Polizei stellt Konzept für mehr Sicherheit für Fahrradfahrer und Fußgänger vor

Rad fahren – aber sicher

+
Bei der Vorstellung des Konzeptes für mehr Sicherheit für Fahrradfahrer und Fußgänger vor der Polizeistation in Oldenburg: Der stellvertretende Revierleiter des Polizeireviers Heiligenhafen, Stefan Newe (v.l.), Polizeibeamtin Ann-Christin Schreiber und Heiligenhafens Revierleiter Thorsten Ziehn.

Oldenb./Heiligenh. -mf- Gibt es keinen separaten Fahrradweg, müssen sich Radfahrer mit anderen Fahrzeugen die Straße teilen. Auch die Kombination Fuß- und Radweg gibt es, bei der die Verkehrsteilnehmer besondere Rücksicht aufeinander nehmen müssen. Gefährlich wird es allerdings dann, wenn sich nicht jeder an die vorgegebenen Regeln hält und andere in Gefahr bringt. Erst kürzlich fuhr eine Radfahrerin in Heiligenhafen verbotenerweise auf dem Fußgängerweg, verhedderte sich beim vorbeifahren in der Tasche einer älteren Dame und riss diese zu Boden. Die Seniorin musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Lediglich durch das Beachten der Verkehrsregeln und das Fahren auf der Fahrbahn hätte der Unfall vermieden werden können.

Seit Jahren schon ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden, an denen Fahrräder beteiligt sind, konstant hoch. Im Revierbereich Heiligenhafen, zu dem unter anderem Fehmarn, Großenbrode, Heringsdorf, Neukirchen und Oldenburg gehören, kam es in den Jahren von 2016 bis 2018 zu 712 Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Bei 248 Unfällen waren Fahrräder oder Pedelecs – Fahrräder, die beim Treten der Pedale von einem Elektroantrieb unterstützt werden – beteiligt. Das bedeutet, dass bei 35 Prozent dieser Verkehrsunfälle – also über einem Drittel – Radfahrer beteiligt waren.

„Technisches Versagen oder höhere Gewalten sind dabei nur ganz selten die Unfallursache“, erklärte der stellvertretende Revierleiter des Polizeireviers Heiligenhafen, Polizeihauptkommissar Stefan Newe, am Freitag beim Pressegespräch in der Polizeistation Oldenburg. Gemeinsam mit seinen Kollegen stellte er das jetzt anlaufende Konzept für mehr Sicherheit von Fahrradfahrern und Fußgängern vor. „Wir wollen uns jetzt besser aufstellen und vermehrt den Revierbereich kontrollieren“, sagte Heiligenhafens Revierleiter Thorsten Ziehn, der darauf hinwies, dass zu den dokumentierten Zahlen noch eine große Dunkelziffer an Unfällen hinzukomme, bei der die Polizei nicht alarmiert werde.

Anders als oft vermutet, ist nicht immer der stärkere Verkehrsteilnehmer schuld am Unfall, sondern ein Fehlverhalten des Radlers. Im Rahmen eines Verkehrssicherheitskonzeptes möchte das Polizeirevier Heiligenhafen in den nächsten Monaten bewusst die Gruppe der Fahrradfahrer in den Fokus stellen. Durch gezielte Fahrradkontrollen an Unfallschwerpunkten und viel befahrenen Strecken soll die Sicherheit der Fahrradfahrer verbessert werden. Auch im Hinblick auf die Sicherheitsausstattung werden die Radfahrer überprüft. Newe betonte dazu deutlich: „Es geht uns nicht darum, den Menschen das unbestritten positive Radfahren zu verleiden. Ganz im Gegenteil: Die Polizei möchte mit dem Mittel der Verkehrsüberwachung die Fußgänger und die Radfahrer vor Gefahren und Verkehrsunfällen schützen.“

Besonders um Ausreden seien Radler laut der Polizisten nicht verlegen. Nur selten akzeptieren die Fahrradfahrer die Regeln und gestehen ihren Fehler ein. Schlechte Radwege oder kaputte Fahrbahnen seien hierbei unter anderem genannte Ursachen für Fehlverhalten. Doch wie die Polizeibeamtin Ann-Christin Schreiber erklärte, seien das dennoch keine Gründe, Ordnungswidrigkeiten zu begehen. Hier müsse sich der Betroffene entweder eine andere Strecke suchen oder sein Rad schieben. Um Zweiradfahrern die Chance zu geben, ihr Verhalten im Straßenverkehr zu optimieren, veröffentlicht die Polizei schon vorab ihr Vorhaben und erhofft sich, durch die Maßnahmen sowohl für Radfahrer als auch für Fußgänger mehr Sicherheit zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.