich daran, dass bereits vor einigen Jahren mal im Raum gestanden habe, das Rathaus zu beleuchten. „Nur diesmal hat es leider nicht einmal einen positiven Hintergrund“, so der Bürgermister, der gemeinsam mit Wolfgang Koslowski überlegte, ob es nicht auch zu einem anderen Zeitpunkt die Möglichkeit gebe, das Rathaus anzustrahlen.

Auch Oldenburger Rathaus an Aktion beteiligt

Auch das Oldenburger Rathaus leuchtete von Montag auf Dienstag in der Warnfarbe Rot. „Es stehen unzählige Existenzen auf dem Spiel“, sagte Christian Hartmann, Organisator von der Initiative für die Veranstaltungswirtschaft Ostholstein. Er wünsche sich mehr Unterstützung von den Kommunen und dem Land Schleswig-Holstein.

Am Montagabend vor Ort waren unter anderem Ingo Gädechens (CDU) aus dem Bundestag, Sandra Redmann (SPD) aus dem Landtag, Jens Junkersdorf (CDU) aus dem Kreistag und auch Oldenburgs Bürgermeister Jörg Saba (parteilos), um sich die Probleme anzuhören. Und sie mussten sich einiges anhören von anwesenden Künstlern. Im Dialog mit der Politik versuchten diese, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Es bleibt abzuwarten, was diese Branche in Zukunft für Hilfen bekommen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.