Femern-A/S-Chef Baunkjær sprach mit Kreispolitikern über Herausforderungen der Festen Querung

Noch nicht alle Fragen sind geklärt

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Femern-A/S-Chef Claus F. Baunkjær (l.) und Landrat Reinhard Sager schüttelten sich im Anschluss an das Gespräch im Kreishaus die Hände – Konsens in allen wichtigen Fragen der Festen Fehmarnbeltquerung scheint jedoch noch nicht erreicht.

OSTHOLSTEIN · Im Vorfeld der Planungen zur Festen Fehmarnbeltquerung – am 11. Februar startet das Raumordnungsverfahren zur Schienenhinterlandanbindung – besuchte Claus F. Baunkjær Ostholstein. Der neue Vorstandsvorsitzende von Femern A/S wollte im Gespräch mit politischen Akteuren des Kreises zentrale Anliegen zum Projekt ansprechen und die Probleme auf beiden Seiten des Belts beleuchten. Bei einigen der Fragen – darunter die Belastbarkeit der Fehmarnsundbrücke – fielen die Aussagen Baunkjærs jedoch recht mager aus.

Zuversicht bekundete Baunkjær darüber, dass sich durch den Tunnel ganz neue Möglichkeiten für die Beteiligten in beiden Ländern ergeben werden. Die Feste Querung sei ein „binationales Projekt“ betonte der Femern-A/S-Chef. Allerdings, gab er zu, könne es nicht ausbleiben, dass ein „Projekt dieses Kalibers“ durchaus auch Herausforderungen berge, die es frühzeitig anzugehen gelte. Als wichtige Aspekte nannte er etwa Lohn und Arbeitsbedingungen der am Bau beteiligten Kräfte.

Sowohl auf deutscher als auch auf dänischer Seite verspricht sich der Femern-A/S-Chef die Schaffung vieler Arbeitsplätze durch die Querung. Wenn auch die Tunnelelemente selbst in Rødby gefertigt werden, könne auch Deutschland mit einer Größenordnung von mehreren Hundert neuen Arbeitsplätzen rechnen, betonte Baunkjær. So werde es im Zuge des Baus beispielsweise einen großen Bedarf an lokalen Zulieferern geben.

Auf die Höhe der zukünftigen Maut angesprochen – die die Querung immerhin auf lange Sicht rentabel machen soll – hielt sich Baunkjær jedoch zurück. Dies sei eine politische Entscheidung, die vom dänischen Folketing und den deutschen Politikern getroffen werden müsse, zudem sei noch viel Zeit, bis diese Frage überhaupt akut werde.

Sager: „Wir wollen keine Nadelöhre schaffen“

Enttäuscht wurden auch diejenigen, die sich konkrete Aussagen zum Schicksal der Fehmarnsundbrücke erhofft hatten. Nach einem Gutachten der Deutschen Bahn AG ist die Brücke der zusätzlichen Verkehrsbelastung durch die Feste Beltquerung nicht gewachsen (wir berichteten). Hierbei handle es sich jedoch um eine interne Angelegenheit der Deutschen, erklärte Baunkjær ausweichend. „Wir wollen keine Nadelöhre schaffen“, hakte an dieser Stelle Reinhard Sager ein. Sollte dies abzusehen sein, werde man „sehr hartnäckig werden“, um Nachteile für die Region abzuwenden, mahnte Ostholsteins Landrat.

„Ganz klar“ dagegen die Aussage Baunkjærs zum Zeitplan der Querung: Der Beginn der Bauarbeiten sei für 2015 angesetzt, 2021 soll der Tunnel eröffnet werden. Auf mögliche Klagen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens angesprochen – die mehrjährige Gerichtsverfahren nach sich ziehen könnten – zeigte sich Baunkjær wenig beunruhigt: Der Gesamtantrag von Femern A/S werde am 1. August vorgelegt, in diesem sollen alle noch strittigen Aspekte geklärt sein. Der Vorstandsvorsitzende der dänischen Projektgesellschaft gab sich überzeugt, dass der Antrag allen Anfechtungen standhalte und auch „nicht gerichtlich gestoppt“ werden könne. · wob

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