Danke-Preis der CDU an die Warder-Speeldeel beim Neujahrsempfang / Gute Aussichten für 2012

„Packen wir es gemeinsam an“

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Über den CDU-Danke-Preis 2012 freuen sich Marlene Knorr und Enkelin Johanna, die ebenfalls in der Warder-Speeldeel erfolgreich mitspielt (Mitte). Es gratulierten MdB Ingo Gädechens, der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Karschnick, Bürgervorsteher Georg Rehse und der Vorsitzende der CDU Heiligenhafen und Kreistagsabgeordnete Timo Gaarz.

HEILIGENHAFEN · Für die Pflege der plattdeutschen Sprache ehrte die CDU Heiligenhafen auf dem gestrigen Neujahrsempfang im Veranstaltungspavillon die Warder-Speeldeel, vertreten durch Marlene Knorr und Enkelin Johanna. Wie Gastgeber Timo Gaarz deutlich machte, „is dat Plattdüütsche de Moderspraak in Schleswig-Holstein“ und durch die Sprachencharta des Europarates anerkannt und geschützt.

Eine plattdeutsche Instanz – ja, plattdeutsche Botschafter, seien in Heiligenhafen die Schauspieler der Warder-Speeldeel unter der erfolgreichen und bewährten Leitung von Marlene Knorr, sagte der Vorsitzende der CDU Heiligenhafen und Kreistagsabgeordnete Timo Gaarz in seiner Laudatio.

Lachmuskel-Angriff mit viel Herzblut

Seit über drei Jahrzehnten sei diese Laienspielgruppe auf hohem künstlerischen Niveau tätig, um nicht nur „dat Plattdüütsche“ zu pflegen, sondern ihren Gästen Freude zu bereiten und die Lachmuskeln zu strapazieren. Timo Gaarz: „Mit viel Herzblut und Leidenschaft bringen Sie sich für „Ihre“ Warder-Speeldeel ein, liebe Marlene Knorr, haben diese geprägt und auch erfolgreich zusammengehalten. Sie haben früh und rechtzeitig Nachwuchs rekrutiert, damit ihre Truppe auch in künftigen Jahren spielfähig ist und an die tollen Erfolge jedes Jahr anknüpfen kann. Sie sind der gute Geist, der Rat- und Ideengeber sowie der wichtige Motor der Warder-Speeldeel – dafür gilt Ihnen und den gesamten Akteuren vor und hinter der Bühne unser Respekt und insbesondere unsere Anerkennung.“

Marlene Knorr bedankte sich im Namen der Warder-Speeldeel für diese Auszeichnung und versicherte, dass die Theatergruppe auch weiterhin ihr Publikum erfreuen werde. Marlene Knorr selbst unterrichtete seit 1996 als ehrenamtliche Lehrerin plattdeutsch an der Theodor-Storm-Schule. Heute kommen die Kinder sogar zu ihr nach Hause, um plattdeutsch zu lernen.

Heiligenhafen im „Stresstest“?

„Stresstest“ war das Unwort des letzten Jahres. Auch in Heiligenhafen könnte es Bedeutung erlangen, wenn es mit Fluttoren und Hochwasserschutz verbunden wurde. Doch Stresstest – Heiligenhafen, das sieht Timo Gaarz nicht. Heiligenhafen bedeute für ihn Leben, Zukunft und Familienfreundlichkeit sowie Innovation. Heiligenhafen ist nicht eine, sondern die schöne und liebenswerte Stadt am Meer mit gelebter Gemeinsamkeit, sagte der CDU-Ortsvorsitzende auf dem Neujahrsempfang seiner Partei am Sonntag im Veranstaltungspavillon.

Eine schwarze Ente mit Kopftuch und Schleswig-Holstein-Schal war das Gastgeschenk von Bürgermeister Heiko Müller.

Mit neuen Ideen und tatsächlicher Gelassenheit bringe man Heiligenhafen voran und werde die bevorstehenden Aufgaben meistern, sagte Gaarz. „Alles wird gut“, mit dieser Hoffnung startet auch Bürgermeister Heiko Müller ins neue Jahr. Müller sprach von einem bedeutsamen Jahr mit vielen Veränderungen. Der Hochwasserschutz komme und auch das Ferienzentrum werde man einbinden, kündigte Müller an. Zur neuen Destination, die Heiligenhafen zugeschrieben werde, gehöre neben der Seebrücke auch ein Strand am Nordufer des Binnensees. Heiligenhafen müsse auch die Innenstadt aufwerten. Grüne, ansprechende Lungen an den Eingangsbereichen seien in der Planung. Auf den Aha-Effekt komme es an, sagte Müller. Als Gastgeschenk präsentierte der Bürgermeister eine schwarze Ente mit Kopftuch und Schleswig-Holstein-Schal, die Schmunzeln hervorrief.

