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Planungsfehler beim Fluttor?

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Spielend leicht lässt sich das Fluttor bewegen – das konnte Bürgermeister Heiko Müller bei der Abnahme im Mai 2011 feststellen. © Peter Foth

HEILIGENHAFEN · Das Fluttor zwischen Binnensee und Yachthafen kam in der Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses erneut zur Sprache, als die Ausschussvorsitzende Monika Rübenkamp wissen wollte: „Was für Kosten kommen jetzt eigentlich für die erneute Reparatur auf uns zu?“ Während des letzten Hochwassers wurde das Fluttor erneut durch den Wasserdruck ausgehebelt und musste mit Hilfe von Tauchern und einem Kran repariert werden. Bereits in der Vergangenheit hatte es mehrfach Probleme mit dem Hochwasser-Verschlussorgan gegeben.

Das Fluttor wurde in der Wintersaison 2010/11 errichtet, um die Altstadt vor Hochwasser zu schützen. Das Stemmtor wurde vom Ingenieurbüro Mohn aus Melsdorf bei Kiel geplant. „Wir haben es hier doch nicht mit einer Laienspielgruppe, sondern mit einer Fachtruppe zu tun“, kommentierte Monika Rübenkamp. „Wir haben uns hier eine Leistung eingekauft und haben darauf vertraut, dass die Planungsingenieure mit den Verhältnissen an der Ostsee vertraut sind.“

Stemmtor reagiert auf Druck vom Hafen

Das Tor schließt, wenn der Wasserstand im Hafen höher steigt als im Binnensee, erklärte der Verwaltungschef. Die beiden Tore lagern in einer nur etwa 1,5 bis 2 cm hohen Verankerung. Wenn die Tore geöffnet würden, um den Wasserstand zwischen Binnensee und Hafen auszugleichen, hebele die starke Strömung die Tore aus. Dadurch blockierten die Tore und könnten nur mit Hilfe eines Krans wieder in ihre Verankerung gehoben werden, führte Müller weiter aus. Dies sei nun zum zweiten mal der Fall gewesen. „Wir haben ein Fachbüro für viel Geld beauftragt, hier etwas hinzustellen, das auch funktioniert“, kritisierte Monika Rübenkamp die Ingenieure scharf; „Wir wollen hier ein funktionsfähiges Tor haben und wir zahlen keinen Pfennig aus Steuergeldern, wenn hier etwas kaputtgeht.“

Er habe mehr als drei Stunden am Hafen verbracht und die Reparaturarbeiten verfolgt, um nachvollziehen zu können, wo das Problem liege, berichtete Heiko Müller. Das Fluttor sei nach den Reparaturarbeiten jetzt wieder vollkommen einsatzfähig, bestätigte der Bürgermeister. Claus Meyer (SPD) fügte hinzu, dass die Planungsfirma als eine Art Garantieleistung für die Reparaturkosten aufkommen sollte. Diese Aussage fand Zustimmung von allen Ausschussmitgliedern. Desweiteren zeigten sich alle einig, dass das Fluttor „eine einzige Blamage für das Planungsbüro“ sei.

Heiko Müller erklärte, dass Gespräche mit dem Büro über die Kosten und Lösung der Problematik geplant seien. „Das Tor gehört uns und wenn es nicht nach den Regeln der Kunst gemacht wurde, werden wir reagieren.“ „Kunst ist woanders“, konterte Gerd Panitzki (Grüne); wenn die Technik richtig funktioniere, bleibe das Fluttor auch in der Verankerung. Die Firma wolle nun Strömungsmessungen durchführen, um die Voraussetzungen in der Ostsee besser einschätzen zu können. Eventuell könne man eine Sicherung einbauen, um eine erneute Aushebelung der Tore zu verhindern, stellte der Bürgermeister in Aussicht. · kg

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