Bürgermeister Heiko Müller: Bausubstanz der Gorch-Fock-Schule verfällt immer mehr

„Nur eine Alternative – Abriss“

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Die Tage der alten „Gorch-Fock-Schule sind gezählt. Bald kommt hier die Abrissbirne zum Einsatz.

HEILIGENHAFEN · Die Gorch-Fock-Schule ist nicht mehr zu retten. Die Bausubstanz sei soweit zerstört, dass es eine Sanierung, zum Beispiel zu einem Bürgerhaus, wie die SPD es fordert, viel zu viel Geld kosten würde. Bei weit geringeren Kosten könnte man dieses lieber neu bauen, wenn es von der Selbstverwaltung gewünscht wird, sagte Bürgermeister Heiko Müller der HP.

Müller hatte mit Bauamtsleiter Marcel Quattek, dem Büroleitenden Beamten Kai-Uwe Maurer und einem Abrissunternehmer eine Begehung der Schule vorgenommen, um die Schäden in Augenschein zu nehmen und Informationen über einen Abriss einzuholen.

Bürgermeister Müller zeigt auf die zerbrochenen Scheiben einer mutwillig beschädigten Tür. Dies deute auf einen Einbruch hin.

In einem Gutachten hatte schon vor Jahren der Architekt Jan F. Gollus 16 Alternativen einer Sanierung beleuchtet und war schon damals zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sanierungskosten mindestens 800 000 Euro betragen würden, sagte Müller. „Wir haben hier eine uralte Bausubstanz, die zerfällt. Wasser in den von Salpeter zersetzten Wänden, die Dächer undicht, wovon große Wasserpfützen in den Räumen zeugen, gar keine oder nur mäßige Isolierung, alte Heizung, die nicht mehr dem heutigen Standard der Technik entspricht, marode Fenster und Türen.“ Dazu Holzdecken in allen Räumen, was aus heutiger Sicht schon aus Brandschutzgründen nicht mehr zugelassen sei. „Aus dieser Sicht gibt es nur eine Alternative – Abriss“, sagte der Verwaltungschef.

Wenig Hoffnung für das Bürgerhaus

Ein Bürgerhaus an dieser Stelle zu errichten, dürfte auf den Widerstand der Anwohner stoßen, die sich schon beschwert hatten, als eine Firma, die LED-Elektronik herstellte, hier gearbeitet hatte. In einem Bürgerhaus werde gefeiert, es übten der Shanty-Chor und die Gildekapelle. Hier werde nicht nur Kaffee getrunken, auch Disco-Veranstaltungen für die Jugend können mal bis in die Nacht gehen. Ob das die Anwohner mitmachen, bezweifelte der Bürgermeister.

Grundstück steht ab sofort zum Verkauf

Bei Grundstückspreisen von zirka 100 Euro pro Quadratmeter würde der Verkauf des Grundstückes noch etwa 320 000 Euro in die Stadtkasse einbringen. Immerhin handle es sich hier um eine attraktive Stadtlage mit kurzen Wegen in das Stadtzentrum, stellte Heiko Müller fest. Um hier eine Wohnbebauung vornehmen zu können, ist jedoch eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig, da es sich noch um ein Sondergebiet Schule handelt. Die Verwaltung bietet das Grundstück ab sofort zum Verkauf an. Interessenten können sich im Kämmereiamt melden. · ft

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