In einer bemerkenswerten Rede warb der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Karschnick für mehr Transparenz und Gemeinsamkeiten.

Ein „Hinhörer“ war die Neujahrsrede des CDU-Fraktionsvorsitzenden Stephan Karschnick, der in bemerkenswerter Form, frei nach dem Motto: Es ist zwar alles schon gesagt, aber nicht von mir, seine Eindrücke aus dem letzten Jahr Revue passieren ließ. Dabei ging Karschnick auf die geplanten Baumaßnahmen ein und sprach von größtmöglicher Aufklärung für alle, denn „Transparenz ist das Zauberwort!“. Es gehe hier nicht um die Wahrung von Interessen Einzelner, sondern um das Wohl und damit die Zukunft unser schönen Stadt, um die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Steigerung der Gästezahlen und den Tourismus, von dem fast alle direkt oder indirekt leben. In anderen Kommunen schaue man schon des Öfteren neidisch nach Heiligenhafen, dieses sei ihm schon öfter bestätigt worden, sagte Karschnick.

„Wie gehen wir miteinander um?“

„Wie gehen wir eigentlich teilweise miteinander um“, diese Frage stellte der CDU-Fraktionsvorsitzende in den Raum. Kritik sei grundsätzlich in Ordnung und auch nötig. Wie Stephan Karschnick betonte, habe er allerdings leider feststellen müssen, dass die Art und Weise geäußerter Kritik in ihrer Form und Ausdrucksweise manchmal doch Grenzen überschreite, da sie auf eine nicht hinnehmbare Weise ins Persönliche abgleite und sich leider nicht an der Sache orientiere, vielleicht sei es auch genauso gewollt. Karschnick: „Wenn über Leserbriefe oder in Tresengesprächen gefordert wird, dass einige Personen „weg“ müssen, das heißt, aus ihrem Amt, Ehrenamt oder Anstellung, dann frage ich mich schon: ‚kann ich so einen Verfasser beziehungsweise Lautsprecher ernsthaft als Kritiker bezeichnen oder eher als Neider, der vielleicht früher, als die Gelegenheit da war, nichts auf den Weg gebracht hat.‘“ Wenn der Bürgermeister auf einer Veranstaltung aufs übelste beleidigt wird, müsse man sich fragen, welche Motivation hat die ausrufende Person gehabt?

Wie gehen wir miteinander um, fragte sich der CDU-Fraktionssprecher, wenn Stadtvertretern in öffentlicher Sitzung unterstellt wird, aufgrund ihres Alters seien sie eventuell nicht in der Lage, einen Sachverhalt zu begreifen oder, in einem anderen Fall wird Ihnen mit Hinweis auf die Tür des Sitzungssaals angeboten, die Sitzung zu verlassen. Diese Worte kamen an und lassen hoffen, dass solche „Schläge unter die Gürtellinie“ einem neuen Miteinander weichen können. Eine mutige Rede von Stephan Karschnick, die den „Stresstest“ des letzten Jahres nicht besser beschreiben konnte.

Aus Berlin war der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens nach Heiligenhafen gekommen, um Neujahrsgrüße zu überbringen. Die deutsche Wirtschaft boomt und die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie nie zuvor. So trotze Deutschland der Eurokrise. Wie Ingo Gädechens sagte, müsse man nun alles daran setzen, um die Neuverschuldung, die heute 17,3 Milliarden betrage, abzubauen, um den kommenden Generationen noch finanzielle Spielräume zu bieten.

Auf die Entwicklung in Heiligenhafen eingehend sagte Gädechens, dass diese Stadt heute ein neues, junges Gesicht bekommen habe. Lob und Dank an die Verantwortlichen in der Politik und Selbstverwaltung aber auch an die vielen Ehrenamtler, die durch ihren Einsatz Heiligenhafen vorwärts bringen. Der CDU-Ortsvorsitzende Timo Gaarz nahm den Neujahrsempfang zum Anlass, um dem Bundestagsabgeordneten zu danken. Ohne seine Hilfe wäre Ostholstein bei der Bundeswehrreform, verbunden mit Standortschließungen, nicht so glimpflich davongekommen. · ft

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