Michael Kümmel, Karsten Schneider, Karin Prien und Mirko Franck in Oldenburg.
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Michael Kümmel, Vorsitzender der Kreisarbeitsgemeinschaft der Volkshochschulen in Ostholstein (v.l.), Karsten Schneider, Verbandsdirektor des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins, und Mirko Franck, Leiter der „KulTour“ in Oldenburg (r.), freuten sich über den Zuwendungsbescheid in Höhe von 26000 Euro von Bildungsministerin Karin Prien (CDU).

Kulturministerin Karin Prien überreicht Zuwendungsbescheid in Höhe von 26000 Euro

Oldenburg: Kleine Volkshochschulen in Ostholstein sollen unterstützt werden

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Um die Volkshochschulen im Kreis Ostholstein im ländlichen Raum künftig besser aufzustellen, übergab Kulturministerin Karin Prien (CDU) kürzlich einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 26000 Euro. Damit soll eine Roadmap erarbeitet werden.

  • Kulturministerin Karin Prien übergab Zuwendungsbescheid in Höhe von 26000 Euro an die Volkshochschulen im Kreis Ostholstein.
  • Mit einer Roadmap sollen kleinere Volkshochschulen im ländlichen Raum eine Unterstützung durch hauptamtliche Strukturen erfahren.
  • Prien: Kommunikation zwischen den einzelnen Volkshochschulen und der Politik müsse verbessert werden.

Oldenburg – Die Volkshochschulen in Schleswig-Holstein stehen in Zukunft vor großen Herausforderungen. In der ländlich geprägten Struktur des Kreises Ostholstein sollen Bildungsangebote auch in Zukunft für jeden leicht erreichbar sein. Deshalb übergab Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) am Donnerstag einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 26000 Euro. Damit soll eine Roadmap zur regionalen Strukturentwicklung der schleswig-holsteinischen Volkshochschulen erarbeitet werden.

Mit dem Roadmap-Projekt wollen wir gerade den kleineren Volkshochschulen im ländlichen Raum eine Unterstützung durch hauptamtliche Strukturen bieten.

Kulturministerin Karin Prien (CDU)

„Wir brauchen die Volkshochschulen als Orte, die unabhängig vom formellen Bildungsgrad für jedermann offen sind. Der Anspruch ist, landesweit eine einheitliche Grundversorgung in vergleichbarer Qualität anbieten zu können. Das aber kann nur durch Hauptamtlichkeit gewährleistet werden. Mit dem Roadmap-Projekt wollen wir gerade den kleineren Volkshochschulen im ländlichen Raum eine Unterstützung durch hauptamtliche Strukturen bieten“, sagte Kulturministerin Prien. Weiter betonte sie, es sei wichtig, die Strukturen sehr intensiv zu pflegen und miteinander in Kontakt zu bleiben. „Wir müssen miteinander mehr reden“, so Prien. Der Termin sei deshalb wichtig, um den Kulturdialog zwischen dem Land und den Kommunen zu fördern.

Mirko Franck, Leiter der „KulTour“ in Oldenburg, bedankte sich bei Prien für die finanzielle Hilfe. „Dem unmittelbaren Miteinander und den persönlichen Netzwerken ist es zu verdanken, dass wir heute noch so gut aufgestellt sind“, sagte Franck.

Große Unterschiede zwischen den Kreisen

Karsten Schneider, Verbandsdirektor des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins, erklärte, dass über die Hälfte der Volkshochschulen in Schleswig-Holstein als Vereine organisiert seien. Diese kleinteilige Struktur habe aber auch Vorteile. „Wir sind nah an den Bürgern.“ Dennoch bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Kreisen wie etwa bei der Belastung der ehrenamtlich tätigen Menschen. Teilweise sei es gar nicht möglich, bestimmte Angebote anzubieten. „Das Nachholen von Schulabschlüssen setzt hauptamtliche Strukturen voraus“, erklärte Schneider. In Schleswig-Holstein gebe es zum einen Kreise mit vielen hauptamtlichen Strukturen, zum anderen aber auch viele Kreise mit überwiegend ehrenamtlichen Strukturen. „Hier dockt dieses Projekt an. Wir müssen kleinere Volkshochschulen unterstützen und deren Lernorte erhalten, um erreichbare Angebote zu bewahren“, sagte Schneider.

Wer ehrenamtlich eine Volkshochschule übernimmt, der möchte gestalten und sich nicht mit Dingen wie einer Datenschutzgrundverordnung beschäftigen.

Michael Kümmel, Vorsitzender der Kreisarbeitsgemeinschaft der Volkshochschulen in Ostholstein

Michael Kümmel, Vorsitzender der Kreisarbeitsgemeinschaft der Volkshochschulen in Ostholstein und ehemaliger Leiter der VHS Oldenburg („KulTour“), konnte die Beschreibungen Schneiders bestätigen. Die sehr ländlich geprägte Region berge einerseits Schwierigkeiten bei der Erreichbarkeit. „Die Volkshochschulen arbeiten viel abends, dann ist der öffentliche Personennahverkehr bei uns nicht sehr aktiv.“ Die Vorteile würden sich seiner Ansicht nach vor allem dadurch auftun, dass es nicht viel Konkurrenz durch private Anbieter gebe. Kümmel ging auch auf die Schwierigkeiten für Ehrenamtler ein: „Wer ehrenamtlich eine Volkshochschule übernimmt, der möchte gestalten und sich nicht mit Dingen wie einer Datenschutzgrundverordnung beschäftigen.“ Es müssten laut Kümmel Kooperationen gefördert werden. Wie das geschehen kann, müsse der Diskurs mit allen Beteiligten ergeben.

Viele Volkshochschulen suchen eigene Räumlichkeiten

Bei der anschließenden Diskussion wurde ein Problem deutlich, das viele Volkshochschulen im Kreis betrifft: die Suche nach eigenen Räumlichkeiten. So äußerte Dr. Eugen Altwicker, 2. Vorsitzender der VHS in Heiligenhafen, dass sich die Mitglieder in den bisherigen genutzten Räumlichkeiten in den Schulen nicht wirklich zu Hause fühlen würden. „Wir wünschen uns ein Gespräch mit den Bürgermeistern, dass wir da Unterstützung kriegen“, so Altwicker. Auch Klaus Franck von der VHS in Scharbeutz beschrieb, dass es schwierig sei, die Kurse ein halbes Jahr vorher zu planen, wenn noch keine Räumlichkeiten zur Verfügung stünden. Einzig auf Fehmarn sei die Lage etwas entspannter, „weil uns die Kommune mehrere Räumlichkeiten zur Verfügung stellen kann“, sagte Leiterin Antonie Schwirz.

Ich glaube, da geht ganz viel, aber ich glaube auch, ohne den Dialog wird es nicht funktionieren.

Kulturministerin Karin Prien (CDU)

Oldenburgs Bürgermeister Jörg Saba (parteilos) nahm das Thema ernst und schlug vor, auf die Aktivregion zuzugehen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Die Räumlichkeiten seien immer ein Thema bei den Volkshochschulen. Karin Prien ergänzte, es komme auch darauf an, mit welcher Haltung alle Beteiligten an das Thema der Räumlichkeiten herangingen. „Ich glaube, da geht ganz viel, aber ich glaube auch, ohne den Dialog wird es nicht funktionieren.“ Klaus Franck betonte: „Die Volkshochschule sollte nicht irgendein Anhängsel sein.“ Stattdessen sollten die Kommunen laut Franck mehr hinter ihren Volkshochschulen stehen. 

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