DLRG-Wachen zurzeit nicht besetzt

Im Notfall hilft nur die Nummer 112

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Die Jalousien sind heruntergelassen – die DLRG-Hauptwache in Heiligenhafen ist nicht besetzt, im Notfall muss die z 112 gewählt werden (kl. Foto).

HEILIGENHAFEN (hö) · Das sonnige und warme Wetter an den letzten beiden Tagen trieb Gäste wie Einheimische an den Strand. Endlich Sommer, doch ausgerechnet jetzt können in Heiligenhafen die DRLG-Stationen nicht besetzt werden. Wird Hilfe benötigt, sind die Strandbesucher nun dazu angehalten, den Notruf 112 zu wählen. Die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) bitten auf einem an der DLRG-Station angebrachten Schriftstück „um Verständnis“.

In der Regel sind die Wachstationen an der Ostseeküste vom 15. Mai bis zum 15. September durch ehrenamtliche Rettungsschwimmer besetzt. In den ersten vier Wochen der Saison sorgten die Lebensretter auf dem Steinwarder auch für die Sicherheit am und im Wasser, doch jetzt sind die Jalousien am DLRG-Gebäude heruntergelassen, die Strandbesucher sind in Sachen Sicherheit momentan auf sich allein gestellt.

„Das ist eine missliche Situation“, weiß auch HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade, der erst am Montag ein Gespräch geführt hatte mit dem für die Wasserrettung zuständigen DLRG-Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen. Wohnrade habe Wolfhagen in diesem Gespräch mitgeteilt, dass die Nichtbesetzung von DLRG-Wachen eigentlich nicht zu akzeptieren sei, gleichzeitig müsse man aber auch die schwierige Situation der Lebensretter berücksichtigen, da alles auf Freiwilligkeit basiere, so Wohnrade einschränkend. Unmittelbar vor Ferienbeginn gebe es häufig personelle Schwierigkeiten, ergänzte der HVB-Geschäftsführer, auch im letzten Jahr seien die Stationen einige Tage unbesetzt geblieben.

Erschwerend komme in diesem Jahr eine Ballung der Freienzeiten hinzu, erläuterte Thies Wolfhagen gegenüber der HP. Gerade Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, aus denen sich besonders viele Freiwillige zum Wachdienst meldeten, bekämen in diesem Jahr recht spät Ferien, so Wolfhagen, der jedoch darauf verwies, dass sich das seit Jahrzehnten praktizierte System grundsätzlich bewährt habe. So werden auch in diesem Jahr in Schleswig-Holstein rund 1 800 Rettungsschwimmer ihren ehrenamtlichen Dienst zum Wohle der Allgemeinheit leisten. Zudem würden immer noch neue Bewerbungen eintreffen, sodass zurzeit nicht besetzte Wachstationen zügig wieder Personal bekommen würden.

Die HVB setzt jetzt erst einmal auf Eigeninitiative. Im Moment arbeite man daran, eine Übergangslösung zu finden. Man stehe dabei in engem Kontakt mit der DLRG-Ortsgruppe. Zum ehemaligen Wachleiter Fritz Marquardt, der 30 Jahre lang als „Chef-Lebensretter“ auf dem Steinwarder tätig war, habe man auch Kontakt geknüpft, so Wohnrade, in der Hoffnung, dass Marquardts frühere Verbindungen noch Erfolg versprechen könnten, um die Station schon kurzfristig wieder zu besetzen.

Der HVB-Geschäftsführer hofft nun, zumindest die DLRG-Hauptwache zum kommenden Wochenende wieder mit Rettungskräften bestücken zu können. Grundsätzlich überbrückt werden müsse jedoch der Zeitraum bis zum 26. Juni. Ab dann habe die DLRG wieder ausreichend Personal zur Verfügung. Aber nicht nur in der Warderstadt gibt es Probleme bei der Besetzung der DLRG-Wachen. Sandra Hamer, Leiterin der Kurverwaltung Großenbrode, teilte auf HP-Anfrage mit, dass die Rettungswache in Großenbrode bis zu diesem Wochenende noch besetzt sei, es dann aber eine Lücke von fünf Tagen gebe. Danach seien die Strandabschnitte bis September durchgehend bewacht.

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